Golf: Halbzeit im Platzreifekurs beim GC Ravensberger Land in Enger Die ersten Bahnen sind geschafft

Enger (WB). Die Golfbälle liegen fein säuberlich aufgereiht. Doch da wo sie sich befinden, gehören sie eigentlich gar nicht hin: im Sandbunker! Es ist Halbzeit beim Platzreifekurs für sechs Leser dieser Zeitung beim GC Ravensberger Land in Enger. Und Trainer Andreas Pautz geht jetzt endgültig in die Vollen. 

Von Lars Krückemeyer     

Zum ersten Mal holen wir (auch der Verfasser wurde von Clubsprecher »Hermann« Schwärmer unbarmherzig zum Mitmachen verdonnert) das Sand Wegde aus der Schlägertasche. So heißt das flache Eisen, mit dem wir die gelben Trainingsbälle im hohen Bogen bitteschön wieder auf die Bahn löffeln sollen.

Als würde der Ball grinsen

Schnell wird allen klar: Am besten, man kommt erst gar nicht in diese Verlegenheit. Denn während Andreas Pautz (»Golf ist eine Leidenschaft fürs Leben!«) die Bälle wie ein Uhrwerk aus ihrer misslichen Lage befreit, kullern bei uns viele wieder von der Bunkerkante zurück. Und bei genauerem Hinsehen, scheinen sie einen dabei auch noch fröhlich anzugrinsen.

Aber wir haben natürlich auch Erfolgserlebnisse. Anscheinend traut Andreas Pautz es uns inzwischen zu, komplette Bahnen zu spielen (und zu beenden). Beim ersten, scheinbar unendlichen 172 Meter entfernten Loch auf der Kurzbahn ist es dann plötzlich mucksmäuschenstill. Denn hier wird’s ernst, jetzt wird im Gegensatz zur Übungsmatte auf der Driving Range jeder Schlag notiert.

Die Zeit vergeht schnell

Es ist nicht das schlechteste Gefühl, wenn einem als Anfänger der Abschlag auf die Bahn (für mich die erste meines Lebens) auf Anhieb brauchbar gelingt. Wir absolvieren in zwei Gruppen alle vier Bahnen, nehmen kaum noch wahr, dass sich Andreas Pautz längst abgesetzt hat, und merken gar nicht, wie schnell die Zeit vergeht.  

An vier Abenden haben wir Anfänger nun schon den Anweisungen des erfahrenen Golflehrers auf der Anlage des GC Ravensberger Land in Enger-Pödinghausen aufmerksam gelauscht. Wir haben abgeschlagen, gechippt und geputtet. Wir bilden mit Schläger und Körper ein Ypsilon, lassen den Bauchnabel in der Verlängerung zum Griffkopf mitschwingen (ganz wichtig!) und versuchen, ohne Kraft durchzuschwingen.

Geschenkt gibt’s nichts

Klingt simpel, ist es aber nicht. Noch vier Trainingseinheiten folgen, die Theorie müssen wir uns in Heimarbeit selbst aneignen. Dann gilt es bei allem Spaß, Farbe zu bekennen und sich der Platzreife-Prüfung zu unterziehen. Denn: Geschenkt gibt’s die für uns natürlich nicht.

Deshalb machen wir auch reichlich von dem Angebot gebrauch, jederzeit auf dem Platz an unserer Technik zu feilen. Das zahlt sich manchmal aus, dann wiederum klappt gar nichts. »Immer mit der Ruhe, jeder Tag ist anders«, versichert mir ein erfahrener Golfer des Clubs, wenn ich nach einem 100 Meter-Abschlag mal jubelnd die Faust balle oder mir nach einem mal wieder missratenen Versuch ein Schimpfwort rausrutscht. Noch so ein Thema beim Golf: Regeln und Etikette. Doch davon mehr beim nächsten Mal an dieser Stelle. Ich hab’ jetzt Feierabend und fahre zum Training. Der Bunker lässt mir keine Ruhe.

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