Sieben-Kontinente-Sportserie: Natinger Dagmar und André Winzig absolvieren alle Etappen
Medaillen schmücken die Weltkarte

Natingen -

Die große Weltkarte hängt über der Kommode. Sechs Medaillen haben Dagmar und André Winzig den Kontinenten schon zugeordnet, die der Antarktis fehlt noch. Das Paar aus Natingen ist seit der ersten Etappe der Sieben-Kontinente-Sportserie 7CRun mit von der Partie und hat am Wochenende die letzten Kilometer der siebten Etappe absolviert.

Donnerstag, 07.01.2021, 06:52 Uhr aktualisiert: 07.01.2021, 07:01 Uhr
Sechs Medaillen sind schon auf die Weltkarte gepinnt, die Antarktis-Auszeichnung gibt es aktuell „nur“ als Postkarte, die Medaille folgt noch: André und Dagmar Winzig haben sich erfolgreich an allen sieben Etappen des 7CRun beteiligt Foto: Sylvia Rasche

 

„Die Serie hat für zusätzliche Motivation gesorgt. In Zeiten ohne Veranstaltungen gab es trotzdem sportliche Ziele“, sagt Dagmar Winzig. Die 53-Jährige ist auf die Serie aufmerksam geworden und hatte ihren Ehemann André schnell überzeugt, sich ebenfalls anzumelden.

Zusammen sind die beiden Natinger im Team „Go for Ghana“, das Kwasi Heiser-Düweke, Schwiegersohn ihres Brakeler Laufkollegen Willi Düweke, ins Leben gerufen hat, aktiv. „Wir kannten Kwasi schon vor dem 7CRun und hatten so einen Bezug zum Team“, berichtet Dagmar Winzig.

Sie hat ihre Kilometer laufend zurück gelegt. Jeweils siebenmal ist sie bei den sieben Serien-Etappen unterwegs gewesen und hat pro Kontinent dabei stets gute 70 Kilometer zurück gelegt. „Ich wollte mehr als 500 Gesamtkilometer schaffen. Das hat mit 518 geklappt“, freut sich die Sport- und Biolehrerin. Als zweites Ziel hatte sie sich eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 5:30 Minuten pro Kilometer gesetzt und diese mit 5:27 Minuten ebenfalls locker geknackt.

Vor der Wende gehörte Dagmar Winzig der DDR-Nationalmannschaft der Sportkegler an und absolvierte auch einige Länderkämpfe. Nach dem Studium in Halle/Saale verschlug es sie zum Referendariat nach Oberhausen. „Dort gab es keine Sportkegler. Daher habe ich mit dem Laufen begonnen“, erzählt Winzig. Seit mehr als 20 Jahren lebt sie inzwischen im Kreis Höxter und engagiert sich in ihrem Verein, der Non-Stop-Ultra Brakel, auch im Vorstand.

 

Dagmar Winzig hat gute 500 Serienkilometer erlaufen, André Winzig ist 2200 Kilometer mit dem Rad gefahren. Dieses Foto entstand nach der heißen Europa-Etappe.

Dagmar Winzig hat gute 500 Serienkilometer erlaufen, André Winzig ist 2200 Kilometer mit dem Rad gefahren. Dieses Foto entstand nach der heißen Europa-Etappe. Foto: Linda Erkeling

Ehemann André Winzig hat seine 7CRun-Kilometer vorwiegend auf dem Rad zurück gelegt. Der ehemalige Fußballer, der in seiner Jugend bei Arminia Bielefeld und dem damaligen FC Paderborn gespielt hat und später zuerst als Stürmer, dann als Trainer beim SV Höxter aktiv war, leidet an Knieproblemen und hat sich daher für das Rennrad entschieden. 2200 Kilometer sind in den siebenmal neun Tagen zusammen gekommen, dazu noch gute 50 Wanderkilometer in der Antarktiswoche, die wettertechnisch für Radfahrer nicht die besten Bedingungen bereithielt. „An einem Tag war der Wind so stark, dass ich richtig kämpfen musste, um mit gerade acht Stundenkilometern vorwärts zu kommen. Auf dem Rückweg war der Berg nach Hause dagegen noch nie so einfach“, lacht der 56-Jährige.

Insgesamt hat er seine 2200 Kilometer in einem 25-er Schnitt absolviert und damit das selbst gesteckte Ziel erreicht. „Eigentlich wollte ich auch 100 Stunden unterwegs sein. Das hat am Ende nicht ganz gereicht, weil ich die letzten Tage aufs Wandern umgestiegen bin“, berichtet der ehemalige Oberliga-Fußballer, der im gesamten Jahr 2020 8000 Kilometer mit mehr als 90000 Höhenmetern gesammelt hat.

Beim Ausdauersport schätzt er auch das Gemeinschaftserlebnis. „Man lernt den Sport aus einer ganz anderen Perspektive kennen. Es gibt keine Gegenspieler wie im Fußball oder Tennis. Stattdessen versuchen alle gemeinsam, eine Strecke oder einen Berg zu bewältigen“, betont der Sportlehrer und hat dieses Gefühl besonders beim Hermannslauf erlebt. „Im Ziel sind alle glücklich, weil sie die Herausforderung bewältigt haben.“

Gemeinsame Sporterlebnisse gehören für Dagmar und André Winzig dazu. Ob den Hermannslauf, Marathonläufe oder mit dem Rad durch die „Grüne Hölle“ am Nürburgring: „Wir sind gerne sportlich unterwegs“, betont das Paar. Wandern, Langlaufski, Triathlon, Rennrad, Mountainbike, Tennis in den Bezirksliga-Teams des TC Gehrden und jetzt eben der 7CRun sind ihre Freizeitaktivitäten.

Dabei ist der Benefiz-Gedanke der Sportserie bei beiden fest verankert. „Die Projekte, die vom 7CRun unterstützt werden, haben uns gefallen. Ob der Verein Go for Ghana oder auch die Initiative Free to Run“, berichtet Dagmar Winzig. Sie hat einen Euro für jeden Kilometer ihres Kontinent-Premierenlaufs gespendet. André Winzig hat seine Stunden auf dem Rad in Euro umgelegt und so die Projekte unterstützt.

Die Medaillen an der Weltkarte über der Kommode erinnern beide an ein ganz besonderes Sportjahr 2020. Die Antarktis-Medaille, die in Kürze geliefert werden wird, bekommt ihren Platz ganz im Süden. Dann ist der Kontinente-Medaillen-Satz im Hause Winzig komplett.

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