Hoffnungsschimmer: 100 Gäste und DFB-Boss Grindel bei der Rettungs-Matinee des FCG Weiße Kuverts für einen Neuanfang

Gütersloh (WB). Etwa 15 Sekunden dauert eine Fahrt im Fahrstuhl, bis man die Skylobby im Theater erreicht. In so rasantem Tempo verläuft die Rettung des von der Insolvenz bedrohten FC Gütersloh zwar nicht, doch bis Ende März soll es nach Ansicht der Verantwortlichen geschafft sein. »Wir müssen in 14 Tagen Bilanz ziehen und Rechenschaft ablegen«, erläutert Hans-Hermann Kirschner am Sonntag bei der FCG-Matinee mit DFB-Präsident Reinhard Grindel als Ehrengast.

Von Christian Bröder    
Gewichtige Runde in der Gütersloher Skylobby: Bürgermeister Henning Schulz (von links), DFB-Präsident Reinhard Grindel, Hermann Korfmacher, Hans-Hermann Kirschner und Heiner Kollmeyer setzen sich für die Rettung und den Neuaufbau des FC Gütersloh ein.
Gewichtige Runde in der Gütersloher Skylobby: Bürgermeister Henning Schulz (von links), DFB-Präsident Reinhard Grindel, Hermann Korfmacher, Hans-Hermann Kirschner und Heiner Kollmeyer setzen sich für die Rettung und den Neuaufbau des FC Gütersloh ein. Foto: Wolfgang Wotke

Auch dank der ideellen Unterstützung von ganz oben soll es mit dem existenziell bedrohten, früheren Zweitligisten wieder bergauf gehen. »Wir brauchen Leute, die ihr Herz und Portmonee für den FCG öffnen«, verdeutlicht Kirschner den rund 100 Gästen in luftiger Höhe das Hauptansinnen der Sponsoren-Veranstaltung.

Über den Dächern der Stadt erklärt der 59-jährige Meppener, der bei einer Rettung für den Vorstand kandidieren würde, das Konzept einer designierten neuen Führungsmannschaft. Dann verteilt er weiße Briefumschläge: »Mit einer Wegbeschreibung, wie man den Verein unterstützen kann.«

Zur Rettung des Vereins hatte bereits Kultfußballer ansgar Brinkammn aufgerufen.

Die mit einem Leitsatz überschriebenen Spendenabsichts-Erklärungen (»Ich bin für GO! statt NO! und möchte den Neuanfang des FCG unterstützen«) nehmen unter anderem Hotelier Reinhold Frie (55, Klosterpforte), Ex-Schalke-Boss Josef Schnusenberg (76, prominenter Steuerexperte) und der bundesweit tätige Abbruch-Unternehmer Thomas Hagedorn (45, Gütersloh) erkennbar euphorisch in Empfang.

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Ich bin aber kein Leuchtturm, sondern einer von vielen

Thomas Hagedorn

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Sie bekennen sich. Sie setzen ein Hoffnungszeichen, dass die Rettung gelingen könnte. Der gebürtige Warendorfer Hagedorn, einst Mitglied im Wirtschaftsbeirat und Sponsor, hatte sich bereits im Vorfeld als Geldgeber geoutet. »Ich bin aber kein Leuchtturm, sondern einer von vielen«, erläutert der glühende Schalke-Fan Pläne von einem Pool an zahlungskräftigen Premium-Partnern.

Die kann der FCG gut gebrauchen: Der vorläufige Insolvenzverwalter Dr. Rainer Eckert aus Hannover und Rechtsanwalt Kimon Kantis bestätigen am Sonntag die Summe von 95.000 Euro, die der Verein nach aktuellem Stand bis Ende März zur Begleichung der Verbindlichkeiten und zur Abwendung des Insolvenzverfahrens aufgebracht haben muss.

Ferner sind 150.000 Euro erforderlich, damit das Team von Fatmir Vata und Marc Hunt die Oberligasaison zu Ende spielen kann. Als notwendige wirtschaftliche Voraussetzung für eine Zukunft setzen die Verantwortlichen zudem auf einen über drei Jahre gesicherten Etat von 500 000 Euro per anno.

Das ist aber Zukunftsmusik. In erster Instanz steht die Rettung. Eine Ablehnung des Insolvenzverfahrens mangels Masse kommt nicht mehr infrage. »Das Verfahren würde definitiv eröffnet werden«, erklärt Eckert. Sei er vor Wochen aber noch fast entsetzt über die Mutlosigkeit gewesen, spricht er gestern von einem Stimmungswandel: »Wir haben schon viele Vereine erlebt, die um die Rettung gekämpft haben. Eine 180-Grad-Wende wie hier ist aber schon einmalig.«

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Montag, 13. März, im WESTFALEN-BLATT, Lokalsport Gütersloh.

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