Fußball: Gleich fünf Akteure des Landesligisten arbeiten im Polizeidienst
Brakel spielt mit Polizeischutz

Brakel (WB). Die Polizei, dein Freund und Helfer. Der Fußballer, dein Kämpfer und Stratege. Und wie sieht´s in der Kombination aus? Alexander Fischer, André Schmitt, Dominik Kling, Felix Derenthal und Lucas Morzonek können diese Frage am besten beantworten. Das Quintett arbeitet bei der Polizei und spielt Fußball beim Landesligisten Spvg. 20 Brakel.

Samstag, 08.06.2019, 06:00 Uhr
Lucas Morzonek (von links), Alexander Fischer, Felix Derenthal und André Schmitt bringen den Polizeidienst und Landesligafußball unter einen Hut. Es fehlt Dominik Kling. Foto: Rene Wenzel

»Auf dem Platz bin ich nicht der ruhige Typ – da werde ich gerne mal etwas lauter. Es hat sich aber gebessert. Auf Konflikte oder verbale Scharmützel mit den Gegenspielern lasse ich mich gar nicht erst ein«, sagt Schmitt, der in der kommenden Saison in der Hessenliga für den KSV Baunatal aufläuft. Und dann sind es »nur« noch vier Polizisten in der ersten Mannschaft der Spvg. 20 Brakel.

Das Verhalten dürfte sich aber nicht verschlechtern. Denn Fischer, Kling, Derenthal und Morzonek stehen eher für den gelassenen Spielertypen. »Ich versuche, temperamentvollere Mitspieler in hitzigen Situationen zu beruhigen und Konflikte zu lösen. Konflikte bringen nichts, erst recht nicht auf dem Spielfeld, da damit nur die Konzentration verloren geht«, meint Keeper Fischer.

Der Beruf spiele bei den Akteuren auf dem Platz keine Rolle. Morzonek erklärt, dass man Hobby und Arbeit trennen müsse. »Ich denke im Spiel nie an den Job und lasse das dementsprechend nicht in eine Konfliktlösung einfließen, auf jeden Fall nicht bewusst«, so der Mittelfeldspieler, der erst seit September 2018 in Höxter stationiert ist und dann den Weg nach Brakel gesucht hat.

Schon deutlich länger ist Dominik Kling mit dabei – als Polizist und als Fußballer bei der Spielvereinigung. Seit September 2015 ist der 26-Jährige in Paderborn stationiert. Der Fokus liegt nach einem Mittelfußbruch und einigen damit verbundenen Komplikationen aktuell aber fast nur auf dem Beruf. Doch wie lässt sich die Arbeit mit dem Schichtdienst vereinbaren? »Bis zur Verletzung war es eigentlich fast immer möglich, den Spätdienst am Sonntag frei zu nehmen oder gegen einen Früh- oder Nachtdienst zu tauschen«, erklärt Kling.

Bei Lehrgängen sei die Teilnahme am Training aber oft schwierig. So konnten beispielsweise Fischer (Kriminaldienst in Hameln) oder Derenthal (Praxisphase in Celle) zwischendurch nicht regelmäßig trainieren. »Es gibt insgesamt aber nur wenige Kollisionen mit den Trainings- und Spielzeiten«, berichtet Derenthal, der zusammen mit Schmitt und Fischer in einer Wohngemeinschaft in Staufenberg an der hessischen Grenze wohnt. »So lässt sich alles sehr gut miteinander verbinden«, meint Fischer.

Es gibt aber auch stressige Zeiten, wenn Beruf und Fußball miteinander kombiniert werden sollen. »Gerade, wenn man sonntags vor und nach einer zwölfstündigen Nachtschicht zum Fußballspiel musste, ging das ziemlich an die Substanz«, sagt Keeper Fischer. Den Polizisten lasse dann aber keiner im Umgang mit den Mitspielern raushängen. Wichtig auch dabei für das Quintett: Beruf und Hobby müssen getrennt werden.

Aufpassen, dass ein Polizist in der Nähe ist, müsse kein Mitspieler und auch kein Kumpel. »Wenn das so wäre, hätte ich die falschen Freunde«, lacht Kling. »Polizisten sind auch nur Menschen, wie alle anderen«, meint Schmitt. Und auch Fußballer wie alle anderen.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6672767?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2447933%2F2198415%2F4850275%2F
Amokfahrt in Trier: Vier Menschen getötet, viele verletzt
Einsatzkräfte von Polizei und Feuerwehr nahe der Fußgängerzone in Trier.
Nachrichten-Ticker