Fußball: Neue Regeln zum Saisonstart
Karten für die Trainer

Kreis Höxter (WB). Neue Saison, neue Fußballregeln. Damit möglichst viele Akteure regeltechnisch auf dem neuesten Stand in die Saison starten, hat der Kreisschiedsrichter-Ausschuss nicht nur die Unparteiischen, sondern auch Vereinsvertreter geschult und dafür viele positive Rückmeldungen bekommen.

Donnerstag, 08.08.2019, 21:00 Uhr
Auch die Schiedsrichter haben sich auf die Saison mit den neuen Regeln vorbereitet. Der Stahle Werner Grote, hier im Pokalspiel in Lauenförde, ist Mitglied der Lehrstabes des Kreisschiedsrichter-Ausschusses. Foto: Fabian Scholz

In zwei Seminaren in Bad Driburg haben Ausschuss-Mitglieder um die neue Vorsitzende Jessica Hildebrandt die wichtigsten Neuerungen vorgestellt. »16 Vereine haben von diesem Angebot Gebrauch gemacht«, berichtet Hildebrandt. Sie freut sich über die Resonanz und den Austausch mit den Vereinen. »Die Karten für Trainer und Betreuer haben übrigens die meisten interessiert«, sagt die 33-Jährige, die ein paar der wichtigsten Änderungen zusammen fasst. Ihr Urteil insgesamt: »Die neuen Regeln sind praxisorientiert und gut anzuwenden.«

Die neue Schiri-Chefin Jessica Hildebrandt setzt auf den Dialog mit den Vereinen.

Die neue Schiri-Chefin Jessica Hildebrandt setzt auf den Dialog mit den Vereinen. Foto: Jürgen Drüke

Spielerwechsel: In der neuen Saison darf viermal gewechselt werden. In der B- und C-Liga ist es nach wie vor möglich, einen einmal ausgewechselten Spieler erneut einzuwechseln. Verlassen muss der ausgewechselte Spieler das Feld an der nächsten Begrenzungslinie. Das soll Zeit sparen.

Karten für den Trainer: Bisher konnte der Schiedsrichter den Trainer mündlich ermahnen oder ihn des Innenraums verweisen. Ab sofort gibt es für Trainer und Betreuer, in der Fachsprache »Teamoffizielle« genannt, auch Gelbe, Gelb/Rote und Rote Karten. Wenn das Vergehen an der Seitenlinie nicht genau einem Trainer oder Betreuer zugeordnet werden kann, bekommt der ranghöchste Trainer in der technischen Zone die Karte. Wie die Spieler dürfen auch Trainer und Betreuer schon vor der Partie verwarnt werden, wenn ihr Verhalten Anlass dazu gibt.

Verletzungspause: Bisher durfte nur der Torhüter bei einer Verletzung auf dem Feld behandelt werden. Jetzt gibt es eine weitere Ausnahme: Bekommt ein Team einen Elfmeter zugesprochen und muss der Schütze noch behandelt werden, darf dieses ebenfalls auf dem Feld vorgenommen werden, damit er anschließend den Strafstoß ausführen kann.

Münzwurf: Hier geht es zurück zur alten Regel. Zuletzt durfte das Team, das den Münzwurf gewonnen hat, die Seite wählen. Ab sofort kann sich der Kapitän nach Gewinn des Münzwurfes zwischen Seite und Anstoß entscheiden.

Handspiel: Ein großes Thema vor allem im Profifußball, in dem Kameras aus x Perspektiven eingesetzt werden, um zwischen absichtlichem und unabsichtlichem Handspiel zu unterscheiden. Jetzt ist eindeutig geregelt: Ein per Hand erzieltes Tor ist nie regulär. Das gilt übrigens auch für den Torhüter, wenn er mit dem Abwurf ein Tor erzielen sollte.

Torjubel: Im unterklassigen Fußball kommt es zwar selten vor, ist aber jetzt neu geregelt: Wenn ein Spieler wegen übertriebenen Torjubels verwarnt wird, bleibt die Karte auch gültig, wenn das Tor nicht anerkannt wird.

Die Mauer: Bei einer Abwehrmauer mit mindestens drei Spielern müssen alle Akteure der angreifenden Mannschaft einen Mindestabstand von einem Meter zur Mauer halten.

Der Schiedsrichter und die Luft: »Der Schiedsrichter ist Luft«, hieß es über Jahrzehnte. Das ist so nicht mehr ganz richtig. Berührt der Ball den Schiedsrichter und geht von dort aus ins Tor, zählt es nicht. Das Spiel wird mit Schiedsrichterball fortgesetzt.

Schiedsrichterball: Ein Schiedsrichterball erfolgt mit dem Torhüter (bei Spielunterbrechung im Strafraum) oder mit einem Spieler des Teams, das den Ball zuletzt berührt hat, an der Stelle, an der der Ball zuletzt berührt wurde. Alle anderen Spieler beider Teams müssen einen Abstand von mindestens vier Metern einhalten

Der Torwart beim Elfmeter: Bei Ausführung des Strafstoßes muss sich der Torhüter nur noch mit einem Teil des Fuß auf oder über der Linie befinden.

Klärungsversuch des Torhüters: Die Rückpassregel sorgt seit ihrer Einführung 1992 für Diskussionen. Jetzt gibt es Entlastung für den Keeper. Er darf den Ball in die Hand nehmen, wenn er ihn zuvor bei einem Klärungsversuch eindeutig mit dem Fuß gespielt oder zu spielen versucht hat.

Freistoß für die verteidigende Mannschaft im Strafraum: Bei einem Freistoß im eigenen Strafraum für das verteidigende Team ist der Ball im Spiel, sobald er mit dem Fuß gespielt wurde und sich eindeutig bewegt. Er muss den Strafraum nicht verlassen. Bis der Ball im Spiel ist, müssen sämtliche Gegner einen Abstand von mindestens 9,15 Meter zum Ball einhalten. Bei bei Freistößen innerhalb des gegnerischen Strafraums müssen sie außerhalb des Strafraums stehen.

Abstoß: Bei Abstößen ist der Ball im Spiel, sobald er mit dem Fuß gespielt wurde und sich eindeutig bewegt. Er muss den Strafraum nicht verlassen. Alle Angreifer müssen außerhalb des Strafraums stehen.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6835764?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2447933%2F2198415%2F2514657%2F
Ahlers baut 80 Arbeitsplätze ab
Ahlers-Firmenzentrale in Herford
Nachrichten-Ticker