Unbekannte kassieren bei Zuschauern ab, die mit ihren Autos im tiefen Schlamm stecken bleiben Abzocke ärgert MSC Löhne

Löhne (WB). Als am Sonntag der Starkregen einsetzt, bricht der MSC Löhne das 42. Heidering-Rennen vorzeitig ab. Die im Schlamm versunkenen Autos der durchnässten Zuschauer werden mit Schleppfahrzeugen herausgezogen. Unbekannte machen daraus sogar ein Geschäft.

Von Florian Weyand
Michael Neumann rast über den Heidering.
Michael Neumann rast über den Heidering. Foto: Florian Weyand

Nachdem der Abbruch des Rennens durchgegeben wird, machen sich die zahlreichen Zuschauer auf den Weg zu ihren Autos. Diese stehen auf den zu Parkplätzen umfunktionierten Feldern, die mittlerweile mächtig durchgeweicht sind. Ohne Hilfe von Schleppfahrzeugen oder Treckern gibt es kaum ein Fortkommen.

»Wir haben natürlich zugesehen, dass wir erst dafür gesorgt haben, dass die Zuschauer nach Hause kommen«, sagt MSC-Pressesprecher Bernd Feyerabend. »Das hatte oberste Priorität.« Zudem weisen Helfer die Autos, die noch selbst von den Parkplätzen herunterkommen, sicher vom Gelände – und das im Dauerregen.

»Dann ist uns aber aufgefallen, dass mehr Schleppfahrzeuge unterwegs waren, als wir überhaupt auf der Strecke hatten«, sagt Feyerabend. Denn Unbekannte sind mit Treckern zur Rennstrecke gekommen und haben die Autos der Zuschauer gegen Geld aus dem Schlamm gezogen. »Wir haben zwei junge Leute gesehen, die für zehn Euro ihre Dienste angeboten haben. Als wir sie angesprochen haben, sind sie geflüchtet«, ärgert sich Feyerabend über die Abzocke an der Rennstrecke. »Wir als Verein nehmen dafür kein Geld.«

Der Ärger über die illegalen Abschlepper ist natürlich groß. Mit dem Rennverlauf sind die Motorsportler trotz des Rennabbruchs aber zufrieden. »Gerade der Samstag war natürlich super. Wir haben tolle und spannende Rennen gesehen. Zudem hat das Wetter gepasst. Und auch das Zeltfest war wieder eine tolle Feier«, zieht Bernd Feyerabend ein erstes Fazit.

Fahrerfeld stark besetzt

Auch das Fahrerfeld habe wieder durch bekannte Namen glänzen können. »Es waren starke Holländer am Start. Zudem gingen in Löhne drei Fahrer auf die Strecke, die ihr Auto noch einmal für die letzten Läufe der Europameisterschaft testen wollten«, sagt Feyerabend. Zu ihnen gehören auch Oliver Mählmann und Markus Wibbeler. Dass am verregneten Sonntag dann der Abbruch folgt, können die heimischen Motorsportler nicht beeinflussen. »Autocross ist halt ein Outdoor-Sport«, sagt der Pressesprecher. Die Entscheidung, die Rennen nicht mehr fortzusetzen, sei aber einvernehmlich zwischen Verband und Rennleitung gefallen. »Die Fahrer, die bis dahin vorn gewesen sind, haben sich natürlich etwas geärgert, weil der Lauf nicht gewertet wird. Insgesamt haben aber alle gesagt, dass es keinen Zweck mehr gehabt hat.

Aufräumarbeiten dauern an

Noch am Sonntagabend begannen die Helfer des MSC Löhne mit den Aufräumarbeiten. Normalerweise dauern diese zwei Tage an. »Aufgrund des Starkregens werden wir aber wohl ein bisschen länger brauchen«, sagt Feyerabend. Denn für die Aufräumfahrzeuge ist es immer noch schwer auf der Strecke zu fahren.

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