Albaxer Zehnkämpfer nimmt 7900 Punkte und Universiade ins Visier Scherfose greift wieder an

Albaxen/Neuwied (WB). Die Entscheidung ist bereits im Herbst 2016 gefallen: Patrick Scherfose wird sich nicht zurückziehen, sondern im Zehnkampf noch einmal angreifen.

Von Jürgen Drüke
Zehnkämpfer Patrick Scherfose aus Albaxen will in diesem Jahr noch hoch hinaus. Beim Meeting in Ratingen sollen am 24. und 25. Juni Bestleistungen aufgestellt werden. Das Ziel sind zunächst einmal 7900 Punkte.
Zehnkämpfer Patrick Scherfose aus Albaxen will in diesem Jahr noch hoch hinaus. Beim Meeting in Ratingen sollen am 24. und 25. Juni Bestleistungen aufgestellt werden. Das Ziel sind zunächst einmal 7900 Punkte.

»Es gab Rücktrittsgedanken. Jetzt will ich es wieder wissen. Deshalb habe ich meinen Trainings-Mittelpunkt von Hannover nach Neuwied verlegt. Hier trainiere ich unter anderem mit Kai Kazmirek, der im vergangenen Jahr bei den Olympischen Spielen in Rio als bester Deutscher mit 8580 Punkten Vierter wurde«, setzt der 25-Jährige auf einen Leistungsschub.

Training mit dem Olympia-Vierten

In Neuwied trainieren die besten deutschen Mehrkämpfer. Das Pensum ist deutlich erhöht worden. Von seiner langjährigen Trainerin Beatrice Mau-Repnak hat sich der Höxteraner Sportler des Jahres 2013 nach dem Wechsel von der Leine an den Rhein getrennt. »Sie hat mich sogar zu dem Schritt ermuntert.« Scherfose sieht inzwischen die Fortschritte.

Für die kommenden Monate seien die Ziele klar definiert und hätten sich seit 2015 nicht wesentlich verändert. Mit der Marke von 7900 Punkten will der Albaxer in diesem Jahr eine realistische Chance auf die 8000 Punkte im nächsten Jahr erarbeiten. »Zudem würde eine solche Punktzahl die Qualifikation für die Universiade Ende August in Taipeh bedeuten. Der Qualifikations-Wettkampf, bei dem ich diese Punktzahl schaffen muss, ist das Mehrkampfmeeting am 24. und 25. Juni in Ratingen«, arbeitet der Athlet auf das zunächst für ihn aus sportlicher Sicht wichtigste Wochenende in diesem Jahr hin.

Bestleistungen in Montpellier

Besonders die guten Leistungen und Werte aus einem zwölftägigen Trainingslager in Montpellier mit Kai Kazmirek und Rico Freimuth, der bei der Weltmeisterschaft 2015 in Peking Bronze geholt hat, sorgen beim Albaxer für Zuversicht: »Meine Ziele kann ich erreichen.« Starke Tempolaufserien von dreimal 300 Metern in jeweils 37 Sekunden, Trainingsbestleistungen mit dem Diskus (43 Meter) und Speer (50 Meter) sowie neue Bestleistungen in den Kraftzubringerwerten belegen, dass die Leistungs- und Formkurve deutlich nach oben zeigt.

Jetzt zählt nur Ratingen

Der Saisoneinstieg in Neuwied beim Deichmeeting vor zwei Wochen war hingegen noch von großer Müdigkeit aufgrund des ­vorangegangenen Trainingslagers geprägt. 14,86 Sekunden über 110 Meter Hürden, 40,82 Meter mit dem Diskus, 1,86 Meter im Hochsprung und 22,90 Sekunden über 200 Meter sind keine Glanzleistungen. »Sie sind definitiv dem harten Training geschuldet«, weiß der vielseitige Sportler. Nun gelte es, die Beine hochzulegen und das Training auf ein Minimum zu reduzieren, um die Schnellkraft zu erreichen. Aktuell stuft Scherfose seine Leistungsfähigkeit bei 80 Prozent ein. Insbesondere bei der Schnelligkeit würden in den nächsten Wochen noch drei bis vier Zehntel Sekunden über 100 Meter angepeilt.

Den ersten Zehnkampf in diesem Jahr hat Patrick Scherfose in Oyonnax in Frankreich absolviert, um erste Zehnkampfluft im neuen Jahr zu schnuppern und die Form weiter aufzubauen. »Hauptziel bleibt jedoch das Meeting in Ratingen, auf das in der Vorbereitung alles ausgerichtet war und dem in den kommenden vier Wochen alles untergeordnet ist«, betont der Student der Wirtschaftswissenschaften. Seit Ende Oktober 2016 befindet sich Scherfose übrigens im Masterstudium.

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