Achtfacher Hermannslaufsieger und Ultrasportlerin Birgit Lennartz Topstarter beim 38. Volkslauf des TuS Sansars neuer Rekord in Vinsebeck

Vinsebeck(WB). Der achtfache Hermannslaufsieger sorgt für den nächsten Rekord in Vinsebeck: Vor zwei Jahren hat Elias Sansar dort über zehn Kilometer eine Zeit für die Ewigkeit gelaufen, gestern rannte er auf der sehr anspruchsvollen Halbmarathonstrecke zu einem nie gefährdeten Erfolg. Seine Zeit: 1:12:50 Stunden.

Von Heinz Wilfert
Schon vom Start der Halbmarathonstrecke auf dem Sportplatz in Vinsebeck weg gingen die Favoriten an der Spitze des Feldes in Führung: Elias Sansar (Nummer 546) stellte eine neue Rekordzeit auf, obwohl er 180 Trainingskilometer aus der Vorwoche in den Beinen hatte. Marc Fricke (527) wurde Zweiter vor Mathias Nahen (532).
Schon vom Start der Halbmarathonstrecke auf dem Sportplatz in Vinsebeck weg gingen die Favoriten an der Spitze des Feldes in Führung: Elias Sansar (Nummer 546) stellte eine neue Rekordzeit auf, obwohl er 180 Trainingskilometer aus der Vorwoche in den Beinen hatte. Marc Fricke (527) wurde Zweiter vor Mathias Nahen (532). Foto: Heinz Wilfert

Fast 300 Sportlerinnen und Sportler waren beim 38. Volkslauf des TuS Vinsebeck am Start über fünf, zehn oder 20,8 Kilometer. Es gab nicht nur große Starterfelder, sondern auch prominente Namen. Die Teilnehmer (fünf Kilometer 121; zehn Kilometer 88 und 20,8 Kilometer 78) fanden gut präparierte Strecken und ein bestens eingespieltes Organisationsteam um Franz Richter und dessen Helfer vor.

Neben Elias Sansar war auch die Ultraläuferin Birgit Lennartz-Lohrengel (St. Augustin) am Start, die auf der Marathonstrecke zur deutschen Spitzenklasse gehörte und als Ultraläuferin bekannt wurde. Sansar bereitet sich auf den Marathon in Münster vor, in dem er seine eigene Bestmarke (2:20 Stunden) attackieren will.

»Ich habe diese Woche schon 180 Kilometer Trainingsläufe in den Beinen. Mit dem Lauf in Vinsebeck wollte ich die 200 voll machen«, erklärte er sein Trainingspensum. Dass er schon bestens in Form ist und noch Reserven hat, zeigte seine Lockerheit im Ziel, auch wenn er angesichts der harten Strecke glaubte: »Morgen habe ich wahrscheinlich Muskelkater.«

Härtester Verfolger war Marc Fricke (Non-Stop-Ultra Brakel), der bis Kilometer 15 mithalten konnte. Als Sansar aber das Tempo verschärfte, musste der hoch aufgeschossene Fricke den Führenden davonziehen lassen. Innerhalb eines Kilometers wuchs der Vorsprung auf über 100 Meter an. Als Zweiter erreichte Fricke dennoch eine sehr gute Zeit (1:13:56). Er will beim Halbmarathon in Köln im Oktober eine gute Rolle spielen.

Mathias Nahen vom TV Jahn Bad Driburg kam auf Platz drei ins Ziel. Mit 1:15:11 Stunden war er mehr als zwei Minuten schneller als bei seinem Sieg im Vorjahr. »Mit meiner Leistung bin ich voll zufrieden«, sagte der Driburger.

Christian Gemke drückte über zehn Kilometer sofort aufs Tempo, enteilte dem Feld und fügte seinen vielen Siegen in Vinsebeck einen weiteren hinzu. Mit 34:28 Minuten hatte er einen deutlichen Vorsprung. Zweiter wurde der A-Jugendliche Lukas Schönke (35:14, Hannover 96), der eigentlich von der Mittelstrecke kommt (Bestzeit 1:52 über 800 Meter) und bereits als Jugendlicher in Niedersachsen Landesmeister und Crossmeister war.

Dem 19-Jährigen stehen in einer Sportfördergruppe der Bundeswehr beste Bedingungen zur Verfügung und er hat ein großes Ziel: er will deutscher 800 Meter Meister der Jugend werden. Gemke musste aufgrund seines großen Vorsprungs die Sprintfähigkeiten von Schönke nicht mehr fürchten.

Dritter im Ziel war Johannes Niemann (35:28 Minuten) vom SV Kollerbeck, der 1000 Meter vor dem Ziel dem Zweiten nicht mehr folgen konnte. »Meine Zeit ist in Ordnung. Schneller ging es diesmal nicht«, sagte Niemann. Schnellste Frau über zehn Kilometer war Gabriele Artmann (vereinslos) in 41:22 Minuten vor Sarah Metz (41:32, VfB Salzkotten) und Elke Wolf (43:33, SCC Scharmede). Den Rücken ihres Pferdes tauschte die Turnierreiterin Rebecca Binnie mit Laufschuhen. In 46:38 Minuten kam sie als erste Teilnehmerin aus dem Kreis Höxter ins Ziel.

Immer schneller wird Robiel Weldemichael (Delbrück läuft), dessen Sieg in 16:43 Minuten über fünf Kilometer ungefährdet war. »Der war zu schnell für mich«, erklärte Jan-Erik Wagemann (17:33, LC Paderborn), der gerade von seinen ersten Deutschen Jugendmeisterschaften aus Jena zurückgekommen war. »Dort lief es über 3000 Meter nicht gerade optimal. Ich weiß jetzt aber, was ich falsch gemacht habe«, sagte Wagemann zum WESTFALEN-BLATT.

Dritter wurde Erik Hansuek (19:23, Tri Team Lage). Stark präsentierten sich die jungen Nachwuchshoffnungen des Warburger SV 1884: Mia Kuhaupt (25:03 Minuten, W 9), Klara Kuhaupt (22:38, W 11), Lea Albers (26:34, W10), Marie Albers (23:12, W 13) und Charlotte Fricke (26:41, W15). Schnellste Dame war Jana Geletneky (23:25, Lieth Paderborn) vor Filiz Elüstü (25:02, Warburger SV).
Den Schülerlauf über 1000 Meter gewann Falk Hanusek (4:28, TG Lage) vor Fabian Winkler (4:47, TSV Buke) und Henriette Esken (5:04, LC Paderborn).

Noch einmal zurück zum Halbmarathon: Birgit Lennartz (49) lobte bei ihrem Sieg (1:34:42) vor Ulrike Koepe (1:36:00), LT Elsen Wever) die schöne Strecke in Vinsebeck. Die diplomierte Sportlehrerin und Physiotherapeutin hat siebenmal die 100 Kilometer von Biel, zehnmal den Swiss Alpine Marathon, achtmal den Rennsteiglauf, fünfmal den Albmarathon (einmal über 50 km, viermal über 44 km), sechsmal in Folge den Défi Val-de-Travers und einmal den Comrades Marathon in Südafrika gewonnen.

1990 hat sie in Hanau einen Weltrekord im 100-Kilometer-Lauf in 7:18:57 Stunden aufgestellt. Im Marathon war sie 1989 Deutsche Meisterin und 1983 Vizemeisterin. Im 100-Kilometer-Lauf holte sie 1988 bis 1994 sieben Mal in Folge den deutschen Meistertitel, 1997 und 2001 holte sie diesen Titel nochmals. Eine Urlaubs- und Wanderwoche im Weserbergland hat sie nun genutzt, um erstmals in Vinsebeck zu starten.

Insgesamt hat sie 66 Läufe über die Marathondistanz gewonnen, darunter den vorolympischen Seoul-Marathon 1984, die Premiere des Jungfrau-Marathons 1993. Ihre Bestenliste weist über 5000 Meter 16:39:0, über 10.000 Meter 34:30:78, im 10-Kilometer Straßenlauf 34:05 Minuten, im Marathon 2:38:15 Stunden aus.

Da sie noch im Weserbergland bleibt, kündigte sie einen Start beim Berglauf in Ovenhausen am kommenden Freitag an. »Ich laufe nicht mehr wegen der Zeiten, sondern aus Spaß und Freude«, beschrieb Birgit Lennartz die Faszination des Laufens.

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