Fußball: Arbeitstagung erstmals unter freiem Himmel im Dringenberger Burgstadion
Bis zu sechs A-Liga-Absteiger möglich

Dringenberg (WB). „Wenn wir wieder Fußball spielen wollen, müssen wir alle zusammen etwas dafür tun.“ Diesen Appell hat Kreisvorsitzender Hermann-Josef Koch an die heimischen Vereinsvertreter während der ungewöhnlichen Arbeitstagung im Dringenberger Burgstadion gerichtet.

Samstag, 08.08.2020, 04:00 Uhr aktualisiert: 08.08.2020, 05:02 Uhr
Fußball-Arbeitstagung mal anders: Im Dringenberger Burgstadion haben die Vereinsvertreter getagt. Kreisvorsitzender Hermann-Josef Koch (rechts) und Fußballausschussvorsitzender Dieter Attelmann haben die Delegierten informiert. Foto: Sylvia Rasche

Statt wie sonst üblich in einem geschlossenen Raum, tagten die Delegierten unter freiem Himmel. Die Sitzschalen auf der Stadiontribüne waren so gekennzeichnet, das die Abstände eingehalten werden konnten.

„Wir hoffen, dass wir wie geplant am 6. September in die Saison starten können“, sagte Koch angesichts wieder steigender Corona-Fallzahlen und betonte, dass „das Hygienekonzept Bestandteil des Spielbetriebes“ sei.

Anstoßzeiten ändern

Daher sei in der kommenden Spielzeit auch der bei mehreren Vereinen so beliebte Heimspieltag zweier Teams in der gewohnten Form nicht mehr machbar. „Wir können nicht mehr die zweite Mannschaft um 13 Uhr und die Erste anschließend um 15 Uhr ansetzen, da zwischen beiden Spielen die Kabinen und Duschen desinfiziert werden müssen“, erklärte Koch und rief die Vereine auf, ihre bevorzugten Anstoßzeiten mitzuteilen.

Die letzte Entscheidung aller Fragen bezüglich des Hygienekonzeptes liege bei den städtischen Ordnungsämtern, betonte der Kreisvorsitzende. Das gelte auch für eventuelle Spielabsagen bei Coronafällen innerhalb einer Mannschaft.

Mehr Mannschaften

102 Teams haben sich für die kommende Fußballsaison im Kreis Höxter gemeldet und damit eins mehr als in der Vorsaison. Das erläuterte Dieter Attelmann, Vorsitzender des Kreisfußballausschusses, den Vereinsvertretern.

Wie bereits berichtet, geht die Kreisliga A erstmals mit 18 Vereinen in zwei Staffeln mit anschließender Meister- und Abstiegsrunde an den Start. Da die Sollstärke der Liga schon in der kommenden Saison wieder auf 16 reduziert werden muss, wird es einen vermehrten Abstieg geben. Die von Attelmann vorlegte, detaillierte Auf- und Abstiegsregelung sieht zehn verschiedene Fälle vor. „Im besten Fall haben wir keinen Absteiger aus der Bezirksliga und zwei Aufsteiger. Dann müssten nur drei Vereine aus der A-Liga in die B-Liga absteigen“, erklärte Attelmann. Im schlechtesten Fall, wenn also vier heimische Teams aus der Bezirksliga absteigen und der A-Liga-Vizemeister die Relegation zur Bezirksliga gegen den Paderborner Vizemeister verliert, würden sogar sechs A-Ligisten in die Kreisliga B absteigen müssen. „Das hoffen wir natürlich nicht, müssen für diesen Fall aber vorsorgen“, so Attelmann.

Pokal ohne Verlängerung

Das ist ein Novum: Erstmals wird die erste Runde des neuen Kreispokals vor dem Finale des Vorjahres ausgetragen. Allerdings haben die Vereine im Kreis Höxter den großen Vorteil, dass hier überhaupt ein sportlicher Pokalsieger 2019/2020 ausgespielt wird, während in anderen Kreisen per Losverfahren der Teilnehmer am Westfalenpokal ermittelt worden ist. Die beiden Halbfinals 2019/2020 werden am 22. August und das Finale am 29. August austragen. Die erste Runde des Pokals 2020/2021 ist für den 28. August terminiert ( Auslosung ). Die beiden Finalisten werden ihre Erstrundenpartien allerdings erst im September austragen, um nicht an zwei aufeinanderfolgenden Tagen antreten zu müssen.

Neu ist auch das Reglement: Wie schon im Vorjahr durften die Vereinsvertreter entscheiden, ob sie bei einem Unentschieden nach regulärer Spielzeit eine Verlängerung oder gleich das Elfmeterschießen austragen möchten. War im Vorjahr das Votum noch eindeutig pro Verlängerung gewesen, sprach sich eine große Mehrheit jetzt für das direkte Elfmeterschießen aus. Somit entfällt die Verlängerung wie schon im Westfalenpokal jetzt auch im Kreispokal.

Schiedsrichter

111 Schiedsrichter und damit so viele wie lange nicht mehr hatte der Kreis Höxter vor Beginn der Corona-Pandemie. „Aktuell sind es leider nur noch 84. Ich hoffe, dass einige einfach nur vergessen haben, die Meldebögen rechtzeitig zurückzuschicken und weiter Spiele leiten werden“, sagte die Chefin des Kreisschiedsrichterausschusses, Jessica Hildebrandt. Gute Erfahrungen habe man mit den Lehrgängen an Schulen sowie einem Ehemaligen-Lehrgang im vergangenen Jahr gemacht. So sei auch die Zahl der Schiris vor der Corona-Pause spürbar angestiegen.

Der Schullehrgang werde in diesem Herbst coronabedingt entfallen. Ein kompakter Anwärterlehrgang wird jedoch wieder angeboten und zwar vom 18. bis 20. September.

Kreissportgericht

Acht Verfahren hatte das Kreissportgericht unter Leitung von Gerd Thöne in der vergangenen Saison zu bearbeiten, zwei in der Kreisliga A und sechs in der Kreisliga C. „Im Gegensatz zu anderen Kreisen läuft es bei uns noch in recht geordneten Bahnen. Ich hoffe aber, dass wir in Zukunft noch weiger zu tun bekommen werden“, erklärte Thöne, der anhand eines Beispiels aus Lippe erläuterte, dass das Verhalten auf Sportplätzen auch von ordentlichen Gerichten geahndet werden kann. Im berichteten Fall sei ein Fußballer in Lemgo im Mai zu einer Gefängnisstrafe auf Bewährung verurteilt worden. Er hatte den Schiedsrichter angegriffen.

Gerd Thöne wies zudem darauf hin, dass ab sofort die Sperren nach Roten Karten als Spielsperren ausgesprochen würden. „Wer also vor der Winterpause für vier Spiele gesperrt wird, muss diese vier Partien im neuen Jahr aussetzen“, so Thöne. Außerdem werden die Sperren nach Wettbewerben gestaffelt. „Die Reihenfolge lautet Meisterschaft, Pokal, Freundschaftsspiel, Turnierspiel.“ Wer in der Meisterschaft eine Rote Karte bekommt, darf im Pokal mitspielen. Wer im Pokal Rot sieht, ist auch für die Meisterschaft gesperrt, darf aber Freundschaftsspiel und Turniere bestreiten.

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