Westfalenpokalendrunde: SF Loxten kann euphorische Spenger nicht gefährden Lerneffekt – aber leere Hände

Versmold-Loxten  (WB/guf). Gegen einen TuS Spenge auf der Euphoriewelle hat SF Loxten auch im Kampf um den Westfalenpokal den Kürzeren gezogen. Den Großteil seiner Titelchancen hatte der heimische Handball-Oberligist als Gastgeber allerdings schon in der zweiten von drei Turnierpartien der Endrunde verspielt.

Auch Dominik Stöhner scheitert in dieser Szene: Der Vertreter von Timo Menger kommt an Spenges Bastian Räber nicht vorbei.
Auch Dominik Stöhner scheitert in dieser Szene: Der Vertreter von Timo Menger kommt an Spenges Bastian Räber nicht vorbei. Foto: Gunnar Feicht

Da verloren die ersatzgeschwächten Schützlinge von Thomas Lay nämlich 23:25 (13:13) gegen den Verbandsligisten TuS Hattingen. Nach dieser Partie und dem Auftaktpflichtsieg gegen Landesligist Bösperde (20:16) stand vor dem abschließenden 40-Minuten-Duell mit Spenge fest, dass die Loxtener einen Sieg mit vier Toren Differenz gebraucht hätten, um dem Titelverteidiger doch noch den Landesverbandspokal wegzuschnappen.

Doch diesen Kraftakt bekamen die Hausherren am Ende eines achtstündigen Turniers nicht hin. Von vornherein ohne die verletzten Kalms, Harnacke und Stinhans sowie ohne die Kurzurlauber Harting und Weigel angetreten, musste SFL im letzten Spiel auch noch Timo Menger ersetzen. Und geriet prompt 0:3 und 2:6 (7.) in Rückstand, weil Sebastian Kopschek in den ersten Minuten alles traf: Der Linkshänder erzielte fünf der ersten sechs TuS-Tore. Nach ihrem Coup vom Vorabend mit dem Oberliga-Sieg bei Spitzenreiter TSG Bielefeld strotzten die Spenger nur so vor Selbstvertrauen und fingen mit ihrem stark besetzten Kader den Kräfteverschleiß eindrucksvoll auf.

Die Loxtener stemmten sich zwar über 7:10, 8:14, 10:14 (Halbzeit), 10:15, 13:16 (24.), 15:20 und 18:21 gegen eine deutliche Klatsche. Aber als sie Kopschek früher bearbeiteten und über eine Steigerung der Abwehr in Halbzeit zwei besser ins Spiel kamen, drehte auf Spenger Seite Leon Prüßner auf. Der aus Bielefeld gekommene Linksaußen, in der Liga zumeist im Schatten von Torjäger Sebastian Reinsch, traf mit trickreichen Wurfvarianten in den zweiten 20 Minuten sechsmal. Und Kopschek (10/1 Tore gegen Loxten) setzte am Ende zum 22:18 und 23:19 die beiden Schlusspunkte für den verdienten Westfalenpokalsieger.

Den Loxtenern blieb damit der große Wurf versagt. Spenge hingegen ließ sich nach der Pokalübergabe durch HVW-Präsidiumsmitglied Thomas Boerscheper von seinen Fans unter den rund 200 Zuschauern feiern. TuS-Trainer Heiko Holtmann war von seinem Team begeistert: »Das war heute eine Kopfaufgabe. Nach dem sensationellen Spiel vom Freitag habe ich zu den Jungs gesagt: Ihr ward in Bielefeld gut, aber stolz bin ich auf euch erst, wenn ihr das heute auch hinkriegt. Dass wir dann im letzten Spiel noch mal so die Biege kriegen, war nicht zu erwarten.« Immerhin wurde Rückraumschütze Phil Holland sogar geschont.

Die Gastgeber mussten sich damit begnügen, dass das Endrundenturnier seinen zweiten Zweck erfüllte: »Es waren wichtige Spiele unter Wettkampfbedingungen – zum Beispiel, um Marian Stockmann wieder heranzuführen. Außerdem habe ich einiges gesehen, wo wir in den zwei Trainingswochen bis Möllbergen ansetzen müssen«, resümierte Thomas Lay. Wie auch Heiko Holtmann hob er die Qualität der beiden unterklassigen Gegner hervor. Zur Niederlage gegen Verbandsligist Hattingen, der auch Spenge einiges abverlangte, sagte der SFL-Coach: »Der körperlich starke Kreisläufer hat uns Probleme bereitet. Anfang der zweiten Hälfte haben wir Fehler gemacht und uns einige komische Dinger gefangen.« Nach dem 13:16 verkürzte Loxten auf 18:19. »Aber fünf Minuten vor Schluss haben wir mit unglücklichen Aktionen auf dem Weg nach vorne einige Bälle verloren und sind im Gegenzug bestraft worden«, so Lay.

SF Loxten pielte die Endrunde mit: Welge, Plum und Possehl im Tor sowie Schäper (4 Tore gegen Bösperde, 5 gegen Hattingen, 3 gegen Spenge), Stöhner (-, -, 1), Meyer (2/1, 2, 4/1), Menger (4, 5, fehlte gegen Spenge), Stockmann (-, -, 1/1), Blankert (2, -, 4), Sandkühler (-, -, -), C. Kraak (1, -, -), J. Patzelt (-, 3, 2), A. Kraak (2, 2, 0), N. Patzelt (4, 5, 0), Steinkühler (1, 1, 4).

Die Ergebnisse: SF Loxten - DJK SG Bösperde 20:16TuS Spenge - TuS Hattingen 25:19TuS Hattingen - SF Loxten 25:23DJK SG Bösperde - TuS Spenge 15:23TuS Hattingen - DJK SG Bösperde 28:13SF Loxten - TuS Spenge 19:23

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