Jessica Hildebrandt zieht positive Bilanz des ersten Jahres als Kreisschiri-Chefin „Als Team meistern wir fast jede Situation“

Kreis Höxter (WB). „Die Zusammenarbeit im Kreisschiedsrichterausschuss ist sehr positiv. Wir sind ein Team, das fest zusammenhält und konstruktiv miteinander arbeitet“, sagt Jessica Hildebrandt. Die Wormelnerin ist seit dem 26. April 2019 Vorsitzende des Schiriausschusses des Sportkreises Höxter. Im Gespräch mit Redakteur Günter Sarrazin zieht sie eine positive Bilanz des ersten Jahres als Chefin der heimischen Unparteiischen, blickt auf Ziele, die Rückgewinnung ehemaliger Schiris, die Förderung des Nachwuchses und die Auswirkungen der Corona-Krise.

„Das Hobby macht mir nach 19 Jahren immer noch Spaß“, sagt Jessica Hildebrandt, die seit 2001 Fußball-Schiedsrichterin und seit einem Jahr Vorsitzende des Kreisschiedsrichterausschusses Höxter ist.
„Das Hobby macht mir nach 19 Jahren immer noch Spaß“, sagt Jessica Hildebrandt, die seit 2001 Fußball-Schiedsrichterin und seit einem Jahr Vorsitzende des Kreisschiedsrichterausschusses Höxter ist. Foto: Heine

Frau Hildebrandt, wie lautet Ihre Bilanz nach einem Jahr als Kreisschiedsrichter-Chefin?

Jessica Hildebrandt: Die Bilanz ist sehr positiv. Wir sind als neues Team angetreten. Und wie jedes neue Team mussten auch wir uns erst einmal finden. Das hat gut funktioniert und wir sind auf einem sehr guten Weg. Als Kreisschiedsrichterausschuss sind wir stolz auf unsere Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter und deren außerordentliches Engagement sowohl auf als auch neben dem Platz. Zusammen als Team – Schiedsrichter und Kreisschiedsrichterausschuss – meistern wir fast jede Situation. Wir haben uns im Ausschuss viele Ziele gesteckt und konnten schon einige umsetzen. Andere stehen noch auf der Agenda für die kommende Zeit.

Welche Ziele waren und sind es?

Hildebrandt: Ein ganz wichtiges Ziel war es, innerhalb der Schiedsrichtervereinigung das Wir-Gefühl zu stärken. Ich denke, dass wir dies in den vergangenen zwölf Monaten sehr gut hinbekommen haben. Beim Warburger Oktoberwochenturnier konnten wir erstmals wieder zwei Mannschaften stellen, waren zu einem Zweitligaspiel in Bielefeld, haben einen Erste-Hilfe-Lehrgang angeboten und hatten einen tollen Bowlingabend im Bolzano in Höxter. Das die Beteiligung so groß war, ist für uns ein Zeichen, dass wir auf einem guten Weg sind. Hier gilt es nun, anzuknüpfen und auch in Zukunft gemeinsame Veranstaltungen zu machen.  Ein Hauptziel unserer Arbeit ist die Erhaltung der aktiven Schiedsrichterinnen und Schiedsrichter. Aber auch die Zurückgewinnung ehemaliger Schiedsrichter und die Förderung junger Schiedsrichter sind Themen, die wir uns als Aufgabe gesetzt hatten.

Wie war es, vom Amt der Lehrwartin des Schiriausschusses auf den Chefposten zu wechseln?

Hildebrandt: Die neue Aufgabe war anfangs ungewohnt. Und sicherlich musste ich mich auch in die eine oder andere Sache erst einmal einarbeiten, beziehungsweise lernen, die Aufgaben aus einer anderen Sichtweise zu betrachten. Nach einem Jahr hat man aber nahezu jede Aufgabe schon mindestens einmal gemacht und es macht mir sehr viel Spaß.  Die neue Position bringt natürlich neue Aufgaben mit sich: mehr Verantwortung, neue Themen, mehr Organisation, mehr offizielle Termine. Ich stehe nun in vorderster Reihe und muss auch mal den Kopf hinhalten, wenn etwas nicht optimal läuft. Aber ich bereue den Wechsel keine Sekunde und freue mich schon darauf, die weiteren Aufgaben anzugehen.

Wie ist die Zusammenarbeit im Schiedsrichterausschuss?

Hildebrandt: Die Zusammenarbeit im Ausschuss ist sehr positiv. Wir sind ein Team, das fest zusammenhält und konstruktiv miteinander arbeitet. Es macht immer wieder großen Spaß, in unserem Team zu arbeiten und neue Dinge anzugehen. Besonders hilfreich ist dabei, dass wir ein gemischtes Team aus erfahrenen und jüngeren Schiedsrichtern sind. Mit Beginn der neuen Periode hat jedes Ausschussmitglied eine neue Aufgabe übernommen. Diese sind sehr komplex und kombiniert mit unseren Zielen und neuen Kampagnen, ist es eine Menge Arbeit. Aber wir unterstützen uns gegenseitig, wo immer wir können. Daher bin ich meinen Kollegen sehr dankbar für ihren wirklich großartigen Einsatz.

Was hat am besten geklappt?

Hildebrandt: Mit verschiedenen Kampagnen, zum Beispiel dem Anwärterlehrgang und Arbeitsgemeinschaften in Schulen, konnten wir viele Schiedsrichter neu gewinnen. Durch einen erstmals angebotenen Ehemaligen-Lehrgang haben wir neun Schiris zurückgewonnen. Zur Schiedsrichter-Förderung haben wir ein kreisinternes Perspektivteam, das wir über Spielbeobachtungen und Weiterbildungen fördern. Vor kurzem haben wir mit diesem Perspektivteam zum Beispiel ein Bootcamp mit der Trainerin Louisa Weißbruich gemacht.

Insgesamt sind im vergangenen Jahr 28 neue Schiedsrichter gewonnen worden. Das hat es viele Jahre lang nicht gegeben. 

Hildebrandt: Dass wir in den vergangenen zwölf Monaten so viele neue Schiedsrichter gewonnen haben, ist fantastisch und wir haben einen Höhepunkt der vergangenen Jahre erreicht. Jetzt gilt es, die neuen Schiedsrichter in ihren ersten Spielen zu begleiten und sie langsam an das Hobby heranzuführen und sie so auch zu erhalten. Das erste Jahr ist hier sicherlich das schwierigste.  Manchmal versuche ich, unseren neuen Schiedsrichtern Mut zu machen, indem ich ihnen berichte, dass ich in meinem ersten Spiel eine klare Abseitsstellung übersehen habe, mein Pate in Deckung gehen musste und ich noch heute Schiedsrichterin bin und mir das Hobby nach 19 Jahren immer noch Spaß macht.

Wie läuft nun während der Corona-Krise die Zusammenarbeit?

Hildebrandt: Seit der Corona-Krise können wir uns leider auch im Ausschuss nicht mehr persönlich treffen. Das erschwert die Zusammenarbeit natürlich schon, da wir sehr vom persönlichen Austausch und dem Miteinander leben. Aber es funktioniert. Derzeit laufen Abstimmungen über Telefonkonferenzen, so dass wir zumindest die wichtigsten Themen besprechen können und uns immer wieder ein Update zu den Themen geben, an denen jeder arbeitet. Ich muss aber ganz ehrlich sagen, dass wir uns alle darauf freuen, wenn wir uns endlich wieder persönlich treffen können.

Wie sieht es mit den monatlichen Schulungen der Schiris aus?

Hildebrandt: Vorerst hat der Kreisschiedsrichterausschuss in Abstimmung mit dem Kreisvorstand die Veranstaltungen bis einschließlich Ende April abgesagt. Hiervon waren unter anderem die monatlichen Tagungstermine im März und April sowie auch die Vorbereitung auf die Verbandsprüfungen betroffen. Aber auch eine zusätzliche Weiterbildung musste ausfallen. Wir haben die Schiedsrichter informiert und richten in den nächsten Tagen einen digitalen Kalender ein, der es ihnen ermöglicht, dass sich die Einträge in ihren Kalendern auf dem PC oder Smartphone automatisch anpassen, sobald wir sie ändern.

Worauf hatten Sie sich mit Blick auf die Rückrunde der Saison besonders gefreut? Was hatten Sie sich vorgenommen?

Hildebrandt: Natürlich habe ich mich besonders auf die Spiele gefreut. Die Tasche ist gepackt und mit dem ersten Sonnenschein wollten wir eigentlich wieder sonntags auf dem Platz stehen.  Neben dem Spielbetrieb hatten wir einige Fortbildungen und Veranstaltungen geplant, auf die wir uns als Ausschuss sehr gefreut haben. Ein Highlight der Rückrunde sollte eigentlich eine Crowdfunding-Aktion der Vereinigten Volksbank für neue Trainingsanzüge für die Schiedsrichtervereinigung werden. Im April wollten wir mit den Schiedsrichtern Fotos und Videos machen, um anschließend die Kampagne zu starten. Das ist nun leider so erst einmal nicht möglich und wir hoffen, dass wir das bald nachholen können.

Was wünschen Sie sich für die Zeit nach der Corona-Krise?

Hildebrandt: Für die Zeit nach der Corona-Krise wünsche ich mir, dass Normalität einkehrt und wir alle unserem gewohnten Alltag und vor allem unserem Hobby, dem Schiedsrichterwesen, wieder nachgehen können. Der Fußball sonntags fehlt mir schon sehr.

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