Meine Corona-Pause: Borgentreicher Fußballer Dominik Schumacher spielt seit den Minikickern im Verein
Der Team-Wettbewerb spornt an

Borgentreich -

Bälle aufpumpen, Hütchen verteilen, Trainingsplatz abräumen. Wer sich darum beim VfR Borgentreich bis zum Saisonende nicht kümmern möchte, muss ordentlich laufen. „Das ist Teil unseres Teamwettbewerbs“, sagt Dominik Schumacher.

Montag, 18.01.2021, 04:05 Uhr aktualisiert: 18.01.2021, 04:10 Uhr
Entschlossen geht Dominik Schumacher in den Zweikampf. Der 21-Jährige hat sich längst einen Stammplatz in der VfR-Defensive erkämpft. Foto: Sylvia Rasche

 

Mit dieser Teamchallenge will Trainer Christopher Brand seine Spieler im Lockdown bei Laune halten und für den Fitness-Faktor sorgen. Seit dem Start im Dezember sind schon stolze 1600 Kilometer zusammen gekommen. „Wir sind in drei Gruppen eingeteilt. Die beiden Gruppen, die zum Re-Start der Fußballsaison vorne liegen, bekommen einen kleinen Preis. Die letzte Gruppe übernimmt in der Rückrunde den Platzdienst“, erklärt Dominik Schumacher. Der 21-Jährige liegt im jungen VfR-Team zwar unter dem Altersschnitt von 24 Jahren, gehört aber schon in der vierten Saison fest zum Kader und hat sich in der Abwehr längst einen Stammplatz erkämpft.

Seit frühester Kindheit kickt er für die Rot-Schwarzen: „Der VfR hat für Minikicker mal ein Schnuppertraining angeboten. Das hat mir so viel Spaß gemacht, dass ich da geblieben bin“, erzählt Dominik Schumacher, der sämtliche Jahrgänge der Jugendspielgemeinschaft Borgentreich/Bühne durchlaufen hat und im letzten Jugendjahr auch schon in der ersten Mannschaft aushelfen durfte. „Das war gut. Ich habe in der Ersten mittrainiert und auch Einsätze bekommen. So war es leichter, dort Fuß zu fassen“, erinnert er sich an den Übergang in den Seniorenbereich. Ein Jahr stand samstags die A-Jugend-Kreisliga und sonntags die Senioren-Bezirksliga auf seinem Programm. „Manchmal war das auch stressig, aber die Trainer haben sich immer untereinander abgestimmt“, überwogen für den Abwehrspieler eindeutig die Vorteile der Doppelschicht.

So konnte er sich langsam an den Seniorenbereich gewöhnen. „Da wird schon ein anderer Fußball gespielt. Das Spiel ist körperbetonter und auch viel schneller als in der A-Jugend“, so Schumacher. „Außerdem sind gerade die Top-Mannschaften wie letztes Jahr Lippspringe oder Heide Paderborn spielerisch sehr stark. Da muss man aufpassen, dass man schwindelig gespielt wird.“

Das hat offenbar gut geklappt: Der 21-Jährige hat sich schnell seinen Platz in der Hintermannschaft gesichert und in dieser Saison vor dem Lockdown keine einzige Minute gefehlt. Mit Platz acht zur vorgezogenen Winterpause und vor allem mit Siegen gegen höher eingestufte Teams liegt der VfR sogar ein bisschen über den Erwartungen. „Wir sind eine konterstarke Mannschaft und haben daher gerade gegen starke Teams wie Dringenberg oder auch Lemgo sehr gut ausgesehen“, erinnert Dominik Schumacher an zwei Überraschungssiege, räumt aber auch ein „dass wir uns gegen Mannschaften auf Augenhöhe meist schwerer tun.“

Ein Plus der Borgentreicher ist der Zusammenhalt. In der ersten Mannschaft spielen ausnahmslos Akteure, die auch schon in der Jugend für den Verein ihre Fußballschuhe geschnürt haben. Das dürfte in der Bezirksliga nicht bei vielen Clubs der Fall sein.

 

Im ersten Lockdown im Frühjahr hat Dominik Schumacher das Rennradfahren für sich entdeckt und sich auf Touren durch die Börde oder an der Diemel fit gehalten.

Im ersten Lockdown im Frühjahr hat Dominik Schumacher das Rennradfahren für sich entdeckt und sich auf Touren durch die Börde oder an der Diemel fit gehalten. Foto: privat

Im aktuellen Lockdown ist die Situation trotzdem schwierig. Seit fast drei Monaten pausiert der Fußball. Wie lange noch, weiß keiner. „Ich hoffe, dass wir bald wieder trainieren und dann auch spielen dürfen“, blickt Dominik Schumacher, der sich vor dem Start ins Berufsleben auch in der Jugendarbeit als Coach engagiert hat, voraus.

Im ersten Lockdown im Frühjahr hat er das Radfahren für sich entdeckt, ein Rennrad angeschafft und vermehrt Touren an der Diemel und in der Börde unternommen. Auch den Weg zur Arbeit nach Borgholz legt der angehende Industriekaufmann (2. Lehrjahr) in der hellen Jahreszeit mit dem Rad zurück.

Noch lieber würde er allerdings auf den Fußballplatz zurückkehren. Die ganze Saison wird in der Bezirksliga wohl nicht mehr zu schaffen zu sein. Um die Serie werten zu können, müssen mindestens 50 Prozent der Spiele absolviert werden. „Diese Regel finde ich in Ordnung. Die letze Saison ist ja schon ohne sportliche Wertung im Abstiegskampf abgebrochen worden. Noch einmal wäre das nicht gut“, meint der 21-Jährige. Auch für sein Team könnte es dann trotz des guten achten Platzes noch einmal eng werden. „Da liegt ja alles sehr dicht zusammen. Wir haben zwar nur einen Punkt Rückstand auf Platz fünf, aber auch nur vier Punkte Vorsprung auf einen Abstiegsplatz“, erwartet der BVB-Fan mit seinen Teamkollegen, zu denen auch sein Bruder Frederik zählt, einen anspruchsvollen Endspurt nach dem Re-Start.

Kurz gefragt:

Lauf- oder Krafttraining: Beides. Ich bin eigentlich eher der Läufer, vor allem im Sommer. Aber das Krafttraining mit Stabi-Übungen gehört eben auch dazu.

Bringdienst oder selber kochen: Seit dem zweiten Lockdown koche ich auch häufiger mal selbst, zum Beispiel verschiedene Gemüsepfannen.

Playstation oder Netflix: Beides. Ich spiele gerne FIFA an der Playstation, gucke auch auch Netflix. Da vor allem Serien.

Podcast oder Buch: Ganz klar Podcast. Gut gefällt mir der Podcast „Einfach mal Luppen“ von Toni Kroos und seinem Bruder Felix.

Spotify oder Radio:Spotify. Sowohl beim Sport als auch beim Lernen höre ich gerne Musik, die aktuellen Charts, aber auch deutschen Hip-Hop, zum Beispiel Apache 207.

Lieblingsseite im Internet: www.kicker.de. Dort wird nicht nur über die Bundesliga berichtet, sondern auch ausführlich über internationale Ligen wie die Premiere-Legaue.

Sportlerbiografie:Die Doku über Toni Kroos hat mir gut gefallen. Fußballerisch weiß man ja eigentlich schon alles über ihn, aber da hat man auch viel über Toni Kroos als Person erfahren.

Corona-Rituale: Da habe ich keins.

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