Tischtennis: Driburger Bundesligaspielerinnen erreichen bei Deutschen Meisterschaften das Viertelfinale
Klees Krimi zieht Fans in den Bann

Bad Driburg. Dreimal Viertelfinale: Das ist die positive Bilanz der Bad Driburger Bundesligaspielerinnen Sophia Klee und Nadine Bollmeier bei den Deutschen Tischtennismeisterschaften in Wetzlar. Besonders ins Rampenlicht hat sich dabei Sophia Klee gespielt.

Sonntag, 03.03.2019, 16:56 Uhr aktualisiert: 03.03.2019, 16:58 Uhr
Die Bad Driburgerin Sophia Klee hat bei den Deutschen Meisterschaften der Damen überraschend das Viertelfinale erreicht. Foto: Sylvia Rasche

An Tisch zwei in der Rittal Arena in Wetzlar hat Superstar Timo Boll alles im Griff. Er qualifiziert sich im Eiltempo locker für das Viertelfinale. Das Drama, das die meisten der 3300 Zuschauer in ihren Bann zieht, spielt sich jedoch zeitgleich ein paar Meter weiter an Tisch sieben ab. Driburgs Sophia Klee und Nationalspielerin Wan Yuan aus Bingen bekämpfen sich über 75 Minuten auf hohem Niveau. »Vor allem die lange Endphase war extrem spannend. Da hat keiner mehr auf Timo Boll geachtet. Das Match zwischen Sophia und Yuan hat niemanden in der Halle kalt gelassen«, berichtete Driburgs Manager Franz-Josef Lingens enthusiastisch. »Echt? Das habe ich gar nicht mitbekommen«, konterte Sophia Klee bescheiden.

Die 15-Jährige ging gegen die sechs Jahre ältere Konkurrentin, die bereits fest zum Damen-Nationalteam gehört, mit 3:2 in Führung. Im ausgeglichenen sechsten Satz erspielte sich Klee gut ein halbes Dutzend Matchbälle, bevor sich Wan Yuan, die beim deutschen Vizemeister im oberen Paarkreuz agiert, den Durchgang mit 23:21 (!) sicherte. »Da habe ich für einen Moment gedacht, dass ich eine Riesen-Chance vergeben habe«, ärgerte sich die Driburgerin kurz über den Satzausgleich, war dann aber wieder hoch konzentriert. Gleich zweimal holte sie im Entscheidungsdurchgang einen Rückstand auf und durfte schließlich mit 11:9 den Einzug ins Viertelfinale feiern. »Damit hatte ich nicht gerechnet«, freute sich die amtierende deutsche Jugendmeisterin.

In der ersten Runde hatte sie sich in sechs Sätzen gegen die Busenbacherin Franziska Schreiner durchgesetzt und damit Revanche für ihre einzige Niederlage vor zwei Wochen beim U18-Ranglistenfinale genommen. Im Viertelfinale stand mit Doppel-Europameisterin Kristin Lang (DJK Kolbermoor) eine sehr hohe Hürde bevor. »Ich hatte nichts zu verlieren, habe einfach gespielt und die tolle Atmosphäre in der Halle aufgesogen«, berichtet Sophia Klee. Mit 2:1-Sätzen ging sie sogar überraschend in Führung, bevor die Favoritin das Match zu ihren Gunsten drehte. »Es war trotzdem ein tolles Erlebnis in Wetzlar«, zog Sophia Klee ein positives Fazit.

Im Doppel erreichte sie an der Seite ihrer Partnerin Anastasia Bondareva ebenfalls das Viertelfinale, musste dort aber Kristin Lang/Shan Xiaona in drei Sätzen gratulieren.

Teamkollegin Nadine Bollmeier spielte sich im Einzel ebenfalls bis ins Viertelfinale vor. Wie Klee lieferte sie sich dabei im Achtelfinale ein Krimi-Match gegen eine Bingenerin. Die U21-Europameisterin von 2017, Chantal Mantz, lag schon 3:1 in Führung, bevor die Driburger Teamchefin zum Endspurt ansetzte und mit 11:7/11:5/11:9 den Einzug in die Runde der besten acht perfekt machte. Dort wartete ausgerechnet die Ex-Driburgerin Nina Mittelham auf Bollmeier. »Nadine hat die ersten vier Sätze sehr gut mitgehalten, hatte im vierten Satz die Chance zum 2:2-Ausgleich. Am Ende hat Nina aber einfach sicherer gespielt«, berichtete Franz-Josef Lingens, der die Partie von der Tribüne aus verfolgte. Mit 4:1 zog Mittelham ins Halbfinale ein.

Die mehrfache Jugend-Europameisterin, die bis zum vergangenen Frühjahr sechs Jahr beim TuS Bad Driburg gespielt hatte, trumpfte am Sonntag groß auf und sicherte sich überraschend die Titel im Einzel und Doppel (mit Franziska Schreiner).

Der Driburger Neuzugang für die kommende Saison, Yuki Tsutsui vom Zweitligisten Neckarsulm, sorgte in Wetzlar für eine Überraschung. Die 18-Jährige besiegte im Achtelfinale die erfahrene Bundesligaspielerin Jessica Göbel (TV Busenbach) und zog erstmals in ihrer Laufbahn ins Viertelfinale ein. »Damit hätte ich nicht gerechnet. Yuki hat sehr gut gespielt. Da haben wir uns ein weiteres Talent geangelt, an dem wir viel Freude haben werden«, lobte Franz-Josef Lingens seine zukünftige Spielerin.

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