Ottbergen-Bruchhausen, Langeland und Godelheim sind die Kellerkinder
Ein Trio im Abstiegskampf

Kreis Höxter (WB). Der Abstiegskampf in der Fußball-Kreisliga-B-Nord beschränkt sich in dieser Spielzeit wohl auf drei Teams. Der SV Ottbergen-Bruchhausen sowie die Aufsteiger VfL Langeland und TuS Godelheim haben bis dato nur sechs Punkte eingefahren. Mit dem TuS Erkeln ist ein weiterer Abstiegskandidat nach dem Trainerwechsel auf einem guten Weg.

Freitag, 08.11.2019, 03:30 Uhr aktualisiert: 08.11.2019, 05:01 Uhr
Sascha Zimmermann ist ein Leistungsträger des SV Ottbergen-Bruchhausen. Er will mit seinen Teamkollegen aus dem Ligakeller ins Mittelfeld vorrücken. Foto: Wenzel

»Die werden da unten rauskommen«, sagt Matthias Dreier, der Trainer Werner Streich beim VfL Langeland unterstützt, über das Team von der Nethe. Mit 1:7 gingen die Schwarz-Gelben am Sonntag gegen den früheren Bezirksligisten unter. Erkeln scheint mit den Interimstrainern Boris Hartmann und Fabian Tewes wieder in die Spur gefunden zu haben. Daher rechnet keiner mehr mit dem TuS im Abstiegskampf.

Neben Langeland spitzt sich die Lage in Ottbergen-Bruchhausen sowie beim TuS Godelheim weiter zu. »Sechs Punkte sind natürlich weniger als wir uns vorgenommen hatten. Zumal wir nach drei Spielen schon vier Punkte hatten. Gerade in den direkten Duellen mit Erkeln, Ottbergen und Langeland haben wir nur ein Remis geholt«, blickt TuS-Spielertrainer Thorsten Lammert zurück.

Personalprobleme

Ein großes Problem der Teams aus dem Tabellenkeller ist ganz klar die personelle Situation. Beim VfL Langeland müssen Streich und Dreier auf mehrere Leistungsträger verzichten. »In der Vorbereitung und bei den Siegen im Pokal gegen den SV Alhausen/Pömbsen/Reelsen sowie SV Holzhausen/Erwitzen hat man gesehen, was für ein Potenzial in der Mannschaft steckt«, betont Dreier. Die Situation verschlimmerte sich in den vergangenen Tagen mit einer schweren Verletzung von Julian Huneke (Schulterbruch).

Auch Lammert kann davon ein Lied singen. Bei der ärgerlichen 2:3-Niederlage in der letzten Minute beim SV Alhausen zog sich Leistungsträger Carlos Nowinksi einen Knöchelbruch zu. »Ich will jetzt nichts mehr riskieren und erst mein duales Studium abschließen, bevor ich wieder auf dem Fußballplatz stehe«, sagt der 19-jährige Mittelfeldspieler.

Sein Ausfall ist ein weiterer Rückschlag für den TuS Godelheim. Und das vor den wichtigen Spielen gegen Amelunxen und Langeland, die noch vor der Winterpause anstehen. »Eigentlich müssten wir daraus sechs Punkte holen. Aber aufgrund unserer Personallage ist das eher unwahrscheinlich«, so Lammert.

Sein Team ist extrem abhängig von Marvin Beck. Der Angreifer erzielte bereits zehn Treffer – andere Torjäger gibt es bei den Schwarz-Weißen aktuell nicht. »Auch weil Jakob Epp, Kevin Jacoby, Christian Schröer und ich bislang viel zu selten spielen konnten«, ergänzt Thorsten Lammert, der mit Blick auf die restliche Saison anfügt: »Ob es am Ende zum Klassenerhalt reicht oder nicht, ist schwer vorherzusagen. Aber selbst, wenn nicht, geht hier die Welt sicher nicht unter. Da ist der Druck, die Klasse unbedingt zu halten, in Ottbergen oder Erkeln schon deutlich höher.«

Beitrag für den Ort

Man wolle zwar als Mannschaft sonntags die Spiele gewinnen, aber viel wichtiger sei der Beitrag den man im Verein und Ort leiste, fügt Lammert einen ganz anderen Aspekt an. »Wir geben jüngeren und älteren Erwachsenen die Möglichkeit, einem Hobby nachzugehen und fördern somit das Vereinsleben sowie die Dorfgemeinschaft. Der TuS Godelheim wird insgesamt sehr positiv wahrgenommen, was sicherlich auch daran liegt, dass wir seit vier oder fünf Jahren ständig den ersten Platz in der Fair-Play-Wertung belegen«, stellt er heraus.

Im Lernprozess

Auch beim SV Ottbergen-Bruchhausen, der Mannschaft von Trainer Michael Vielain, läuft es aktuell noch nicht nach den Vorstellungen. Die Frage nach dem »Warum« wird dem Coach oft gestellt. »Ganz einfach: Weil wir uns noch im Lernprozess befinden. Leider wurde die letzten Jahre im taktischen Bereich nichts gemacht. Das geht vielleicht in der C-Liga, aber nicht mehr in der B-Liga. So langsam geht es aufwärts und die Spieler begreifen, was sie zu tun haben«, sagt Vielain.

Er schätzt die Chancen auf den Klassenerhalt als gut ein, da man sich im personellen Bereich noch verstärken werde und einige Langzeitverletzte vor der Rückkehr stehen. Bis zur Winterpause gibt es kein spezielles Punkteziel. »Wir müssen einfach mal unsere Chancen nutzen. Dann kommen auch Punkte auf unser Konto«, unterstreicht Vielain. Eine einfache Rechnung, die bei jedem Abstiegskandidaten aufgehen dürfte.

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