Beim Frühlingserwachen frohlocken Steinheimer Teams und seufzt Bad Driburg Gute und schlechte Fußball-Gefühle

Kreis Höxter   (WB). Azurblauer Himmel. Temperaturen um die 15 Gad. Die heimischen Fußballer und Fans sind am vergangenen Spieltag verwöhnt worden. Das Frühlingserwachen hat positive und negative Gefühle ausgelöst.

Von Jürgen Drüke  
Bad Driburger A-Liga-Beobachter (von links): Fußballobmann Ralf Steinig, erster Vorsitzender Sepp Kagerbauer sowie Trainer Ralf Brake (rechts) sehen eine Niederlage.
Bad Driburger A-Liga-Beobachter (von links): Fußballobmann Ralf Steinig, erster Vorsitzender Sepp Kagerbauer sowie Trainer Ralf Brake (rechts) sehen eine Niederlage. Foto: Michael Risse

Beispiel SV Steinheim : Beim Fußball-A-Ligisten SV Steinheim blühten die Spieler nach dem Winter-Theater aufgrund des entlassenen Trainers auf. Nach der Kündigung von Marc Beineke hatten sich auch einige Akteure abgemeldet und zurückgezogen. Insbesondere der Verlust von Top-Torjäger Pascal Hannibal zum ­lippischen ­B-Ligisten TuS Brakelsiek/Wöbbel wiegt schwer.

Weitere Spieler werden den Aufsteiger nach der Saison verlassen. Thomas Kalsdorf trat die Nachfolge von Beineke an und war in den vergangenen Wochen ständiger Empfänger von Mitleidsbekundungen. Wie kann sich der erfahrene Coach das nur antun? Das war eine Frage. In die zweite Saisonhälfte startete der SV Steinheim am Sonntag mit einem Sieg und rückte vom vierten auf den dritten Platz vor.

»Das war ein ganz wichtiger Dreier und hoffentlich ein Signal für die zweite Saisonhälfte«, fiel von Thomas Kalsdorf eine Last ab. In schwieriger Zeit hat die erste Mannschaft des SV 21 Steinheim Moral bewiesen. Die Kritiker des SV 21-Vorstands werden nach dem Dreier sicherlich nicht unmittelbar verstummen.

Dafür ist in den Wintermonaten zu viel passiert und Porzellan zerschlagen worden. Die für Anfang März geplante Jahreshauptversammlung wurde zunächst einmal verschoben. Wer übernimmt beim SV 21 in schwierigen Zeiten Verantwortung?

War Bad Driburg zu schwach?

Beispiel TuS Bad Driburg: Lag es an der Stärke des SV Steinheim oder vielmehr an der Schwäche des TuS Bad Driburg? Auch die Kurstädter haben in der Winterpause ihren Top-Torjäger verloren: Jan Hölscher ist zurück zu seinem Heimatverein SCV Neuenbeken gekehrt. Entsprechend schwer fiel den Blau-Gelben beim Start in den Frühling die Vorwärtsbewegung.

Wahrscheinlich hätte auch ein Hölscher auf verlorenem Posten gestanden, denn Möglichkeiten blieben rar gesät. TuS-Trainer Ralf Brake fehlen aufgrund des kleinen Kaders die Alternativen: »Wir haben ein ganz schlechtes Spiel abgeliefert. Die Niederlage war verdient. Die Personalprobleme werden im nächsten Spiel gegen den FC Westheim/Oesdorf noch größer: »Drei Studenten werden aufgrund anstehender Prüfungen und Klausuren fehlen«, bedauerte der Trainerfuchs.

Brake, der seit dem 1. Juli des vergangenen Jahres bei den Bad Driburgern im Amt ist, stellte zudem fest: »Mit Benedikt Böger hat uns nach der vergangenen Saison ein echter Typ und starker Abwehrspieler Richtung Bezirksligist FC BW Weser verlassen. Benedikt ist wie Jan Hölscher ein Leistungsträger. Beide Akteure können mitreißen«, sieht der TuS-Coach Qualitätsverluste und setzt auf den 1. April: »Dann können wir Spieler aus unserem A-Jugendteam in der ersten Mannschaft einsetzen. Wir brauchen sie.« Denn bei 21 Punkten aus 18 Partien können die Blau-Gelben das Thema Abstieg noch längst nicht von sich weisen.

TSC sechs Tage in der Türkei

Beispiel TSC Steinheim: Nach einem sechstätigen Aufenthalt in der Türkei sind die Kicker des türkischen A-Ligisten nur 48 Stunden später in die Saison gestartet und freuten sich über einen 5:3-Erfolg gegen Aufsteiger SSV Würgassen.

Dabei setzte der 48-jährige Neuzugang Rafael Maaßen beim Debüt Akzente auf der linken Außenbahn, spielte 90 Minuten durch und absolvierte selbst in der Schlussphase noch ein gehöriges Laufpensum. Spielertrainer Muhammed Bozkurt war zufrieden: »Das erste Spiel nach einer langen Winterpause ist immer schwer. Nach vorne haben wir schon sehr ordentlich gespielt.«

SpVg. Brakel spielt konstant

Beispiel SpVg. Brakel: Für den Landesligisten war es bereits das vierte Spiel nach der Winterpause. Nach zwei Auftakt-Niederlagen und einem Sieg – 0:2 gegen den VfB Schloß Holte, 0:1 gegen Fichte Bielefeld und 3:0 gegen RW Maaslingen – folgte nun ein 0:0 gegen den TuS Tengern. »Wir waren die bessere Mannschaft. Kompliment, denn es haben einige Stammkräfte gefehlt«, lobte Trainer Burkhard Sturm das Team.

Beispiel TuS Lütmarsen: Auf heimischer Asche schraubte der B-Ligist (Gruppe Nord) sein Punktekonto auf 34 nach 18 Spielen hoch. »Das 3:0 gegen Amelunxen macht Lust auf mehr«, genoss Trainer Arif Göral den Anfang und das Frühlingserwachen.

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