Brazilian Jiu-Jitsu: TG Herford bietet trendige Kampfsportart an Schach auf der Matte

Herford (WB). Stefan Kochsiek liegt mit dem Rücken auf der Matte, sein Gegner Nikita Fast-Vogt steht gebeugt über ihm. Als der seinen Trainer angreift, hebelt Kochsiek (49) den Zwölfjährigen aus und zwingt ihn zu Boden. Willkommen beim Brazilian Jiu-Jitsu! Die Turngemeinde Herford bietet die Weiterentwicklung der japanischen Kampfsportart seit mittlerweile einem Jahr an.

Von Philipp Bülter
Kampf am Boden: TGH-Trainer Stefan Kochsiek bringt Schüler Nikita Fast-Vogt die Techniken des Brazilian Jiu-Jitsu nahe.
Kampf am Boden: TGH-Trainer Stefan Kochsiek bringt Schüler Nikita Fast-Vogt die Techniken des Brazilian Jiu-Jitsu nahe. Foto: Philipp Bülter

Anders als Judo, Karate oder Aikido gilt die waffenlose Selbstverteidigung als Schach auf der Matte. Brazilian Jiu-Jitsu, kurz BJJ, vereint unzählige Kampftechniken.

So gewinnt man einen Kampf

Es geht dabei nicht in erster Linie um Kraft, sondern um die richtigen Würgetechniken und Hebelgriffe. Taktikwissen ist gefragt. Dabei können auch schwächere und kleinere Sportler ihre Gegner bezwingen. »BJJ ist ein Spiel um Positionen und eine schöne Bewegungsaufgabe. Es kann absolut von Vorteil sein, wenn man am Boden liegt«, erklärt Stefan Kochsiek, BJJ-Trainer bei der TGH.

Seit einem Jahr bietet die Turngemeinde die Sportart, bei der Tritte oder Schläge untersagt sind, an. »Von unseren 65 Abteilungsmitgliedern üben elf auch regelmäßig BJJ aus. Die Sportart erlebt einen gewissen Run«, sagt Abteilungsleiter Phil Launer. Trainer Stefan Kochsiek ist erst seit drei Jahren beim Brazilian Jiu-Jitsu dabei. »Erstes Ziel für mich ist es, dass mein Gegner aufgibt«, sagt der Blaugurt. Die Alternative: ein Sieg nach Punkten.

Es kann auch mal weh richtig weh tun

Anastasija Fast-Vogt und ihr Bruder Nikita sind zwei der jüngsten BJJ-Kampfsportler bei der Turngemeinde Herford. »Man kommt schonmal mit einem blauen Auge oder einem verstauchten Arm nach Hause. Das ist aber nicht schlimm. Nur unsere Eltern machen sich manchmal Sorgen«, sagt die elfjährige Anastasija. Für ihren Bruder Nikita (12) hat der Sport einen großen Reiz: »Man kann viele Kombinationen und Techniken lernen, wenn man am Boden liegt.« Dass das Geschwisterpaar einem durchaus ungewöhnlichen sportlichen Hobby nachgeht, sei für ihre Mitschüler spannend, sagt Anastasija: »Die meisten finden das super.«

Die beiden Nachwuchssportler stellen aktuell indes ebenso ihre Fähigkeiten beim klassischen Jiu-Jitsu unter Beweis. Beim DanRho-Cup in Gelsenkirchen sammelten die jungen Jiu-Jitsuka neben einer Bronzemedaille (Nikita) auch ein Mal Gold (Anastasija). Stefan Kochsiek: »Die haben haben wirklich tolle Wettkämpfe gezeigt.«

Verein lädt Interessierte ein

Interessierte Sportler, die bei der TG Herford Brazilian Jiu-Jitsu oder Jiu-Jitsu ausprobieren möchten, sind jederzeit willkommen. Die BJJ-Trainingsgruppe trifft sich immer donnerstags von 17.45 bis 19.15 Uhr. Jiu-Jitsu wird in aufeinander folgenden verschiedenen Altersklassen montags (17 bis 21.30 Uhr) und mittwochs (20 bis 21.30 Uhr, Erwachsene) angeboten. Trainiert wird jeweils in der Sporthalle der Wilhelm-Oberhaus-Schule am Schulwall 5.

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