DHB-Pokal: Handball-Oberligist TuS Spenge erwartet den THW Kiel TuS-Kapitän: »Einmal in Führung gehen«

Spenge (WB). Für den TuS Spenge ist es das große Los. Neun Jahre nach dem Abstieg aus der 2. Liga erwartet der Handball-Oberligist am Samstag um 18.30 Uhr in der ersten DHB-Pokalrunde den mit Weltklasseprofis gespickten Rekordmeister THW Kiel. Seit Wochen ist die Spenger Sporthalle mit 1000 Zuschauern ausverkauft. Mehr dürfen nicht rein.

Von Lars Krückemeyer
So gewann der TuS Spenge den Deutschen Amateur-Pokal: Fabian Breuer im Finale gegen Bad Blankenburg.
So gewann der TuS Spenge den Deutschen Amateur-Pokal: Fabian Breuer im Finale gegen Bad Blankenburg. Foto: Henrik Wittenborn

Spieler und Anhänger des TuS Spenge fiebern dem Kräftemessen mit dem Weltklasseteam entgegen. Spenges Kapitän Sebastian Reinsch (30) hegt einen besonderen Wunsch: »Wir wollen einmal in Führung gehen. Wenn uns das gelingt, flippt die Halle aus«, sagt Reinsch und spekuliert darauf, den ersten Angriff zu haben. »Oder unser Torwart hält, und wir verwandeln den ersten Konter.«

Den von Heiko Holtmann trainierten Gastgebern aus der viertklassigen Oberliga und den Rekordmeister aus Kiel verbindet eine besondere Pokalgeschichte. Vor 20 Jahren setzte sich der THW in der 1. Runde (damals noch in einem Spiel) mit 30:25 durch und gewann 2008 auch den Wettbewerb. Im April dieses Jahres sahen sich beide beim Pokal-Final-Wochenende in Hamburg und durften in den Katakomben der Arena gemeinsam feiern: Der TuS Spenge gewann den Deutschen Amateur-Pokal, der THW Kiel zum zehnten Mal den DHB-Pokal.

Anreise bereits am Vortag

Verzichten muss Kiel auf Raul Santos (Kreuzbandriss) und den Welthandballer des Jahres 2013, Domagoj Duvnjak (Knieoperation). Fraglich sind die Einsätze der Kreisläufer Rene Toft Hansen (Adduktoren) und Patrick Wiencek (Augenverletzung).

THW-Trainer Alfred Gislason geht an diesem Pokalwochenende das Viererturnier in Spenge, dessen Sieger sich für das Achtelfinale qualifiziert, professionell an: »Gerade am Ende einer langen, intensiven Vorbereitung wollen wir uns nicht überraschen lassen. Deswegen reisen wir auch am Vortag bereits an und werden uns auf das Spiel gegen Spenge genauso vorbereiten wie auf eine Partie gegen Barcelona.«

Baunatal will sich nicht kampflos ergeben

Natürlich sind auch die drei Erstligisten der Region an diesem Wochenende im Pokal gefragt. GWD Minden hat Heimvorteil und ist in seinem Viererturnier als einziger Erstligist favorisiert. Gleiches gilt für den TBV Lemgo, der es in Hildesheim zunächst mit dem Drittligisten GSV Eintracht Baunatal (Sa. 15.15 Uhr) zu tun bekommt.

Das Ziel des Trainers Florian Kehrmann ist kein Geheimnis: »Wir wollen es besser machen als vor einem Jahr.« Da patzten die Lipper gegen den Nachbarn aus Lübbecke. Samstaggegner Baunatal will sich nicht kampflos ergeben. »Lemgo ist kein Riese wie Kiel, aber ein attraktiver Gegner aus der Bundesliga«, sagte GSV-Abteilungsleiter Claus Umbach.

Erstligarückkehrer TuS N-Lübbecke hat mit der TSV Hannover-Burgdorf (Samstag 20 Uhr, ebenfalls Hildesheim) eine knifflige Aufgabe zugelost bekommen. Vor einer Woche beim Spielothek-Cup gingen sich beide Teams aus dem Weg, hatten aber viel Zeit, den jeweiligen Gegner zu beobachten.

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