A-Liga-Schlusslicht setzt dabei auch auf die Rückkehr gestandener Oldies Brenkhausen/Bosseborn gibt nicht auf

Brenkhausen  (WB). Diesbezüglich ist der SV Brenkhausen/Bosseborn Erster: Bereits am Freitag, 9. Januar, und damit außergewöhnlich früh nimmt der Tabellenletzte im Gegensatz zu den anderen Mannschaften der Kreisliga A die Vorbereitung im Hinblick auf den entscheidenden Saisonabschnitt auf.

Von Oliver Temme
Kapitän und Torjäger Dobrott (links) hat in der Hinrunde aufgrund eines beruflichen USA-Aufenthalts sechs Spiele gefehlt.
Kapitän und Torjäger Dobrott (links) hat in der Hinrunde aufgrund eines beruflichen USA-Aufenthalts sechs Spiele gefehlt. Foto: Jürgen Drüke

“Wir haben am allermeisten aufzuholen und fangen deshalb zwei, drei Wochen früher als die 15 Mannschaften vor uns an”, hat Thorsten Diekmann das Thema Klassenerhalt trotz der mageren Bilanz in der ersten Saisonhälfte auf der Agenda. Der Trainer des SV Brenkhausen/Bosseborn ist ein Befürworter einer intensiven Wintervorbereitung. Nicht ganz zu Unrecht, wie er auf seiner vorherigen Trainerstation beim SV Fürstenau/Bödexen in der Saison 2016/2017 bewiesen hat. Damals belegte der B-Ligist nach der Hinrunde den vorletzten Tabellenplatz. In der Rückrunden-Tabelle hingegen erreichte die Diekmann-Elf mit fünf Punkten Abstand Platz eins. Das reichte für Rang sechs im Gesamtranking. Beim SVB/B ­haben sie damit eine motivierende Vorgabe.

Der Grundstein auf eine ähnliche starke Rückrunde soll jetzt in zwei, drei oder vier Einheiten pro Woche gelegt werden. “Wir trainieren in Intervallen. Mal steht auch lockeres Hallentraining auf dem Programm. Es soll natürlich abwechslungsreich bleiben”, zeigt der 33-jährige Brenkhäuser auf. Der Coach biete deshalb viele Trainingseinheiten an, damit die zahlreichen Studenten und Schichtarbeiter oft trainieren können.

Piegza und Schlössers als Retter

Eine geringe Trainingsbeteiligung unter der Woche und Verletzungen wichtiger Spieler – mit diesen Problemen sieht sich wie fast jede in Abstiegskampf befindlicher Mannschaft auch der SVB/B konfrontiert.

Aufgrund einer beruflich bedingten fünfwöchigen Abwesenheit von Kapitän Adrian Dobrott, der in der Vorsaison mit 16 Toren bester Schütze war, haben sie beim SVB/B bereits in der Hinrunde personell reagiert. Unter anderem ist der 40-jährige Stürmer-Routinier Romo Piegza wieder eingestiegen und steuerte beim sehr wichtigen 3:2-Sieg gegen den FC Neuenheerse/Herbram zwei Treffer bei. Zudem ist Jens Schlösser, der ebenfalls auf die 40 zusteuert, eine ganz wichtige Stütze in der Abwehr: „Ich bin wieder angefangen, weil ich mit den vielen Youngstern den Abstieg dieses tollen Vereins verhindern will. Hier habe ich als Spieler in meiner Sturm- und Drangzeit so viel schöne Jahre erlebt.“ Auch sein Bruder Björn trainiert Pfunde ab, um mit dem SVB/B das Unternehmen Klassenerhalt anzugehen.

Großer Umbruch

Dabei hat es im Sommer beim Tabellensiebten der Vorsaison bereits einen erneut außergewöhnlich großen Umbruch gegeben. Eine Handvoll Führungsspieler verließ den Verein, hochgemeldete Akteure aus der eigenen Jugend waren prompt in der A-Liga gefordert. “Das Gefüge innerhalb der Mannschaft musste sich neu bilden. Dass das Zeit benötigen würde, war uns klar”, spricht Diekmann die Integration der Neuzugänge an – auf dem Platz wie in der Kabine.

Angesichts des 3:0-Erfolgs im ersten Ligaspiel gegen den SuS Gehrden/Altenheerse schien man dabei auf einem guten Weg zu sein. Es folgten jedoch vier Niederlagen in Folge, davon drei denkbar knapp mit nur einem Tor Unterschied. Zudem habe das 1:1 gegen den TuS Vinsebeck gezeigt, “dass wir an einem guten Tag sogar gegen ein Spitzenteam mithalten können”, blickt Diekmann zurück.

Wie einst in Fürstenau

Sieben Pleiten in Folge später sah man sich getäuscht. “Da wussten wir, dass es richtig eng werden würde”, so der ehemalige Torwart, der sich gegen Warburg aufgrund Personalmangels selbst als Feldspieler einwechselte. Teils heftige Klatschen setzte es in der Niederlagen-Serie gegen die Teams aus der oberen Tabellenhälfte. Schlimmer noch: Null Punkte aus den Spielen gegen Albaxen, Altenbergen/Vörden und Würgassen. “Mannschaften, mit denen wir uns messen müssen und die wir hinter uns lassen wollen”, konstatiert Diekmann, der zu seiner aktiven Zeit die Nummer eins der Spvg Brakel und des TuS Erkeln in der Landes- und Bezirksliga war. Nun möchte der junge Coach seinen Heimatverein, für den er in der Saison 2004/2005 als hochgemeldeter A-Jungendlicher im Herrenbereich debütierte, aus dem Keller der Kreisliga A führen. Angesichts von acht Punkten Rückstand auf den viertletzten Platz, den Diekmann anpeilt, kein leichtes Unterfangen. Zumal die Konkurrenz im Gegensatz zum SVB/B noch ein oder zwei Nachholspiele in der Hinterhand hat. Daher lautet Diekmanns ambitionierte Rechnung wie folgt: “Wir müssen sieben von zwölf Spielen gewinnen, dann bleiben wir in der A-Liga.” Dass dies nicht gänzlich unmöglich ist, hat der ehrgeizige Übungsleiter ja bereits einmal bewiesen.

Statistik und Trainer-Antworten

Heimbilanz: zwei Siege, ein Remis und sechs Niederlagen

Auswärtsbilanz: neun Niederlagen

Höchster Sieg: 3:0 gegen den SuS Gehrden/Altenheerse

Höchste Niederlage: 0:10 bei der SG Kollerbeck/R.

Fragen an den Trainer

Wer wird Meister? “Der erste Platz geht nur über den SV Höxter. Mit dem klasse Kader kann nur der SVH Meister werden. Die Kontinuität in den vergangenen drei Jahren ist die Basis für den Erfolg.“

Wer ist der Spieler des Jahres? “Bei uns ist es die gesamte Mannschaft trotz des letzten Platzes hervorzuheben. Wie wir trotz der sportlichen Misere zusammenstehen ist toll.“

Welchen Platz belegt der SVB/B am Ende? “Wir stehen über dem Strich. Dafür müssen wir mindestens drei vor uns stehende Teams überholen.“

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