Handball-Oberliga: Loxtens Marian Stockmann nach Leidenszeit zum Spiel in Gevelsberg wieder fit Comeback in der »Hölle West«

Versmold-Loxten  (WB/guf). Am 6. Dezember 2016 ist es passiert: Im Testspiel gegen TuS 97 Bi.-Jöllenbeck riss bei Marian Stockmann im rechten Knie das Kreuzband. Fast genau elf Monate hat es gedauert, bis der Linkshänder von Handball-Oberligist SF Loxten an diesem Samstag bei HSG Gevelsberg/Silschede sein Punktspiel-Comeback feiern kann.

Auf dem Weg zurück ins Oberliga-Team: Bei der Westfalenpokal-Vorrunde in Ochtrup (Foto) hat Marian Stockmann erstmals wieder den Dress der Loxtener Ersten getragen. In Gevelsberg folgt Samstag das Punktspiel-Comeback.
Auf dem Weg zurück ins Oberliga-Team: Bei der Westfalenpokal-Vorrunde in Ochtrup (Foto) hat Marian Stockmann erstmals wieder den Dress der Loxtener Ersten getragen. In Gevelsberg folgt Samstag das Punktspiel-Comeback. Foto: Nico Seifert

»Die Schmerzen im Knie waren drei, vier Wochen nach der Operation abgeklungen. Aber wenn du dich bei der Arbeit nach vier Monaten wieder beschwerdefrei bewegen kannst und dann überlegst, wie lange Du noch auf Wettkampfsport verzichten sollst, ist das eine harte Geduldsprobe.« Der 26-Jährige, in Warendorf als Bankkaufmann tätig, wurde geradezu auf die Folter gespannt. »Sich damit abzufinden, so viele Spiele von der Tribüne anzusehen, ohne mithelfen zu können, das war schon schwierig«, gesteht der Rückraumschütze. Zuvor war er nie auch nur annähernd so lange verletzt ausgefallen.

Neuanfang nach seriösem Aufbau

Als es ihn vor knapp einem Jahr erwischte, da hatte sich der Neuzugang von der HSG Gütersloh gerade voll integriert und war als einziger Linkshänder im SFL-Rückraum zu einem echten Faktor geworden: Sieben Treffer beim Remis gegen Spenge und fünf in Augustdorf, beim letzten Spiel vor der langen Zwangspause, signalisierten dies.

Jetzt will er wieder angreifen – nach einem behutsamen und seriösen Formaufbau, der das Knie hoffentlich dauerhaft stabilisiert hat. »Mit Kurzeinsätzen in der zweiten Mannschaft und den Pokalspielen am vergangenen Samstag habe ich mich gut vorbereitet. Gegen die starken Oberligisten gibt es ja keinen Spielraum, sich zu testen«, sagt Stockmann und hofft, dass er jetzt auch die Nagelprobe in Gevelsberg besteht. Kurios: Als er im Dezember 2016 ausfiel, hatte der Spielplan den gleichen Gegner fürs nächste Oberligaduell vorgesehen.

Das Tabellenbild täuscht

»Das Spiel in Gevelsberg wollen wir unbedingt gewinnen, um uns vor den schweren Aufgaben gegen Spenge und TSG Bielefeld etwas den Druck zu nehmen«, blickt Stockmann nach vorne. Dass die Gastgeber sieglos Letzter sind und seit dem Auftakt-Remis gegen Augustdorf keinen Punkt ergattert haben hält der Loxtener für ein gefährliches Trugbild: »Die haben sich gegenüber dem Vorjahr durchaus punktuell verstärkt und hatten bisher einfach nur ein superschweres Programm.« In der Tat hat die HSG die leistungsstarken Brocken Bielefeld, Spenge, Gladbeck, Soest und LIT schon hinter sich.

Marian Stockmann hofft, dass er in den kommenden Wochen dazu beitragen kann, das mäßig bestückte Loxtener Konto von 6:8 Punkten noch kräftig aufzubessern: »Außer der Partie in Gladbeck habe ich alle Spiele gesehen. Wir belohnen uns bisher noch zu selten für den Aufwand. Zum Beispiel gegen LIT war der Gegner zwar clever, die Niederlage unterm Strich aber unnötig«, sagt der 26-Jährige, der als Youngster mit Gütersloh schon Oberliga gespielt hat. Sein Eindruck zur schwierigen Situation am Rand der Abstiegszone: »In der ausgeglichenen Liga geben oft viele kleine Dinge den Ausschlag. Wir müssen noch besser unser Leistungsvermögen abrufen.« Zum Beispiel diesen Samstag mit den ersten Oberliga-Toren der Marke Stockmann nach langer Pause.

In Gevelsberg unter Druck: Sorgen um Harnacke

»Wir sind uns der Situation bewusst.« Trainer Thomas Lay verhehlt nicht, dass SF Loxten in der »Hölle West« (oft mehr als 600 Zuschauer) unter Druck steht. Um bei derzeit 6:8 Punkten vor den schweren Spielen gegen Spenge und TSG AH nicht unten reinzurutschen, braucht Loxten kühlen Kopf, aber auch kämpferisches Feuer: »Uns erwartet ein ex­trem körperliches Spiel. Allein die Kreisläufer-Riesen Lindemann und Dudczak stellen jede Abwehr vor eine Mammutaufgabe«, sagt Lay. »Wir sind auf dem richtigen Weg, dürfen uns aber nicht solche Phasen wie in den letzten zehn Minuten gegen LIT erlauben.« Auf der Kippe stehen die beiden etatmäßigen Rechtsaußen: Nils Patzelts Einsatz ist nach halbwegs ausgeheiltem Bänderriss sehr fraglich, Max Harnacke (Patellasehne) konnte nicht trainieren, versucht es aber wohl doch.

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