Triathlon: Der ehemalige Brakeler Badmintonspieler Falk Gottlob hat den Ausdauersport für sich entdeckt
Vom Federball zum Ironman

Brakel/San Francisco (WB). Wenn Falk Gottlob morgens mit dem Auto zur Arbeit fährt, überquert er die Golden-Gate-Bridge. Als Software-Entwickler hat der Brakeler auf vier Kontinenten gearbeitet, lebt inzwischen in San Francisco – und auch sportlich sucht der ehemalige Badmintonspieler beim Triathlon die ganz große Herausforderung.

Mittwoch, 01.04.2020, 18:00 Uhr
Der ehemalige Brakeler Badmintonspieler Falk Gottlob lebt inzwischen in San Francisco und hat den Triathlon für sich entdeckt. Foto: dpa / Montage: Katrin Fischer

Dreimal bei der WM auf Hawaii

Dreimal war er bei der Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii am Start. Seine Bestzeit von 9:21 Stunden über die 3,8 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und dem Marathonlauf stellte er in Florida auf. „Als ich in Ottawa gearbeitet habe, habe ich mir ein Rennrad gekauft und angefangen zu trainieren“, erzählt der ehemalige Brakeler. Gelaufen ist er immer schon gerne, dann kam noch das Schwimmen dazu und das neue sportliche Hobby war geboren. „Ich versuche, jeden Tag zwei bis vier Stunden zu trainieren. Am Wochenende auch sechs bis acht Stunden am Tag“, erzählt der 47-Jährige. Dafür ist sein Wohnort ideal: „Es gibt keinen Winter. Man kann das ganze Jahr über ordentlich trainieren“.

Ironman in Korea abgesagt

Aktuell fehlt ihm beim Training allerdings das konkrete Ziel. Der Ironman in Korea, der seine 17. Langdistanz hätte werden sollen, ist abgesagt worden. Auch in seinem Wohnort San Francisco gibt es wegen der Corona-Pandemie Ausgangsbeschränkungen. „Sport darf man aber treiben. Ich bin am Sonntag eine große Radrunde gefahren und habe unterwegs kaum jemanden auf den Straßen gesehen. Das war schon sehr ungewöhnlich“, erzählt Falk Gottlob.

Geschlossen sind auch die drei Büros seiner Firma in San Francisco, Boston und Montreal. „Wir arbeiten alle im Homeoffice“, sagt der Brakeler, der das Unternehmen vor gut einem Jahr mitgegründet hat und inzwischen 300 Mitarbeiter beschäftigt.

Uni-Abschluss in New York

Nach dem Realschulabschluss in Brakel absolvierte er zunächst eine Lehre zum Vermessungstechniker, hatte aber schon immer ein Faible für Computer. „Damals wurden Software-Entwickler gesucht. Ich habe mir vieles selbst beigebracht und dann später in New York den Uni-Abschluss nachgeholt“, berichtet Falk Gottlob, der den Studiengang „Computer Science“ an der New York University mit dem Master abgeschlossen hat. Danach ging es durch die halbe Welt: USA, Taiwan, Peking, Australien, Kanada.

„Chinesisch ist nicht schwer“

In seinen fünf Jahren in Asien hat der Brakeler auch Chinesisch gelernt. „Das ist gar nicht so schwer wie man glauben könnte. Das Problem ist, dass man anfangs nichts lesen kann. Wenn man einmal die Schriftzeichen und die Aussprache beherrscht, ist es sogar eine der leichteren Sprachen“, ist Gottlob, der inzwischen neben der deutschen auch die US-amerikanische Staatsbürgerschaft besitzt, sicher.

Seit gut acht Jahren lebt er inzwischen in San Francisco, hat dort in verantwortungsvollen Positionen unter anderem bei Adobe und Salesforce gearbeitet und findet seinen Ausgleich in den Ausdauersportarten.

16 Ironman und mehr als 50 Marathons

Neben den 16 Ironman gehen mehr als 50 Marathon- und Ultraläufe auf sein Konto. In der Ultraszene unterhält er unter anderem auch Kontakt zu einem anderen ehemaligen Brakeler: Im vergangenen Jahr begleitete er Carsten Drilling beim Western States Endurance Run, einem 100-Meilen-Rennen, durch die Nachtstunden. „Es war sehr unterhaltsam“, meinte Drilling damals zum Nachtlauf der beiden Ex-Nethestädter.

Irgendwann zurück nach Deutschland

Zu anderen ehemaligen Weggefährten hält Falk Gottlob, der in seiner Jugend zu den besten Badmintonspielern Nordrhein-Westfalens zählte, über die verschiedenen Social-Media-Kanäle Kontakt. „Im vergangenen Jahr war ich nach langer Zeit auch mal wieder zum Annentag in Brakel“, erzählt der 47-Jährige, der sich vorstellen kann, „irgendwann auch nach Deutschland zurück zu kehren.“

Doch erst einmal bleibt sein Lebensmittelpunkt im sonnigen Kalifornien mit dem täglichen Weg zur Arbeit über eine der berühmtesten Brücken der Welt.

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