15. Böckstiegellauf: Gütersloherin schneller als einst die Kenianerin Powyo Rannacher läuft Rekord – Sansar hält Pohle in Schach

Werther (WB). Beim Müns­ter-Marathon drei Wochen zuvor war er in 2:23 Std. bester Deutscher, am 14. Oktober will er den Essener Traditions-Marathon gewinnen. Dazwischen hat Elias Sansar am Samstag in hervorragenden 1:02:17 Std. den 15. Böckstiegellauf gewonnen. Michelle Rannacher lief als schnellste Frau Streckenrekord.

Von Gunnar Feicht
Walker und Läufer auf dem ersten Kilometer: Im Teutoburger Wald, aber auch später auf dem Weg durch Isingdorf nach Werther haben die Sportler ideale Bedingungen genossen. Nach dem Dauerregen im Vorjahr ein traumhafter Herbstlauf.
Walker und Läufer auf dem ersten Kilometer: Im Teutoburger Wald, aber auch später auf dem Weg durch Isingdorf nach Werther haben die Sportler ideale Bedingungen genossen. Nach dem Dauerregen im Vorjahr ein traumhafter Herbstlauf. Foto: Sören Voss

Auf der klassischen 18-km-Strecke zwischen dem Wanderparkplatz Peter auf’m Berge und dem Ziel in Werther ließ die zierliche Gütersloherin nur neun Männern den Vortritt.

Mit 1:08:54 Std. war sie nach der Kombination aus Cross- und Straßenlauf 62 Sekunden schneller als einst die kenianische Profiläuferin Paris Powyo, die 2005 in 1:09:56 gewonnen hatte. Für die 24-Jährige, die vor Jahresfrist in Werther überlegen das 10-km-Rennen gewann, hat sich der Umstieg auf die lange Strecke gelohnt: »Ich bin hier zum ersten Mal die 18 gelaufen, die abwechslungsreiche Strecke ist super schön. Jetzt will ich am 13. Oktober in Brockhagen bei den NRW-Meisterschaften über 10 km eine gute Leistung bringen.« Die aktuelle Form scheint zu stimmen.

Das gilt auch für Elias Sansar. Der elffache Hermannslauf-Sieger hatte den »Böckstiegel« bis auf 2016 (Sieg in 1:03:05) wegen seiner Marathon-Ambitionen bisher gemieden. Auf der ersten Streckenhälfte über Stock und Stein im Teuto begann er verhalten. »Ich wollte zwei Wochen vor Essen auf keinen Fall eine Verletzung riskieren«, sagte Sansar, der im schwersten Anstieg zwischen Kilometer 6,5 und 8 zu den beiden führende Brackwedern Hendrik Pohle und Marius Güths aufschloss. Vorjahressieger Pohle, der zumeist geführt hatte, musste Sansar nach etwa 16 km ziehen lassen, lag aber im Ziel nur 26 Sekunden hinter dem Favoriten und lief schneller als bei seinem Vorjahressieg. Güths war mit Rang drei sehr zufrieden, lief fast zwei Minuten schneller als bei seinem Sieg 2015.

Bei idealem Wetter fehlte diesmal Böckstiegellauf-Dauerbrenner Dirk Strothmann (im Vorjahr noch Dritter): Der Routinier vom LC Solbad hatte sich beim Kugelstoßen für das Sportabzeichen das Knie verdreht. Schnellster »Einheimischer« war so Ex-Fußballer Benjamin Zingler, den die Wertheraner als stellvertretenden Leiter der Volksbank-Zweigstelle kennen, auf Rang 21 unter 579 Läufern und 210 Läuferinnen, die über 18 km in Ziel kamen. Viele freuten sich bei Top-Bedingungen über persönliche Bestzeiten – wie Morten Stiller, ehemaliger Fußballer des BV Werther: »Nachdem ich fußballerisch nur noch ein bisschen bei den Altherren mitmache, bin ich seit einigen Jahren bei Volksläufen aktiv und laufe die gesamte Trailcup-Serie. So schnell wie heute war ich beim Böckstiegellauf noch nie«, freute er sich über Rang 29 im großen Feld.

Steinböhmers ungewöhnliches »Comeback«

Im Hauptlauf dominierten bekannte Gesichter, über die 10-km-»Kurzstrecke« trugen sich neue Namen in die Siegerliste ein. Bei den Frauen setzte sich Sonja Lücke vom Paderborner Lauftreff Lieth vor Ilona Pfeiffer und Sabine Engels, zwei Leistungsträgerinnen des LC Solbad, an die Spitze. Als sie ins Ziel lief, hatte ganz vorne schon Leon Steinböhmer für eine Überraschung gesorgt: Der 22-Jährige, bisher als Fußballer bei SV Häger, VfR Wellensiek und VfL Theesen aktiv, gewann auf den letzten 300 m den Zielsprint gegen Vorjahressieger Ingmar Lundström sicher.

Der junge Wertheraner, der seit Anfang 2016 ein duales Studium in Frankfurt absolviert hat, kam über einen Kumpel in der hessischen Metropole zum Ausdauersport und ist dort inzwischen schon in der Triathlon-Regionalliga gestartet: »Ich habe schnell gemerkt, dass das genau mein Ding ist.« Erst in diesen Tagen aus Frankfurt zurückgekehrt, meldete sich Steinböhmer spontan beim Lauf in seiner Heimatstadt an und wird auch künftig die heimische Lauf- und Triathlonszene bereichern: »Ich beginne im Wintersemester ein Studium der Sportwissenschaften in Bielefeld.«

Die Resonanz beim 15. Böckstiegellauf lag mit insgesamt 1414 Finishern (inklusive Schülerlauf und Walking) nicht weit hinter dem Rekordjahr 2015 (1531).

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