Leichtathletik: Bad Driburger Frank Kanbach und Bernhard Egeling organisieren jedes Jahr den Spaßlauf
Die große Runde mit Kultstatus

Bad Driburg -

Die verschneiten Bäume am Reelser Kreuz in Bad Driburg sorgen für winterliches Ambiente. Es ist an diesem Vormittag zwar nasskalt. Frank Kanbach und Bernhard Egeling stört das aber wenig. „Wir laufen bei jedem Wetter“, sagen die beiden Driburger – und sprechen von einem ganz besonderen Event, das unter Eingeweihten längst Kultstatus genießt.

Freitag, 08.01.2021, 04:01 Uhr aktualisiert: 08.01.2021, 08:00 Uhr
Die Urkunden sind bei den Teilnehmern beliebte Sammlerstücke. Bernhard Egeling (links) gestaltet die Auszeichnungen. Die Idee zum Lauf hatte Frank Kanbach (rechts) in seiner Jugendzeit. Der „rote Hydrant“, der die Urkunde rechts im Bild ziert, ist übrigens traditionell der Startpunkt zur großen Runde. „Den Hydranten gibt es nicht mehr. Wir treffen uns daher jetzt am ehemaligen roten Hydranten“, schmunzelt Frank Kanbach. Foto: Sylvia Rasche

„Run for Fun“ nennen sie die große Runde um ihre Heimatstadt. Als 14-Jähriger kam Frank Kanbach in den 1970er Jahren auf die Idee, in den Tagen zwischen Weihnachten und Silvester einmal rund im Bad Driburg zu laufen. „Das habe ich dann auch sehr regelmäßig gemacht“, berichtet der Leichtathlet.

Die schöne Gewohnheit aus Jugendtagen hat er beibehalten. „Erst war ich immer alleine. Später kamen Freunde und Bekannte dazu“. Seit 25 Jahren ist aus dem „Run for Fun“ ein fester Termin für die Bad Driburger Läufer geworden. Es geht weite Teile den Sachsenring entlang, allerdings weichen die Läufer auf einigen Passagen von der offiziellen Strecke ab. „Das hat sich im Laufe der Zeit so eingebürgert“, berichtet Kanbach.

Das Wetter spielt dabei keine Rolle. Von milden Sonnentagen über Nieselregen, Nebel, Glätte und Tiefschnee war so ziemlich alles dabei. „Einmal hatte es in der Nacht vor dem Lauf kräftig geschneit, so dass wir die ersten Spuren in den Neuschnee gesetzt haben“, erinnert sich Bernhard Egeling an einen besonders anstrengenden, aber auch schönen Lauf. „Wir standen teilweise knietief im Schnee. Den mitlaufenden Kindern reichte der Schnee sogar bis zu den Hüften“, lachen beide.

 

Was ist schon gutes Laufwetter? Für Bernhard Egeling (links) und Frank Kanbach ist das keine Frage. Wenn der Run for Fun auf dem Programm steht, geht´s auf die Strecke.

Was ist schon gutes Laufwetter? Für Bernhard Egeling (links) und Frank Kanbach ist das keine Frage. Wenn der Run for Fun auf dem Programm steht, geht´s auf die Strecke. Foto: Sylvia Rasche

 

Bernhard Egeling, Leichtathletik-Abteilungsleiter des TV Jahn und wie Frank Kanbach schon seit seiner Jugend im Verein aktiv, bildet inzwischen zusammen mit dem Ideengeber das Orga-Team des Privatlaufes, der ausdrücklich keine Veranstaltung des TV Jahn Bad Driburg ist. Das Duo sorgt unter anderem dafür, dass auf halber Strecke am Reelser Kreuz heißer Tee und eine kleine Stärkung auf die Aktiven wartet. Normalerweise jedenfalls.

In diesem Jahr musste jeder selbst für innere Wärme sorgen. Der Run for Fun-Lauf wurde zum Sololauf. „Erst wollten wir zumindest die Station am Reelser Kreuz aufrecht erhalten, um die Läufer zu versorgen. Aber das passte mit den strenger gewordenen Corona-Bestimmungen dann nicht mehr“, berichtet Kanbach. Immerhin 26 Läufer haben sich trotzdem in einem größeren Zeitfenster als sonst auf den Weg gemacht.

Und eins bleibt auch im Corona-Jahr wie immer: Anschließend gibt es für jeden Finisher eine persönlich gestaltete Urkunde. „Da hat Bernhard Egeling jedes Jahr tolle Ideen“, betont Frank Kanbach. Mit aktuellen Fotos gestaltet der 60-Jährige die Urkunden, die jeder Teilnehmer bekommt. „Wir tragen da keine Zeiten ein. Darauf kommt es auch gar nicht an. Es geht vielmehr um das Gemeinschaftserlebnis.“

18 Kilometer mit zum Teil knackigen Anstiegen bewältigen die Läufer rund um Bad Driburg. Längst sind nicht mehr nur Einheimische mit von der Partie. „Wir hatten auch schon Gäste aus Altenbeken oder Brakel“, freut sich Frank Kanbach. Auch wenn der Lauf über die Jahr größer geworden ist, soll es beim Spaß-Charakter bleiben und keine offizielle Veranstaltung werden.

 

Zielfoto 1998 am roten Wasserhydranten (von links):Frank Kanbach, Ulrike Versen, Herbert Horn Anne Horn, Birgit Grewe, Karl Biermann, Mirco Gramatica, Karl-Heinz Tewes, Markus Pitz, Wolfgang Thiele, Michael Witte, Bernhard Egeling und Martin Radke.

Zielfoto 1998 am roten Wasserhydranten (von links):Frank Kanbach, Ulrike Versen, Herbert Horn Anne Horn, Birgit Grewe, Karl Biermann, Mirco Gramatica, Karl-Heinz Tewes, Markus Pitz, Wolfgang Thiele, Michael Witte, Bernhard Egeling und Martin Radke. Foto: privat

Walker sind übrigens auch mit von der Partie, sie starten in „normalen Jahren“, also ohne Corona-Einschränkungen, eine Stunde vor den Läufern. „Wir schicken beide Gruppe meist mit einem Böllerschuss auf die Strecken“, berichtet Frank Kanbach, der in seiner Jugend zu den stärksten Leichtathleten der Region gehörte und Ende der 1970er Jahre unter anderem Westfalenmeister über 800 Meter der A-Jugend geworden ist. Beide Run-for-Fun-Organisatoren halten zudem mehrere Kreisrekorde. So schnell wie auf der Bahn ist das Duo an diesem nasskalten, verschneiten Vormittag natürlich nicht unterwegs. Abhalten lassen sich Frank Kanbach und Bernhard Egeling von ihrem Run for Fun von den äußeren Bedingungen aber nicht. Zur Tradition gehört eben auch das Motto: Gelaufen wird bei jedem Wetter!

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