Fußball-Regionalliga: SV Rödinghausen zeigt sich gegen RW Essen stark verbessert Mit Herz und Einsatzwillen

Rödinghausen (WB). Eine schwierige Situation hat der SV Rödinghausen gut gemeistert. Nach zwei Niederlagen in der Fußball-Regionalliga trat die Mannschaft beim 1:1 gegen RW Essen stark verbessert auf. Zudem ließ sie sich auch von den Verletzungen von Koray Kacinoglu und Azur Velagic nicht aus der Bahn werfen.

Von Gerrit Nolte
Sonderlob von Trainer Alfred Nijhuis: Lennart Madroch (links) hat seine Knieprobleme überwunden und zeigte beim 1:1 gegen RW Essen auf der rechten Seite eine starke Leistung. Hier flankt er vor Timo Brauer in den Strafraum.
Sonderlob von Trainer Alfred Nijhuis: Lennart Madroch (links) hat seine Knieprobleme überwunden und zeigte beim 1:1 gegen RW Essen auf der rechten Seite eine starke Leistung. Hier flankt er vor Timo Brauer in den Strafraum. Foto: Jens Göbel

Die beste Nachricht neben dem Punktgewinn war am Sonntag, dass es SVR-Kapitän Koray Kacinoglu nach seinem Zusammenprall mit Azur Velagic in der 13. Minute schon wieder besser geht. »Er war kurz bewusstlos, danach aber die ganze Zeit ansprechbar. Er kann sich aber an die Situation nicht erinnern. Gravierende Dinge wurden bei den Untersuchungen nicht festgestellt«, sagte Teammanager René Wederz.

Emotionaler Moment

Trainer Alfred Nijhuis hatte seinen Kapitän am Sonntag im Krankenhaus besucht. »Das war schon ein Schock. Es ist genau vor unserer Bank passiert und es sah wirklich nicht gut aus«, hatte Nijhuis direkt nach dem Spiel gesagt. Wie emotional der Moment war, als Kacinoglu regungslos am Boden liegen blieb, zeigte sein Vater. Der war unter Tränen sofort von der Tribüne auf den Platz geeilt, um sich nach dem Zustand seines Sohnes zu erkundigen. Zu diesem Zeitpunkt hatte Essens Mannschaftsarzt Dr. Martin Mosen bereits eingegriffen, der Kacinoglu bis zum Eintreffen des Krankenwagens versorgte, und dafür sorgte, dass der Innenverteidiger schnell wieder ansprechbar war. »Ein großer Dank geht an ihn für seine schnelle Hilfe«, betonte René Wederz.

An der Seitenlinie haderte derweil Rödinghausens Jugendkoordinator Tim Daseking. »Wenn Koray und Azur länger ausfallen sollten, wären es mit Jens Buddecke schon drei Spieler in dieser Saison«, sagte er mit Blick auf den offenen Schien- und Wadenbeinbruch, den sich Jens Buddecke im Westfalenpokalspiel gegen den SC Wiedenbrück im November 2016 zugezogen hatte.

Für die Mannschaft war es im Anschluss schwierig, sich wieder auf das Spiel zu fokussieren. Das gelang den Rödinghausern aber schnell. »Das sitzt erstmal im Kopf drin und die Stimmung war gedrückt. Das Tor hat uns wieder aufgebaut«, sagte Torschütze Lars Hutten, der nach der Unterbrechung und dem folgenden Freistoß zum 1:0 abstaubte. »Das Spiel hat für beide Mannschaften schlecht begonnen. Für Rödinghausen wegen der Verletzungen – für uns, weil wir aus dem Freistoß das Tor kassieren«, brachte es RWE-Trainer Sven Demandt auf den Punkt.

Lob für Madroch und Leeneman

Die Essener benötigten danach zehn Minuten, um sich wieder zu fangen. Danach boten beide Seiten ein Spiel, mit dem ihre Trainer zufrieden waren. »Essen hat eine erfahrenere Mannschaft und sie sind etwas weiter als wir«, erklärte Alfred Nijhuis. Gegen die zweikampfstarken Gäste wehrte sich der SVR jedoch gut. »Wir sind gut in die Zweikämpfe gekommen und haben uns geholfen. Wir können nicht alleine mit Fußballspielen gewinnen«, sagte Hutten.

Das Glück, dass der Essener Elfmeter in der Nachspielzeit an die Unterkante der Latte knallte und zurück ins Feld sprang, habe sich das Team laut Nijhuis erarbeitet. »Man hat gesehen, dass meine Mannschaft mit Herz gespielt hat. Und dann glaube ich auch daran, dass man dieses Glück auf seiner Seite hat. In der vergangenen Woche wäre das sicher ein Tor geworden«, sagte Nijhuis und sah eine deutliche Steigerung im Vergleich zum 3:4 in Düsseldorf. »Da haben wir die Punkte unheimlich doof verschenkt.«

Sehr gut gefallen hatten dem Trainer Marcel Leeneman und Lennart Madroch. »Ein großes Kompliment an Marcel, der nach seinen Knieproblemen sehr lange nicht gespielt hat, in einer schwierigen Situation nach dem Zusammenprall ins Spiel kommt und seine Sache sehr gut macht. Und für Lennart war es sehr schwer gegen Kamil Bednarski«, sagte Nijhuis. Und Marcel Leemann fasste zusammen: »Die Tendenz zeigt bei uns auf jeden Fall nach oben.«

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