Viele heimische Nachwuchskicker werden im DFB-Stützpunkt gefördert Talente individuell noch besser machen

Altkreis Halle (WB). 3:1 für die U14, 2:1 für die U15 – ihre beiden Vergleichsspiele gegen den Fußballkreis Tecklenburg haben die Nachwuchsteams des DFB-Stützpunkts Bielefeld am Sonntag in Halle gewonnen. Doch wichtiger als das Ergebnis ist den Trainern die individuelle Weiterentwicklung der Nachwuchskicker.

Von Gunnar Feicht
Lasse Biermann (SC Halle) zählt zu den Talenten, die zusätzlich zum Vereinstraining im DFB-Stützpunkt Bielefeld gefördert werden.
Lasse Biermann (SC Halle) zählt zu den Talenten, die zusätzlich zum Vereinstraining im DFB-Stützpunkt Bielefeld gefördert werden. Foto: Philip Arend

Davon profitieren derzeit gerade im U14er-Jahrgang viele Talente aus dem Altkreis. Jan Kirkamp, Lasse Biermann, Christopher Rasper (alle SC Halle), Marie Bärenwaldt (SC Halle und C-Mädchen DSC Arminia), Joshua Flottmann (TuS Solbad Ravensberg), Mika Gerlach (Halle/spielt für SV Rödinghausen), Fynn Diembeck (Werther) und Lennox Vorderbrügge (Steinhagen/beide jetzt VfL Theesen) gehörten am Sonntag zur siegreichen Stützpunktauswahl dieses Jahrgangs. Der Amshausener Filippo Niemetz, der für SC Verl kickt, fehlte ausnahmsweise.

Sie alle versammeln sich jeden Montag im Steinhagener Cronsbach-Sportzentrum. Wenn Stützpunkttrainer Jörg Pudel um 19 Uhr die Einheit eröffnet, sind auch die U15-Kicker mit dem Haller David Brayley (SV Rödinghausen) dabei. »Unsere Aufgabe am Stützpunkt ist es, die Jungs als Ergänzung zum Vereinstraining individuell noch besser zu machen. Wir arbeiten mit ihnen daran, ihre Schwächen abzustellen und ihre Stärken zu fördern«, erläutert Jörg Pudel die Ausrichtung. Unabhängig von der Vereinszugehörigkeit trainiert der Nachwuchs dabei am DFB-Stützpunkt desjenigen Fußballkreises, in dem sein Wohnort liegt. Damit der Aufwand neben Schule und Vereinstraining im Rahmen bleibt.

Stützpunktsystem als wichtiges Standbein für die Erfolge der DFB-Nachwuchsteams

Nicht für jedes Fußballtalent erweist es sich als ideales Sprungbrett, schon mit elf oder zwölf Jahren ins Leistungszentrum eines Profiklubs zu wechseln. Deshalb bewährt sich das Stützpunktsystem als wichtiges Standbein für die Erfolge der DFB-Nachwuchsteams und die Qualität des späteren Profifußballs. Das Trainerteam um den Versmolder Jörg Pudel mit Holger Urhahne (U12), Thorsten Wolff (U13) und Volker Drobe (Torwart-Förderung) ist viel in Sachen Sichtung auf den Dorfsportplätzen und Bezirkssportanlagen unterwegs, hält engen Kontakt zu den Jugendabteilungen der Vereine: »Wir bemühen uns, dass uns kein Talent durch die Lappen geht, können aber natürlich nicht überall sein. Deshalb rufen wir die Vereinstrainer auf, uns auf veranlagte Kinder aufmerksam zu machen, damit sie mit zusätzlicher Förderung weiterkommen«, sagt der ehemalige Bezirksliga-Trainer des TuS Solbad.

Natürlich kann ein Spannungsfeld entstehen, wenn Stammvereine fürchten, ihr Ausnahmetalent zu sehr ins Schaufenster zu stellen und früh an andere Klubs zu verlieren. Pudel zu dieser Problematik: »Man muss immer den Einzelfall besprechen. Wir beraten da gerne, um die für den Jugendlichen beste Lösung zu finden.«

Guter Kontakt zur DSC-Nachwuchsabteilung

Als solche erweist sich das Training am Kreis-Stützpunkt oft auch für Nachwuchsspieler, die es im Leistungszentrum von Zweitligist Arminia Bielefeld im ersten Anlauf nicht geschafft haben. »Es gibt mittlerweile einen guten Kontakt zur DSC-Nachwuchsabteilung«, berichtet Jörg Pudel über den Austausch. Über eine gezielte Anschlussförderung können Spätentwickler in etlichen Fällen doch noch den Durchbruch schaffen.

Pudels Sohn Bjarne (Jahrgang 2001) ist ein Beispiel dafür, wie der schrittweise Weg bis in die Jahrgangsspitze der 40 besten Talente des Landesverbands führen kann: Der Youngster wurde ab der U12 am Stützpunkt gefördert, wechselte zunächst mit der Perspektive »möglichst viele Spielanteile« in die renommierte Nachwuchsabteilung des VfL Theesen und spielte sich dort ins Blickfeld der Westfalenauswahl. Nach seinem Wechsel zu Arminia ist er jetzt für ein Testspiel der U17-Auswahl am 11. Dezember in Dortmund nominiert.

Einen ähnlichen Weg hoffen auch die Kicker zu gehen, die am Sonntag gegen den Kreis Tecklenburg gewannen. Beim 3:1 (2:0) der U14 erzielten Jan Kirkamp, Lennox Vorderbrügge und der Theesener Mirkay Güler die Tore. Beim 2:1 (1:0) der U15 trafen Soufian Kaba und Joshua Geddes (beide VfL Theesen). »Solche Spiele vereinbaren wir neben den Stützpunkt-Westfalenmeisterschaften vier- bis sechsmal pro Saison«, erläutert Jörg Pudel. »Gerade für die U14er ist das nach der Umstellung vom Neuner- aufs Elfer-Feld ein wichtiger Praxistest. Und man hat gesehen, dass sie vor allem gruppentaktisch und bei der Spieleröffnung in einem halben Jahr gute Fortschritte gemacht haben.«

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