Und auf dem Platz läuft beim Fußball-Bezirksligisten FC Nieheim so gut wie nichts mehr Zu lange schön geredet

Nieheim (WB). Absturz am Berg der Fußball-Bezirksliga. Der FC Nieheim befindet sich im freien Fall. Dabei war der Aufsteiger doch mit ganz anderen Zielen angetreten.

Von Jürgen Drüke
Roland Sitnikov ist hier gegen Warburg einen Schritt voraus. Inzwischen laufen die Nieheimer ihrer Form nach.
Roland Sitnikov ist hier gegen Warburg einen Schritt voraus. Inzwischen laufen die Nieheimer ihrer Form nach. Foto: Jürgen Drüke

Eine Mannschaft ist völlig aus dem Gleichgewicht geraten. Trainer Mark Meinhardt wirkt hilf- und ratlos und hat zumindest bis vor zwei Wochen Niederlagen schön geredet. Vereinschef Alfred Ruberg, der über vier Jahrzehnte so souverän und allmächtig ­agierte, ist angesichts der sich im atemberaubenden Tempo vollziehenden Talfahrt ohnmächtig.

Der FCN, welcher im Juni 2015 den Aufstieg in die A-Liga feierte, befindet sich im Jahr 2016 auf dem Weg zurück in die Bezirksliga. Ist der freie Fall noch zu stoppen? Die Fans fragen sich: »Wollen oder können sie nicht mehr?« Gegenwehr hat das Team am vergangenen Sonntag bei der 1:4-Heimpleite gegen den FC Peckelsheim/Eissen/Löwen endlich einmal wieder geleistet. Das war vorher sehr oft nicht der Fall gewesen. Selbst ihre Erfahrung können die FCN-Protagonisten nicht mehr in die Waagschale werfen. Das Team bricht zu oft in den letzten 30 Minuten ein.

Curic leistet sich auch noch Tätlichkeit

»Das Spiel gegen Brakel ist für uns nicht der Gradmesser. Danach spielen wir gegen Marienloh. Das ist ein ganz wichtiges Duell, denn es geht gegen einen unmittelbaren Konkurrenten im Abstiegskampf.« So ordnete Trainer Mark Meinhardt vor zwei Wochen die zwei folgenden Aufgaben ein. Beim souveränen Spitzenreiter Brakel unterlagen die Weberstädter am Samstag, 16. April, 0:7. Alle Konzentration sollte danach dem Heimauftritt gegen Marienloh gelten. 1:3 hieß es am Donnerstag, 21. April, auf eigenem Platz. Zudem holte sich Routinier Jozo Curic drei Minuten vor dem Abpfiff nach einer Tätlichkeit auch noch die rote Karte ab.

Seit vergangenem Sonntag und dem 1:4 gegen Peckelsheim ist der FCN Vorletzter. Gegenüber den Konkurrenten im Keller haben sie immer noch drei oder sogar vier Partien weniger. »Auf ihre zahlreichen Nachholspiele haben sich die Nieheimer zu lange ausgeruht. Der FCN war mit Abstand das schwächste Team, gegen das wir in Hin- und Rückrunde bisher gespielt haben«, zeigte sich Trainer Burkhard Sturm, der mit der SpVg. Brakel vor drei Tagen Meister geworden ist, über die Verfassung des Kellerkinds erschrocken.

In diesem Jahr gab es lediglich am 13. März einen 2:1-Auswärtssieg beim Blomberger SV. Die desaströse Bilanz: 2:5 gegen Dringenberg (10. März), 0:1 gegen Neuenbeken (28. März), 0:4 gegen Warburg (3. April), 0:1 gegen Atteln (10. April), 1:3 gegen Weser (14. April), 0:7 gegen Brakel (16. April), 1:3 gegen Marienloh (21. April) sowie 1:4 gegen Peckelsheim (24. April). Im Kreispokal ist das Team zudem gegen den A-Ligisten SV Kollerbeck ausgeschieden. Der Absturz ist in vollem Gange.

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