Große Enttäuschung beim FC BW Weser Leistung schlecht wie der Platz

Beverungen (WB). Nach dem Schlusspfiff saß Heiko Bonan noch einige Minuten auf der Bank. Der Trainer des Fußball-Bezirksligisten FC BW Weser sagte kein Wort. Diese Niederlage musste der Ex-Profi des VfL Bochum zunächst einmal verarbeiten. 1:2 gegen den SV Höxter im Derby. Das hat mehr geschmerzt als eine schallende Ohrfeige.

Von Jürgen Drüke
Handschlag nach dem Schlusspfiff: Michal Pietrzyk, Routinier des SV Höxter, tröstet Philipp Werner vom FC BW Weser. Werner, in der Vorsaison noch beim SVH aktiv, war am Boden.
Handschlag nach dem Schlusspfiff: Michal Pietrzyk, Routinier des SV Höxter, tröstet Philipp Werner vom FC BW Weser. Werner, in der Vorsaison noch beim SVH aktiv, war am Boden. Foto: Jürgen Drüke

»Es kann keine Entschuldigung sein, dass bei uns heute einige Spieler fehlten. Nein, das war hier eine Nicht-Leistung«, entwarf der 51-Jährige sogar ein neues Wort. »Nicht-Leistung«. Oder war das bereits Sommerfußball? Oder war es einfach keine Lust auf den nächsten Dreier nach der guten Leistung 72 Stunden vorher beim 2:0-Erfolg gegen den Blomberger SV? Die Blau-Weißen waren wieder einmal nicht wiederzuerkennen. Wie schon so oft in dieser Spielzeit folgte auf einen guten Auftritt eine schlechte Vorstellung. Konstanz oder ein Lauf sehen anders aus. Der FC BW Weser belegt mit 38 Punkten aus 23 Spielen Rang sechs. Der Abstand zum souveränen Spitzenreiter SuS Westenholz beträgt bereits 27 Zähler. Zum Tabellenzweiten SV Heide Paderborn sind es 15 Punkte und zum Dritten SC Borchen auch schon acht Zähler.

Wortmann erwartet viel mehr

Ralf Wortmann, der während der Jahreshauptversammlung vor einem Monat als sportlicher Leiter nach fast 25 Jahren aufgehört hat, ärgerte sich als Zuschauer und FC-Fan. »Das Team hat eine hohe Qualität. Vor der Saison schien für mich ein Platz unter den Top-Drei realistisch.« Sie rufen ihr Potenzial nicht immer ab.

Hinter dem Alibi eines ganz schlechten Rasenplatzes, der war nicht gemäht und geschleppt worden, wollten sich die Spieler um Torjäger Stefan Lübke nicht verstecken. Die Rasenfläche im Beverstadion war genauso schlecht wie die Darbietungen der heimischen Kicker. Platz und FC-Spieler hatten nicht mehr als die Note mangelhaft verdient. Lust-, plan- und ideenlos. Den Höxteranern, die im Abstiegskampf stehen, spielte das geringe FC-Engagement in die Karten. Sie machten das, was auf diesem Untergrund notwendig war, sie kämpften und verdienten sich den Erfolg.

Heiko Bonan schritt eilenden Schrittes in die Kabinen. »Vielleicht müssen wir uns anders ausrichten. Vielleicht müssen wir ein konkretes Ziel ausgeben. Vielleicht brauchen die Spieler etwas vor Augen.« Beim FC BW Weser hatten sie auf die Erfüllung des Plansolls bewusst verzichtet. Damit sollte etwas Druck vom Fußball-Kessel genommen werden.

Die Qualitätsfrage stellt sich bei dieser Mannschaft nicht. Dann vielleicht die Charakterfrage.

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