Brakeler Carsten Drilling läuft den Ultra Trail in Kapstadt Saisonfinale in Südafrika

Brakel (WB/syn). Das ist ein besonderer Saisonabschluss: Der Brakeler Carsten Drilling hat seine Laufsaison beim Ultra Trail Cape Town in Südafrika beendet – und das nach einem Lauf mit Hindernissen als Zweiter seiner Altersklasse.

Viele Höhenmeter sind gleichbedeutend mit einer schönen Panoramastrecke: Carsten Drilling hat seine Laufsaison in Südafrika beim Ultra Trail Cape Town beendet und schließt schon jetzt eine Wiederholung 2018 nicht aus.
Viele Höhenmeter sind gleichbedeutend mit einer schönen Panoramastrecke: Carsten Drilling hat seine Laufsaison in Südafrika beim Ultra Trail Cape Town beendet und schließt schon jetzt eine Wiederholung 2018 nicht aus. Foto: Sportograf

Der Athlet der Non-Stop-Ultra Brakel hat im Frühsommer des Jahres zusammen mit seiner Lebensgefährtin Barbara Drews beim »Dragons Back Race« Wales auf 315 Kilometern durchquert und im September den Transalpine Run erfolgreich absolviert. Da war der Ultra Trail in Kapstadt der spektakuläre Abschluss eines ohnehin mit läuferischen Höhepunkten gespickten Jahres. »Diese Veranstaltung gehörte jetzt erstmals zur Ultra World Tour. Somit ist dort automatisch ein starkes Läuferfeld am Start«, berichtet Drilling.

Er entschied sich für die längste der angebotenen Strecken, die 100 Kilometer. Da diese Distanz ein Qualifikationslauf für den legendären »Western State 100« in Amerika ist, mussten die Teilnehmer die Strecke in weniger als 16 Stunden absolvierten.

Nichts geht ohne Stirnlampe

Zum Akklimatisieren reiste der Brakeler, der seit einigen Jahren in der Schweiz lebt, aber der Non-Stop-Ultra treu geblieben ist, bereits ein paar Tage vor dem Rennen an. »Das war auch nötig. In Südafrika ist jetzt Sommer. Tagsüber waren es um die 30 Grad«, berichtet der Ausdauerathlet.

Am Tag nach der Ankunft lief er locker 20 Kilometer auf der Orginalstrecke, bevor die Teilnehmer am Folgetag vom Veranstalter ausgiebig mit dem Lauf vertraut gemacht wurden.

»Zur Pflichtausrüstung gehörte unter anderem eine Stirnlampe, da wir schon um 4 Uhr morgens gestartet sind«, erzählt der 44-Jährige. Nach zwei Kilometern auf Asphalt, leicht abfallend ging es gleich auf den Trail und zwar richtig. »Wir haben den Lions Head, einen sehr markanten Berg direkt vor dem Tafelberg, umrundet«, erzählt Carsten Drilling. Bei Kilometer zehn erreichten die Athleten die erste Verpflegung, Signal Hill. »Zu diesem Zeitpunkt ging die Sonne auf, ein unbeschreiblicher Moment«, schwärmt der Ingenieur.

Allein durch die Weinberge

Danach ging es acht Kilometer wellig bis zur zweiten Verpflegung am Fuß des Tafelberges. »Der nächste Streckenabschnitt war der anspruchsvollste, denn es ging steil hoch auf den Tafelberg«, berichtet Drilling. Da das Rennen an einem Samstag war und dieser Abschnitt im Anstieg auf einem der wenigen Wanderwege verlief, mussten die Läufer sich den schmalen Weg mit vielen Wanderern teilen. Nach absolvierten 900 Metern Anstieg ging es zwei Kilometer relativ flach, teilweise auf Holzstegen auf dem Tafelberg bis zu einem technisch anspruchsvollen Downhill.

In Constantia Nek, einer bekannte Weinbauregion, teilte sich die Strecke. »Bis dahin hatte sich das Läuferfeld bereits ziemlich auseinandergezogen, so dass ich größtenteils allein lief«, berichtet der Brakeler. Wie sich später herausstellte, wurde er an der Streckenteilung auf die falsche, nämlich die kürzere 65 Kilometer-Distanz gelotst. »Ich wollte das zunächst nicht wahrhaben und bin bis zur nächsten Zeitnahmestation weiter gelaufen. Doch leider war ich auf dem falschen Weg und konnte auch nicht mehr umkehren, da ich das Zeitlimit mit dem Umweg sicher überschritten hätte«, so Drilling. Er machte das beste aus seiner Situation und lief auf der 65-er Strecke weiter.

Vorfreude auf eine mögliche Rückkehr

Nach 8:49:46 Stunden erreichte Carsten Drilling als 14. der Gesamtwertung das Ziel. In der Altersklasse (40-50) reichte es sogar noch für den zweiten Platz. Auf den 65 Kilometern wurden insgesamt 3100 positive Höhenmeter absolviert. »Dies ist aber nur ein kleiner Trost, wenn man so eine lange Reise auf sich nimmt, um eine Qualifikation zu erreichen.«

Trotzdem ist sein Fazit positiv. »Es war eine super abwechslungsreiche Woche in Kapstadt. Die Wahrscheinlichkeit, dass ich mein Laufjahr 2018 wieder dort abschließen werde, ist hoch«, hat der Brakeler schon die nächsten Ziele im Blick.