Handball-Oberliga: SF Loxten unterliegt abgezocktem TuS Spenge 23:29 Welges Paraden reichen nicht

Versmold-Loxten  (WB). Spenge, immer wieder TuS Spenge. Auch im siebten Versuch hat SF Loxten in der Handball-Oberliga gegen den OWL-Nachbarn aus dem Herforder Kreisgebiet keinen Sieg geholt und mit 23:29 (11:9) verloren – diesmal vor der eindrucksvollen Kulisse von 750 Zuschauern.

Von Sören Voss
Am Ende doch wieder am Boden: Heiner Steinkühler & Co. haben alles gegeben, bleiben aber gegen Spenge sieglos.
Am Ende doch wieder am Boden: Heiner Steinkühler & Co. haben alles gegeben, bleiben aber gegen Spenge sieglos. Foto: Sören Voss

Sichtlich angefressen stampfte Pascal Welge nach Spielende durch die Katakomben der Versmolder Arena. »Wir haben uns mit drei Gegenstößen in drei Minuten überlaufen lassen. Ich wusste nicht, dass sich eine Niederlage gegen Spenge so besch… anfühlen kann«, ärgerte sich der Loxtener Torwart.

Seine schlechte Laune war durchaus nachvollziehbar: Mit einer von Spenges Trainer Heiko Holtmann nachher als »sensationell« eingestuften Leistung hatte Welge maßgeblichen Anteil daran, dass sein Team mit einer 11:9-Führung in die Pause gegangen war. Loxten war denkbar schlecht mit 1:5 (9.) gestartet, hatte dann aber in den folgenden 20 Minuten mit einem 10:4-Lauf seinen besten Handball präsentiert. Die 6-0-Abwehr zeigte sich auf Spenges Spezialisten Phil Holland, Sebastian Reinsch und Co. glänzend eingestellt, in der Offensive sorgte der eingewechselte Max Schäper für viel Betrieb und Heiner Steinkühler für sieben Tore. Als benötige er einen Flugschein, hechtete zudem Welge durch seinen Sechsmeterraum und sorgte mit neun teils spektakulären Paraden dafür, dass die euphorischen Loxtener Anhänger auf der voll besetzten Tribüne ihre Farben mit stehenden Ovationen in die Halbzeit verabschiedeten.

Mit Beginn des zweiten Durchgangs begann sich dann aber das Blatt zu wenden. Spenge tauschte im Innenblock die Positionen, statt Gordon Gräfe kümmerte sich jetzt zumeist Oliver Tesch um Heiner Steinkühler, was dem Loxtener überhaupt nicht schmeckte. Den ersten Spenger Schlag mit drei Treffern direkt nach der Pause zum 11:12 wussten die Gastgeber noch zu beantworten, nach der 16:14-Führung (39.) lief offensiv aber nichts mehr zusammen. Jan Patzelt holte gegen die Innenblock-Hünen am Kreis nicht mehr als einige Siebenmeter heraus und erzielte kein Tor. Gleiches galt für Christian Kalms, der dann mit einem »Pferdekuss« vom Feld musste. Weil Max Schäper sich schon im ersten Abschnitt verausgabt hatte und Marlon Meyer einen unglücklichen Tag erwischte, kam Spenge mit dem starken Torwart Kevin Becker jetzt zu vielen Ballgewinnen. In der Phase, die nicht nur Welge später ärgerte, fehlte den Sportfreunden ein beruhigender Regisseur. Ohne die ordnende Hand bedeuteten drei schnelle Spenger Gegenstöße und ein Holland-Siebenmeter (18:24/ 54.) das vorzeitige Loxtener Aus.

»Eigentlich war es ein gutes Spiel von uns«, begann SFL-Coach Thomas Lay seine Einordnung positiv, »aber wir haben es uns in kürzester Zeit kaputt gemacht, weil im Angriff die Struktur gefehlt hat. Man darf trotzdem nicht vergessen, dass Spenge zu den Schwergewichten der Oberliga zählt.« Dass die Lay-Schützlinge mehr als nur phasenweise mithalten können, wollen sie schon am kommenden Samstag beweisen, wenn es in der Westfalenpokal-Endrunde an selber Stelle zur Neuauflage kommt – der nächste Anlauf auf einen Sieg gegen den langjährigen Zweitligisten und die nächste Chance auf bessere Stimmung im Kabinengang.

Daten & Fakten

SF Loxten: Welge, Plum (ab 53.); Schäper (2), Stinhans (n.e.), Menger (2), Stockmann, Blankert (3), Kalms, Harting (1), J. Patzelt, Weigel (2), N. Patzelt (2), Steinkühler (10/3), Meyer (1).

TuS Spenge: Becker, Räber (n.e.); Clausing, Kopschek (2), Reinsch (6), Wolff (3), Brezina (2), Bracksiek, Ortjohann, Tesch (3), Prüßner (2), Holland (10/5), Breuer (1), Gräfe.

Stationen: 1:5 (9.), 6:8 (18.), 10:9 (26.), 11:9 (HZ), 11:12, 16:14 (39.), 16:19, 18:20 (48.), 18:24 (54.), 21:26, 23:29.

Zeitstrafen: SFL 1, TuS 3. Zuschauer: 750

So geht es weiter: 25.11. Westfalenpokal-Endrunde in der Versmold Sparkassen-Arena.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.