Nach 0:2 noch 3:2 – Klartext, Kacktor und sieben Ausfälle kompensiert Verrückte Verler Aufholjagd

Düsseldorf (WB). Für den SC Verl spricht ...nichts! Nein, im Grunde genommen ist der Kellerkrimi der Fußball-Regionalliga West bei Fortuna Düsseldorfs U 23 am Samstag nach einer halben Stunde gelaufen: Die Gäste liegen 0:2 zurück, pfeifen personell aus dem letzten Loch und geben ein erschreckend jämmerliches Bild ab. Wie es dann zur Wende kommt? Warum die Ostwestfalen ein 3:2 bejubeln dürfen? Eigentlich ganz einfach!

Von Christian Bröder

Trainer Andreas Golombek (48), dem am Montag ab 17.30 Uhr beim DFB in Frankfurt die Fußballlehrer-Lizenz verliehen wird, dreht zur Pause an den personellen Stellschrauben. Er rüttelt die Mannschaft verbal wach. Und die zeigt Moral.

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Wer absteigen will, der muss einfach nur weiter so machen. Die Jungs dürfen mal schlecht spielen, aber die erste Hälfte war ja schlechter als schlecht.

Andreas Golombek

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»Ich habe ihnen erklärt, welche Klubs in der Oberliga sind. Wer absteigen will, der muss einfach nur weiter so machen. Die Jungs dürfen mal schlecht spielen, aber die erste Hälfte war ja schlechter als schlecht. Deshalb musste ich Klartext reden.«

Für Verl läuft’s erst mal wie verhext

In der Tat sieht es 43 Minuten danach aus, als könne Verl die fast schon irrwitzige Personalmisere nicht wegstecken: Dass sechs Leistungsträger fehlen würden, war schon im Vorfeld klar. Jannik Schröder fängt sich zudem über Nacht eine Magen-Darm-Grippe ein und muss Golombek (»Der war weiß wie die Wand«) absagen. Mit Watte in den schmerzenden Ohren und grippegeplagt läuft Kapitän Julian Schmidt auf. Auch Daniel Mikic ist nicht fit, muss aber ran – es scheint wie verhext!

Als Düsseldorf dann durch den Japaner Shunya Hashimoto (8.) und Taylan Duman (28.) nach zwei Standards mit 2:0 führt, sieht alles nach einem schwarzen Samstag für Schwarz-Weiß aus. Doch mit Patrick Chorobas 1:2 (43.), dem Daniel Schaal mit der Freistoßvorlage seine einzig gelungene Szene beisteuert, setzt die Wende ein.

Kerze von Leander Goralski Anwärter auf das »Kacktor des Monats«

Die verrückte Verler Aufholjagd: Coach Golombek nimmt mit Schaal und Sinisa Veselinovic zwei Akteure heraus, die völlig neben sich stehen. Er stellt um: Maier stürmt, Manuel Rasp sowie Nico Hecker beackern die Flügel, und plötzlich läuft’s. Marzullo (46.) und Rasp (48.) scheitern noch knapp, ehe Hecker das 2:2 (74.) köpft. Die Schlussphase bietet hellen Wahnsinn: Wieder fällt ein »Kacktor des Monats« – diesmal profitiert Verl allerdings. Die Eigentor-Kerze des Düsseldorfers Leander Goralski zum 2:3 (80.) dürfte jedenfalls heißer März-Anwärter für »Zeiglers wunderbare Welt des Fußballs« im WDR sein.

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Montag, 20. März, im WESTFALEN-BLATT, Lokalsport Gütersloh.

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