Regionalliga-Aufsteiger SV Bökendorf kontra Primus Arminia Bielefeld
»Ingwertee bringt mich auf die Beine«

Bökendorf (WB/üke). Abgehakt. Beim SV Bökendorf schauen sie nach der 1:9-Niederlage gegen den 1. FC Köln II in der Regionalliga nach ganz oben – der souveräne Spitzenreiter DSC Arminia Bielefeld kommt morgen. Spielertrainerin Tina Drewitz, die von einer Grippe geplagt wird, hat mit dem SVB in der zweiten Saisonhälfte noch einiges vor und blickt im Interview mit Redakteur Jürgen Drüke über die Spielzeit hinaus.

Freitag, 01.03.2019, 05:55 Uhr aktualisiert: 01.03.2019, 07:00 Uhr
Wie Slalomstangen umspielt Tina Drewitz die Abwehrreihe von Fortuna Köln. In der kommenden Saison ist sie nur noch Trainerin. Foto: Jürgen Drüke

Frau Drewitz, Sie leiden seit sechs Tagen an einer Grippe. Geht es inzwischen aufwärts und haben Sie ein Hausrezept?

Tina Drewitz: Ganz viel Ingwertee bringt mich auf die Beine. Am vergangenen Samstagabend, während des Tages habe ich einer Freundin beim Wohnungsumzug geholfen, suchten mich die Symptome abends von jetzt auf gleich heim. Es begann mit Halsschmerzen, und sehr schnell ging nichts mehr. Für das erste Auswärtsspiel nach der Winterpause musste ich am Sonntag beim 1. FC Köln leider passen. Die Ruhe und eben Ingwertee tun nun gut. Die Stimme kommt auch langsam zurück.

 

Können Sie am Samstag gegen Arminia Bielefeld mitwirken?

Drewitz: Sicherlich wäre ich gerne dabei. Vielleicht reicht es für einige Minuten. Fakt ist, ich fühle mich schon wesentlich besser.

 

Für die Schlappe gegen den 1. FC Köln II gab es driftige Gründe. Wie sehen sie das?

Drewitz: Es kam sehr viel zusammen. Ich war leider nicht die einzige Spielerin, die ausgefallen ist. Yvonne Hansmeier fehlte wegen ihrer Examensprüfung. Torjägerin Sarah Mönnekes wurde nach 30 Minuten eingewechselt und musste nach 75 Minuten wieder ausgewechselt werden. Ihre Knieprobleme waren noch nicht auskuriert. Lena Kuhlmann fehlte ebenfalls verletzt. Mit der jungen Mannschaft, die gegen Köln ein Durchschnittsalter von 20 Jahren aufwies, wird es gegen jeden ­Regionalligisten schwer. Unsere Probleme im Winter sind bekannt. Da in der kalten Jahreszeit auf dem Rasenplatz in Bökendorf nichts geht, haben wir auf den Kunstrasenplätzen in Dringenberg, Beverungen und Driburg trainiert. Insgesamt waren wir in der sechswöchigen Vorbereitung nur dreimal draußen auf dem Platz. Die Fitness bekommst Du nur auf dem Platz. Spielformen und kurze Belastungsintervalle sind auf der Strecke geblieben. Wir haben viele Lauf- und Halleneinheiten absolviert. Seit vergangener Woche können wir endlich wieder den Bökendorfer Rasenplatz, der noch gewalzt werden muss, nutzen.

 

Dabei sollte der SVB eigentlich in diesem Winter bereits auf dem neuen Kunstrasenplatz in Brakel trainieren?

Drewitz: So war es geplant. Leider ist in Sachen neuer Kunstrasenplatz noch nichts passiert. Ich hoffe, dass wir nicht noch fünf weitere Jahre warten müssen.

 

Bis auf die Partie in Köln haben Sie mit dem SVB bisher eine gute Saison gespielt, der SVB ist Fünfter. Die Partie gegen Arminia Bielefeld ist Bonus, oder?

Drewitz: Wir treffen auf ein Team, welches auf allen Positionen das Format für die zweite Bundesliga besitzt. Keine Mannschaft in der Liga hat einen solch hohen Etat wie Arminia Bielefeld. Bei dem Etat ist noch einiges möglich. Es ist unglaublich, dass diese begabte Truppe nur in der Regionalliga spielt. Der DSC hat alle bisherigen Spiele gewonnen und ein Torverhältnis von 91:20. Das zeigt die totale Ausnahmestellung.

 

Werden Sie sich nun gegen den Spitzenreiter zwangsläufig einigeln? Wird die Personalsituation gegen Bielefeld besser sein?

Drewitz: Wir werden es mit der Hinspieltaktik versuchen. Es gilt, gut zu stehen. Sicherlich besaßen die Bielefelderinnen damals über 90 Prozent Spielanteile. Wir waren defensiv ausgerichtet und wollten Nadelstiche setzen. Das ist uns ganz gut gelungen. Am Ende haben wir 0:1 verloren. Allerdings zog sich Sarah Mönnekes eine schwere Knieverletzung zu. Davon hat sich unsere Top-Torjägerin immer noch nicht ganz erholt. In dieser Woche konnte sie durchtrainieren. Wir hoffen, dass es bei Sarah nun aufwärts geht. Noch einmal zur Taktik: Selbst in der ersten Bundesliga stellen sich Mannschaften hinten rein. Der 1. FC Nürnberg hat das gegen Borussia Dortmund praktiziert und ein 0:0 erreicht. Zur Personallage: Yvonne Hansmeier hat ihre Examensprüfung bestanden und wird wieder mitwirken. Sarah Mönnekes wird nach jetzigem Stand auflaufen. Bei mir muss die weitere Entwicklung abgewartet werden. Lena Kuhlmann und Vanessa Henkenius sind noch verletzt.

 

Machen Sie beim SV Bökendorf über die Saison hinaus weiter?

Drewitz: Vor zwei Wochen gab es das Gespräch mit unserem Vorsitzenden Sven Schmidt. Wir setzen die Zusammenarbeit fort. ­Allerdings werde ich nicht mehr Spielertrainerin, sondern nur noch Trainerin sein. Es ist in der Regionalliga wichtig, das Spiel von außen im Blick zu haben.

 

Gibt es für die kommende Saison bereits Neuverpflichtungen?

Drewitz: Bei zwei Spielerinnen sind wir sehr weit. Beide Talente kommen aus dem Kreis Höxter.

 

Wie beurteilen Sie das Niveau des Frauenfußballs im Kreis?

Drewitz: Kaum ein Kreis kann mit einem Regionalligisten und zwei Landesligisten aufwarten. Zudem ist die Nachwuchsförderung sehr gut.

 

Frau Drewitz, gelingt nach einer Woche Ingwertee die Überraschung gegen Arminia Bielefeld?

Drewitz: Wir freuen uns am Samstag ab 13 Uhr auf das Spiel und sind trotz Ingwertee krasser Außenseiter.

 

Die Abschlussfrage: Wer wird Deutscher Meister?

Drewitz: Das wird Borussia Dortmund. Bayern soll sehr lange die Doppelbelastung Bundesliga und Champions League haben.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.
 
https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6431595?categorypath=%2F2%2F2158585%2F2158590%2F2447933%2F2198415%2F4850275%2F
Neuhaus glaubt an „mächtig Stimmung“
Uwe Neuhaus (links, mit Assistent Peter Nemeth) setzt auf die Hilfe der Fans. Foto: Starke
Nachrichten-Ticker