Tischtennis-Bundesligist darf erstmals in der Champions-League ran Driburg in der Königsklasse

Bad Driburg(WB). Der TuS Bad Driburg spielt in der neuen Saison in der Tischtennis-Champions-League. Das hat die Europäische Tischtennis-Union am Dienstag offiziell bestätigt und bei TuS-Manager Franz-Josef Lingens für große Freude gesorgt.

Von Sylvia Rasche
Dieses Team schreibt Geschichte: Erstmals spielt der TuS Bad Driburg in der Tischtennis-Champions-League. Mit dabei sind (von links) Sarah DeNutte, Elena Waggermayer, Shi Qi, Katharina Michajlova und Nina Mittelham.
Dieses Team schreibt Geschichte: Erstmals spielt der TuS Bad Driburg in der Tischtennis-Champions-League. Mit dabei sind (von links) Sarah DeNutte, Elena Waggermayer, Shi Qi, Katharina Michajlova und Nina Mittelham. Foto: Sylvia Rasche

»Das ist ein echter Hammer«, meinte der 69-Jährige in einer ersten Reaktion. Nur zwölf Mannschaften sind in der Champions-League am Start. Deutschland vertreten der amtierende Titelträger TTC Eastside Berlin und der Bundesliga-Dritte TuS Bad Driburg. Nach sieben Jahren Pause hatte sich Franz-Josef Lingens kurz vor Meldeschluss der europäischen Wettbewerbe für ein Comeback im internationalen Geschäft entschieden. Viermal waren die Driburger bislang im ETTU-Cup dabei, 2007 erreichten sie sogar das Viertelfinale. Jetzt sollte es aber nicht mehr »nur« der ETTU-Cup sein. Franz-Josef Lingens wollte sein Team gerne in der Champions-League spielen sehen und der ohnehin erfolgreichen Driburger Tischtennisgeschichte damit ein weiteres Kapitel hinzufügen. Ein schwieriges Unterfangen, da die Qualifikation über die Weltranglistenpunkte der Spielerinnen läuft. »Da weiß man nie, welche Teams sich noch so weit verstärken, dass sie in den Top-12 dabei sind«, fieberte Lingens bis zuletzt um endgültige OK aus der ETTU-Zentrale in Luxemburg. Das kam gestern am späten Nachmittag. Von allen 37 Mannschaften, die in der neuen Saison am europäischen Wettbewerb teilnehmen, ist der TuS Bad Driburg die Nummer zwölf und bekommt damit den letzten Champions-League-Platz.

»Berlin und Driburg vertreten Deutschland in Europas Königsklasse. Das hat was«, unterstreicht Lingens. Allerdings ist Driburg in diesem Konzert der besten Teams Europas nur Außenseiter, während Berlin erneut als Titelkandidat an den Start geht.

In der Gruppenphase kommen zwei Heim- und zwei Auswärtsspiele auf die Badestädter zu. »Wir warten erst mal die Auslosung ab. Mal sehen, was möglich ist. Man kann ja auch mal eine Überraschung landen«, sagt Lingens. Die beiden Gruppenersten erreichen das Viertelfinale der Champions-League. Die Gruppendritten bekommen im Viertelfinale des ETTU-Cup eine weitere Chance. »Damit haben wir drei Heim- und drei Auswärtsspiele garantiert«, sagt Lingens. Das ist neben dem großen Prestige der Champions-League für ihn ein weiterer Grund gewesen, sich für diese Klasse zu bewerben. In der Bundesliga sind in der neuen Saison nur neun Teams am Start, damit fällt ein Heimspiel weg.

Auf drei Hochzeiten tanzen die Driburger in der neuen Saison. Noch vor der Bundesliga und der Champions-League steht am 11. September der Deutsche Pokal auf dem Programm. In der Vorrunde haben die Badestädter die TTG Bingen/Münster-Sarmsheim und den Zweitligisten TSV Langstadt gezogen. Nur der Gruppensieger qualifiziert sich für das Final-Four im Januar. Zweimal hat Driburg dieses Ziel schon in Angriff genommen und zweimal verpasst. Beim dritten Mal soll es klappen. Gegen Bingen gab es zuletzt zwar zwei Niederlagen. »Chancenlos sind wir aber nicht«, sagt Lingens.

Und vielleicht wird die Saison 2016/2017 dann ja auch als doppelte Premierensaison in die Vereinsgeschichte eingehen: Erstmals in der Champions-League und erstmals im Final-Four des Deutschen Pokals.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.