Sportfest Hesselteich: Partystimmung und die Suche nach dem verschwundenen Pokal Atemberaubende Show der Elastic Boys

Versmold-Hesselteich  (WB). Immer neue Superlative beim Mitternachts­cup: Ostwestfalens größte Handballparty beim 58. Pokalsportfest der Spvg. Hesselteich stand diesmal ganz im Zeichen der Elastic Boys. »So eine Choreografie habe ich noch nie erlebt, die war echt atemberaubend«, staunte selbst Gerald Klekamp, seit Beginn des Flutlichtturniers der Zeremonienmeister beim Einmarsch der bunt kostümierten Hobbyteams.

Von Gunnar Feicht und Nico Seifert
Die Elastic Boys haben ihr Horror-House mitgebracht: Mit tollen Ideen und einer bühnenreifen Choreografie hat die Truppe um die handballverrückte Familie von Ameln endlich den Mitternachtscup gewonnen. Den tollen Auftritt beim Einmarsch hat die Jury mit der Höchstpunktzahl bewertet.
Die Elastic Boys haben ihr Horror-House mitgebracht: Mit tollen Ideen und einer bühnenreifen Choreografie hat die Truppe um die handballverrückte Familie von Ameln endlich den Mitternachtscup gewonnen. Den tollen Auftritt beim Einmarsch hat die Jury mit der Höchstpunktzahl bewertet. Foto: Nico Seifert

Die Truppe um den Hesselteicher Vollbluthandballer Oliver von Ameln mitsamt Familie und Freunden brach mit ihrer Rocky-Horrorshow am Freitagabend alle Rekorde. »Vor einem Jahr waren sie hinter dem Poker- und Tellverein ganz knapp geschlagen bester Zweiter in der Geschichte des Mitternachtscups. Das hat den Olli mächtig gefuchst. Jetzt sind sie der beste Erste aller Zeiten«, sagte Gerald Klekamp. In der Endabrechnung, bei der auch Fair Play und Umsatz an der Theke schwerer wiegen als der sportliche Erfolg, brachten es die Elastic Boys auf zehn Punkte mehr als der Titelverteidiger. Dessen Teammitglied Max Maschmann vollzog diesmal im Zusammenspiel mit Gerald Klekamp die Wachablösung am Mitternachtscup-Mikrofon und übernimmt künftig die Moderation. »Ich bin jetzt 60, da sollen auch mal Jüngere ran. Und ich will nächstes Jahr endlich mal selbst als Spieler dabei sein«, sagt der Erfinder des Flutlichtevents und wartet auf »Angebote«.

23 Teams sorgten beim Abendturnier wieder mal für Riesenstimmung. Doch nachdem bei der Siegerehrung für Oliver von Ameln ein Lebenstraum in Erfüllung gegangen war, folgte kurz darauf der Schock: Die begehrte Trophäe war verschwunden! Erst am Samstag tauchte der Cup wieder auf – gefunden im Auto eines Zeltgastes, der die Nacht als Camper am Sportplatz verbracht hatte. Weil ein Henkel fehlte, wurde von Ameln selbst aktiv und reparierte den »Pott« mit handwerklichem Geschick. Die findigen Hesselteicher machten daraus eine zusätzliche Attraktion: Der Cup wurde bis Sonntag auf dem Turniergelände angekettet und streng bewacht, ehe ihn die Elastic Boys nach der letzten Siegerehrung noch einmal überreicht bekamen.

Auch alle anderen Unwägbarkeiten, die ein Mammutturnier mit letztlich 142 Mannschaften mit sich bringt, brachte das Orgateam der Spielvereinigung in den Griff: Sogar ein Computerabsturz, der alle Mannschafts-Nachmeldungen für den Sonntag verschwinden ließ, konnte den Zeitplan nicht aus der Bahn werfen. Eine Viertelstunde vor Turnierbeginn hatten EDV-Experten den Super-GAU repariert. »Mit der Resonanz sind wir wieder sehr zufrieden, auch das Wetter hat optimal gepasst«, bilanzierte Gerald Klekamp die stressigen Tage. Und war froh, dass Fair Play an der Casumer Straße höher steht als verbissener Ehrgeiz. Zum Beispiel im Endspiel der männlichen D-Jugend: Beim Abpfiff wies Coach Uwe Wittkamp, der mit Hesselteich/Loxten knapp führte, darauf hin, dass noch die Unterbrechung einer Auszeit nachzuspielen sei. Die fehlenden Sekunden wurden dran gehängt, Gegner TG Hörste drehte noch das Spiel, holte sich den Turniererfolg – und gratulierte in dem Fall mal dem zweiten Sieger: Fair geht vor!

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