Landesligist überzeugt beim Huxori-Cup mit starker Defensivleistung und Kampfgeist Brakels B wiederholt großen Wurf

Brakel (WB). Auf diese Statistik kann die Spvg. Brakel stolz sein: Kein anderer Verein hat in den vergangenen zehn Jahren häufiger den Huxori-Cup bei den B-Junioren gewonnen. Mit dem jüngsten Erfolg ist auch ein Blick in die Vergangenheit angesagt. 2015 holte das damalige Team den Huxori-Cup. Trainer war Marcel Rasche.

Von Rene Wenzel
Brakels Finn Christoph (links) und Torwart Moritz Wiegand klatschen beim Cupgewinn in Höxter nach einem Tor ab.
Brakels Finn Christoph (links) und Torwart Moritz Wiegand klatschen beim Cupgewinn in Höxter nach einem Tor ab. Foto: Rene Wenzel

Zunächst zum aktuellen Turniersieg. „Das war ein fantastischer Auftritt. Da kann man nur mega stolz sein“, lobte Brakels Coach Thorsten Kraut sein Team. Die Spieler überzeugten ihren gesundheitlich angeschlagenen Teamchef schon in der Vorrunde. Kraut konnte aufgrund einer starken Erkältung nicht wie gewohnt seiner Mannschaft von außen helfen. Und so mussten die Spieler größtenteils die Verantwortung übernehmen. „Die Jungs haben sich toll gecoacht und motiviert. Das war beeindruckend“, so Kraut.

Mit 12:3-Toren zog der heimische Landesligist das Ticket für das Halbfinale als Gruppenzweiter. Nur der Eimsbütteler TV verzeichnete ein besseres Torverhältnis (19:5). Was beim Blick auf die beiden Gruppen auffällt, ist die starke Abwehr der Spielvereinigung. So wenige Gegentreffer hat keine andere Mannschaft kassiert. „Die überragende Defensivleistung hat uns neben einem beeindruckenden Kampfes- und Siegeswillen ausgezeichnet“, sagte Brakels Keeper Moritz Wiegand.

Schon im Laufe der Vorrunde spürten die Brakeler, dass in den Höxteraner Bielenberghallen richtig viel drin ist. „Ab dem eindrucksvollen 3:0-Sieg im Halbfinale gegen den JFV Bremen war dann jedem klar, dass es zum ganz großen Wurf reichen könnte“, berichtete Wiegand. Sein Mitspieler Kai Wulf spürte das Gefühl vom möglichen Turniersieg bereits direkt nach der erfolgreichen Gruppenphase. Ab diesem Zeitpunkt war für ihn klar: „Wenn wir weiterhin erst mal kompakt stehen, auf unsere Chancen warten und als ein Team spielen, könnten wir das Halbfinale und Finale gewinnen.“ Mit zwei Buden gegen den Regionalligisten aus Bremen hatte der Bruder des neuen RB-Leipzig-Jugendspielers Tom Wulf einen großen Anteil am Finaleinzug.

Und dann lief es wieder perfekt für die Brakeler. Finn Christoph jubelte gleich zweimal beim 3:1-Erfolg im Endspiel gegen den Titelverteidiger SV Eichede. „Das Turnier war für mich sehr wichtig, da viele Freunde und die Familie in Höxter mit dabei waren. Hinzu kommt, dass es immer Spaß macht, vor so einer Kulisse zu spielen“, sagte Christoph. Viele der insgesamt 637 Zuschauer verfolgten an beiden Tagen natürlich gespannt die starken Auftritte der Spielvereinigung.

Wulf hob in seiner Analyse auch den Punkt Teamwork hervor. „Wir haben als Team stark zusammengespielt und waren in allen Spielen zu einhundert Prozent auf dem Platz. Wir haben gegen die höherklassigen Mannschaften gezeigt, was in uns steckt“, sagte der Doppeltorschütze aus dem Halbfinale.

Lobende Worte erhielt das gesamte Brakeler Team auch vom gastgebenden SV Höxter. Organisator Hans Marbach freute sich, dass der Pokal an einen Klub aus der Nachbarschaft ging. „Für die Stimmung war das natürlich richtig gut. Es war allgemein auffällig, dass die heimischen Vereine gut mithalten konnten“, so Marbach.

Die C-Junioren des SV 06 Holzminden waren das andere Team, das mit Platz zwei am Ende überzeugte. Weniger Begeisterung lösten die Bundesligisten SV Lippstadt und SG Unterrath bei den B-Junioren aus. Beide Mannschaften scheiterten bereits in der Gruppenphase. „Das war schon ziemlich enttäuschend“, sagte der Turnier-Chef, der eine Besonderheit hervorhob: „Dass es in der Endrunde keine Verlängerung gab, hatten wir schon seit mehr als 15 Jahren nicht mehr.“

Ein weiterer Blick zurück: Vor fünf Jahren siegten die B-Junioren der Spvg Brakel im Endspiel mit 2:1 gegen die SG Wattenscheid 09. Finaltorschütze Pascal Otte erinnert sich: „Wir hatten wenig Erwartungen, da wir in einer Gruppe mit Carl Zeiss Jena, Wattenscheid und Tennis Borussia Berlin waren. Wir hatten in den Spielen gegen Jena und Rot-Weiß Essen Glück mit Toren in letzter Sekunde. Desto weiter wir kamen, umso mehr haben wir an den Titel geglaubt.“ Brakel spielte 2015 mit Feldspieler Justin Gehrke im Kasten und holte auch durch dieses taktische Mittel am Ende den Pott. „Das war schon eine Überraschung, wenn man den Huxori-Cup gewinnt und dabei gegen hochrangige Teams besteht“, sagt Otte.

Dank der guten Jugendarbeit könnte für Brakel auch im kommenden Jahr etwas drin sein beim Huxori-Cup. Aktuell stocken beim Ausrichter jedoch etwas die Planungen für die 40. Auflage des Turnieres. „Die Halle könnte genau in diesem Zeitraum saniert werden. Wir haben bisher von der Stadt noch keine verlässliche Auskunft, wann die Renovierung beginnt. Das ist im Moment eine blöde Situation. Wir können jetzt keine Mannschaften einladen und in sechs Monaten alles absagen“, berichtet Hans Marbach.

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