Tischtennis-Champions League: Driburg verliert in Frankreich 0:3 Ehrenpunkt knapp verpasst

Bad Driburg (WB). Grau ist alle Theorie: Wie erwartet hat Tischtennis-Bundesligist TuS Bad Driburg seine rechnerische Mini-Chance auf das Erreichen des Champions League-Viertelfinals am Dienstag in Lille nicht genutzt und wird im Februar im ETTU-Cup international weiter spielen.

Von Sylvia Rasche
Sophia Klee hat sich im ersten halben Jahr in Bad Driburg weiter verbessert und agiert auch gegen erfahrene Abwehrspielerinnen wie die Französin Agnes LeLannic mit mehr Übersicht. Zum Satzgewinn in der Champions League reichte es aber noch nicht.
Sophia Klee hat sich im ersten halben Jahr in Bad Driburg weiter verbessert und agiert auch gegen erfahrene Abwehrspielerinnen wie die Französin Agnes LeLannic mit mehr Übersicht. Zum Satzgewinn in der Champions League reichte es aber noch nicht. Foto: Sylvia Rasche

»Darauf freuen wir uns jetzt. Im ETTU-Cup warten Mannschaften auf Augenhöhe auf uns«, blickte Driburgs Manager Franz-Josef Lingens schon wenige Minuten nach der 0:3-Niederlage gegen den Spitzenreiter der ersten französischen Liga, Lille Metropol, in die Zukunft. Sein Team zog sich gegen den Favoriten gut aus der Affäre und hatte den Ehrenpunkt oder sogar mehr auf dem Schläger.

Die Aufstellung der beiden Spitzeneinzel liefen nicht so wie im Hinspiel in Bad Driburg. So musste Spitzenspielerin Sarah DeNutte zum Auftakt gegen die Spanierin Maria Xiao an den Tisch. Die hatte im Hinspiel gegen Nina Mittelham verloren und lieferte DeNutte jetzt einen harten Kampf.

»Sarah hat sehr gut gespielt, war in allen drei Sätzen immer dran, am Ende fehlten aber jeweils ein paar Punkte«, kommentierte Franz-Josef Lingens die 8:11/8:11/13:15-Niederlage der Luxemburgerin.

Damit war das Match eigentlich schon entschieden. Driburg wäre nur mit einem 3:0-Erfolg gegen Lille in die KO-Runde der Königsklasse eingezogen. Lille hätte letztlich auch eine 1:3-Niederlage gereicht. Somit brandete nach Xiaos Sieg gegen DeNutte bei den gut 400 Zuschauern der kleinen Sporthalle großer Jubel auf. »Die Atmosphäre war sehr schön. An allen vier Seiten der Box standen Tribünen, die voll besetzt waren«, berichtet Lingens aus Frankreich.

Voll auf ihre Kosten kamen die Fans auch im zweiten Spiel des Abends, der Neuauflage des Team-EM-Finals zwischen Nina Mittelham und der Rumänin Bernadette Szocs, die zwar in Frankreich spielt, aber in Bremen lebt und dort zur Werder-Trainingsgruppe des Ex-Driburgers Cristian Tamas gehört. Mittelham legte los wie die Feuerwehr, gewann den ersten Satz, geriet dann 1:2 ins Hintertreffen, glich aber wieder aus und erzwang den Entscheidungssatz. »Dort lief es bis Ninas 5:4-Führung richtig gut, dann kippte das Spiel. Nina hat einige Bälle nicht gut getroffen. Szocs machte keinen Fehler mehr und brachte Lille 2:0 in Führung«, berichtete Lingens. Für Nina Mittelham blieb die Erkenntnis, der Team-Europameisterin im dritten Aufeinandertreffen in vier Monaten immer ein Stücken näher zu rücken.

Den Heimsieg perfekt machte unter dem Jubel ihrer Landsleute die Französin Agnes LeLannic, die sich wie im Hinspiel gegen Sophia Klee durchsetzte. »Sophia hat gut mitgespielt, vor allem im dritten Satz hat sie nur hauchdünn 9:11 verloren«, berichtete Lingens.

Mit der Niederlage haben sich die Driburgerinnen zum zweiten Mal in Folge bereits nach der Gruppenphase aus der Champions League verabschiedet und hoffen nun auf Losglück eine Etage tiefer, im ETTU-Cup.

Dort müssen sie Ende Februar zuerst auswärts antreten und haben dann die Chance, eine Woche später in eigener Halle den ersten Halbfinal-Einzug der Vereinsgeschichte in einem europäischen Wettbewerb perfekt zu machen. »Im Januar wird im ETTU-Cup aber erst noch das Achtelfinale gespielt. Daher ist der Kreis der Mannschaften, auf die wir treffen könnten, im Moment noch sehr groß«, sagte Lingens. Jeweils zwei Teams aus Frankreich, Spanien und Russland sowie je ein Verein aus Rumänien und Ungarn sind im Achtelfinale noch dabei.

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