Jugendcoach aus Löhne lernt eine Woche beim Zweitligisten FC St. Pauli Massanova trainiert am Millerntor

Hamburg/Löhne(WB). Exklusive Einblicke bei einem Fußball-Zweitligisten bekommt Maurizio Massanova beim FC St. Pauli. Der heimische Jugendcoach (TuRa Löhne und SV Eidinghausen-Werste) schaute den Trainerfüchsen beim Kiez-Klub für eine Woche über die Schultern.

Von Florian Weyand
Maurizio Massanova trainiert die A-Jugend von TuRa Löhne und ist Co-Trainer der B-Jugend der SV Eidinghausen-Werste. Im April absolvierte der 31-Jährige ein einwöchiges Praktikum in der Nachwuchsabteilung des Zweitligisten FC St. Pauli.
Maurizio Massanova trainiert die A-Jugend von TuRa Löhne und ist Co-Trainer der B-Jugend der SV Eidinghausen-Werste. Im April absolvierte der 31-Jährige ein einwöchiges Praktikum in der Nachwuchsabteilung des Zweitligisten FC St. Pauli. Foto: Florian Weyand

Im April 2016 gehört der 31-Jährige für fünf Tage zum Trainerteam am Millerntor. Sein Weg zum FC St. Pauli führt über eine einfache Bewerbung. »Ich habe Joachim Philipkowski, dem Leiter des Nachwuchsleistungszentrums, einfach einmal angeschrieben«, sagt Massanova. Die Bewerbung des Löhners überzeugt die Verantwortlichen des Kiez-Klubs.

Von Montag bis Freitag lernt der C-Lizenz-Inhaber (die B-Lizenz ist in Arbeit) alle Abläufe beim Fußball-Zweitligisten kennen. Massanovas Fokus liegt allerdings auf der Arbeit in der Jugendabteilung. Schließlich trainiert er selbst zwei Nachwuchsteams und möchte sich und seine Mannschaften stets verbessern.

Beeindruckt hat den Löhner, dass beim FC St. Pauli nicht nur auf dem Rasen, sondern auch abseits des Platzes an den Fähigkeiten der Spieler gearbeitet wird. »Jeder U19-Fußballer wird bei seinen Spielen gefilmt. Danach wird das Video analysiert und die Szenen werden mit dem Spieler besprochen«, berichtet Massanova. Von Frontalunterricht ist dabei aber keine Spur. »Es erinnert eher an eine Diskussionsrunde. Die Spieler wehren sich dann auch und sagen, wie sie die Situation gesehen haben«, erzählt der 31-Jährige. An einem anderen Tag hört der Löhner gemeinsam mit allen Trainern des Klubs mehrere Vorträge. Dabei geht es nicht nur um Fußball, sondern auch um die richtige Ernährung.

Viele Eindrücke, die Massanova in Hamburg gewonnen hat, möchte er nun auch in seine tägliche Arbeit beim Nachwuchs von TuRa Löhne und der SV Eidinghausen-Werste einbringen. »Ich konnte einiges mitnehmen. Gerade im athletischen Bereich habe ich neue Impulse bekommen. Dass die Jugendmannschaften sogar einen eigenen Athletiktrainer haben – das ist schon richtig interessant«, sagt der Trainer.

Warum er gerade St. Pauli ausgesucht hat? »Der Klub hat einfach ein tolles Image«, sagt Massanova. Zudem habe der Verein beim Thema Jugendarbeit einen sehr guten Ruf in der Bundesliga. »Außerdem ist dort auch alles noch sehr familiär. Auf dem Trainingsgelände gibt es eine ältere Frau, die die Spieler in ihrem kleinen Kiosk versorgt«, sagt der Nachwuchscoach. Eindrücke, die eher nicht an Glanz und Glamour des Profifußballs erinnern.

Daher passt es auch gar nicht so ins Bild, dass sich Massanova für ein weiteres Praktikum einen ganz besonderen deutschen Verein ausgesucht hat. »Ich würde gern einmal bei RB Leipzig reinschnuppern«, sagt der 31-Jährige. Die Gründe sind aber verständlich: Der Bundesliga-Aufsteiger baut derzeit ein neues Nachwuchsleistungszentrum und verfolgt ein interessantes Jugendkonzept. »Das möchte ich mir gern aus der Nähe anschauen.«

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