Lüchtringer André Schmitt trifft im ersten Testspiel viermal für KSV Baunatal
»Es ist eine andere Hausnummer«

Lüchtringen (WB). Die Überlegungen reifen erst am Saisonende. Doch dann geht es schnell: André Schmitt erhält ein Angebot des KSV Baunatal und gibt dem Hessenligisten die Zusage. Der 23-jährige Ex-Spieler der Spvg 20 Brakel entscheidet sich dabei auch gegen einen Wechsel in eine höhere Liga in Nordrhein-Westfalen.

Freitag, 05.07.2019, 22:00 Uhr aktualisiert: 07.07.2019, 16:36 Uhr
André Schmitt präsentiert seinen neuen Dress. »Ich freue mich wahnsinnig auf die ganze Saison beim KSV Baunatal«, sagt der 23-Jährige.

»Da ich in Hann. Münden studiere, waren die meisten Vereine in NRW vom Aufwand her nicht zu erreichen. Als die Anfrage aus Baunatal kam und die ersten Gespräche durchweg positiv waren, wollte ich einfach mal den Schritt wagen und die Chance nutzen«, sagt Schmitt, der zunächst einen Ein-Jahres-Vertrag unterschrieben hat. Der Angreifer reagierte in seinem letzten Spiel für Brakel sehr emotional auf den Abschied. Mit Tränen im Gesicht erklärte der 23-Jährige, dass ihm die Mannschaft über die vier Jahre sehr ans Herz gewachsen sei. »Das waren außergewöhnliche Jahre«, ergänzte Schmitt. Außergewöhnlich war auch seine Trefferquote: In 83 Landesliga-Spielen erzielte der Lüchtringer 66 Tore.

So erfolgreich ging es in Baunatal gleich weiter – in seinem ersten Testspiel traf er viermal. »Es lief bisher richtig gut. Im Training ist richtig Zug drin, jede Trainingseinheit macht Bock. Das Wichtigste ist aber, dass mich die Mannschaft und das ganze Umfeld in Baunatal super aufgenommen haben. Ich freue mich einfach auf jede Trainingseinheit und auf die neue persönliche Herausforderung«, schwärmt Schmitt vom Hessenligisten.

Der angehende Polizeibeamte will schnellstmöglich in der fünfthöchsten Spielklasse Deutschlands ankommen und auch seinem neuen Team weiterhelfen. Und das alles neben einem anstrengenden Beruf. »Ich möchte nächstes Jahr mein Polizeistudium beenden«, erklärt der Lüchtringer. Und wie geht es danach mit dem Fußball weiter? »Ich muss mal schauen, wie ich die Anstrengungen für die höheren Ligen dann noch betreiben kann. Die Arbeit geht einfach vor. Natürlich hoffe ich trotzdem, weiter den Aufwand schaffen zu können«, sagt der Torjäger.

Ein besonderes Spiel steht mit dem KSV Baunatal schon in fünf Wochen an, denn der Zweitligist VfL Bochum gastiert am 10. August in der ersten DFB-Pokal-Runde im Parkstadion. Fast 8000 Zuschauern sollen kommen. Die Vorfreude hält sich bei Schmitt aktuell noch in Grenzen. »Wir bereiten uns hart auf die Saison vor, der Fokus liegt auf dem ersten Saisonspiel. Für den Verein ist das natürlich ein Riesen-Event. Ich freue mich einfach wahnsinnig auf die ganze Saison«, so Schmitt, der schon jetzt große Unterschiede zu der Zeit in Brakel ausmacht. »In Baunatal ist es spielerisch noch eine Nummer stärker. Macht man mehr als zwei Kontakte, ist oftmals der Ball weg. Auch jede schlechte Ballannahme wird bestraft. Aber der große Unterschied liegt in der Fitness und Physis der Spieler. Körperlich und läuferisch ist das eine ganz andere Hausnummer«, erklärt er.

Dass er sich so gut in Baunatal einfügt, liege auch an der Arbeit seines Ex-Trainers Burkhard Sturm. Bei der spielerisch starken Brakeler Mannschaft legte dieser stets viel Wert auf das Fußballerische – und auf Schmitt als Umschaltspieler. Seine Schnelligkeit und Qualität vor dem gegnerischen Kasten dürften dem Angreifer auch bei dem Hessenligisten in die Karten spielen.

Aktuell ist das Projekt Hessenliga mit einem riesigen Aufwand verbunden. Viermal pro Woche ist Training auf dem Platz, mittwochs wird ein individuelles Athletiktraining absolviert. Vorbereitungsspiele kommen hinzu. Schmitt fährt momentan über eine Stunde zum Training und zurück. Er wohnt für ein paar Wochen wieder in Lüchtringen und absolviert in der Zeit beim Polizeikommissariat Holzminden sein Ermittlungspraktikum. »Dort habe ich keinen Schichtdienst und somit ist das Training trotz der Fahrtstrecke gut mit dem Praktikum zu vereinbaren. Nach dieser Zeit fahre ich etwa 20 Minuten von meinem Wohnort Landwerhagen bis nach Baunatal«, erklärt Schmitt.

Der Kontakt zur Spvg Brakel dürfte nicht abreißen. Schmitt hat eine Wohngemeinschaft mit den Brakeler Spielern Alexander Fischer und Felix Derenthal. »Das wird auch wahrscheinlich bis zum Ende unseres Studiums so sein«, sagt er. Und danach entscheidet sich auch, wie es fußballerisch für den Lüchtringer weitergeht.

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