Handball-Oberliga: Selmanovic-Siebenmeter rettet Punkt gegen TSG SF Loxten feiert 31:31 wie einen Sieg

Versmold-Loxten (WB). Als Elvir Selmanovic den Handball mit dem Abpfiff trocken im linken unteren Toreck versenkt, steht die Sparkassenarena einmal mehr Kopf. Alle Spieler der Sportfreunde Loxten stürmen auf den Siebenmeter-Schützen zu, der das 31:31 (16:16) gegen TSG AH Bielefeld in der Oberliga gesichert hat.

Von Sören Voss
Zuhause eine Klasse stärker: Loxtens Jan Patzelt bejubelt mit den Zuschauern den Punktgewinn gegen die TSG AH Bielefeld.
Zuhause eine Klasse stärker: Loxtens Jan Patzelt bejubelt mit den Zuschauern den Punktgewinn gegen die TSG AH Bielefeld. Foto: Sören Voss

Für die Frösche ist das Unentschieden im OWL-Duell vor mehr als 650 Zuschauern ein gefühlter Sieg. »Es wäre verdammt blöd gewesen, wenn wir nach dieser starken Leistung nichts geholt hätten«, analysiert Sebastian Hölmer die Gefühlslage.

Selmanovic, beim Stand von 10:14 eingewechselt (23.) und mit seiner Präsenz im Angriff ein wichtiger Faktor, wird derweil von Nachwuchsfans in SFL-Trikots belagert, die ihn um Selfies bitten. »Egal, in welcher Liga – für diese Momente macht man es doch«, berichtet der Routinier über den gewissen Nervenkitzel von der Siebenmetermarke und lächelt gleichzeitig in die Handykameras. »Meine Frau hat mich auch schon gefragt, wieso ich so schnell geworfen habe. Aber wenn ich länger nachdenke, machte ich wohl noch einen verrückten Leger«, grinst Selmanovic.

Gäste-Trainer Michael Boy diskutiert nach Abpfiff noch mit den Schiedsrichtern. »Der letzte Siebenmeterpfiff kam zehn Sekunden vor Schluss. Wenn sie die Zeit dann anhalten, hätten wir noch einen Angriff bekommen. Wir haben ein gutes Oberliga-Spiel mit schönen Toren gesehen«, sagt Boy und muss eingestehen, dass das Resultat leistungsgerecht ist.

»Spitz auf Knopf«

In der ersten, von Gegenstößen geprägten Halbzeit, starten die Gastgeber mit 5:2, ehe die TSG aufdreht und auf 8:5 (12.) davonzieht. Nach dem 6:11 fangen sich die Loxtener aber und gestalten die Partie ausgeglichen. Sebastian Hölmer, der sich im ungewohnten rechten Rückraum schwer getan hat, kommt von links wieder besser zur Geltung, außerdem trifft die Flügelzange Timo Menger (9) und Nils Patzelt (4) hervorragend.

Es steht »Spitz auf Knopf«, wie Loxtens Thomas Lay später beschreibt. Mit spektakulären Paraden liefern sich die Torhüter Hendrik Peters (SFL) und Pascal Welge (TSG) ein Fernduell. Auffälligster TSG-Mann ist Lukas Schulz: Der Steinhagener, dessen Verbleib bei der TSG ungewiss ist, besorgt dreimal den Ausgleich.

»Bann ist endlich gebrochen«

Und das obwohl sich seine zu Beginn der Halbzeit erlittene Verletzung im Krankenhaus als Mittelhandbruch herausstellen wird. Hölmer hat Glück, dass er für sein Gegenstoßfoul am treffsicheren Leon Prüßner nur zwei Minuten auf die Strafbank muss (55.). 32 Sekunden vor Ende besorgte Phil Holland mit einer Energieleistung die 31:30-Gästeführung. Mit ihrem Foul an Jan Patzelt legen dann aber Till Kirsch und Tobias Fröbel den Grundstein für Selmanovics Schlussakkord.

»Natürlich hofft man immer, bei so was noch die Finger dranzubekommen«, sagt der machtlose Keeper Welge später, der bekanntlich ab Sommer das Loxtener Trikot trägt. »Aber der Bann ist endlich gebrochen. Ich habe meinen ersten Punkt in der Sparkassenarena geholt und kann jetzt hier auch öfter auflaufen.« Noch so einer, der sich an diesem Abend wie ein kleiner Sieger fühlen darf.

Daten & Fakten

SF Loxten: Peters, Possehl (n.e.); Selmanovic (4/4), Stinhans (n.e.), Menger (9), Hölmer (4), Kalms (3/2), Harting (2/1), J. Patzelt (4), Harnacke (n.e.), Weigel, N. Patzelt (5), Blankert, Dieckmann (n.e.).

TSG AH Bielefeld: Welge, Hendrich (bei 7m); Schumann, Schmidt, Schuwerack (2), N. Prüßner, Fröbel (2), Holland (5), Strathmeier (2), Kirsch (2), L. Prüßner (7), Schulz (9/2), Sewing (2).

Stationen: 5:2 (6.), 5:8 (12.), 6:11 (16.), 10:12, 14:14, 16:16 (HZ), 17:16, 19:20, 21:21, 27:27 (52.), 29:28, 30:31, 31:31.

Zeitstrafen : 5:3. Zuschauer: 650.

So geht’s weiter : Sa., 18. März, 19.30 Uhr, VfL Gladbeck (A)

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.