Fußball-Landesliga: Steinhagen und Peckeloh lassen 2017 nach Hinrunde am Limit

Altkreis (WB). Beide haben Meister VfB Fichte besiegt, nach einer bärenstarken ersten Saisonhälfte in der Rückrunde aber nachgelassen. Während Fußball-Landesligist Spvg. Steinhagen mit Platz fünf zufrieden sein kann, hat SC Peckeloh 2017 zu selten sein Potenzial ausgeschöpft.

Von Stephan Arend

Spvg. Steinhagen

Platz fünf mit 55 Punkten und 70:47 Toren.

In der Rückrunde zwei Plätze und im Vergleich zur vergangenen Saison einen Rang eingebüßt. Das ändert nichts daran, dass Daniel Keller ein zufriedenes Saisonfazit zieht: »Wir haben lange in der Spitzengruppe mitgemischt. Alle Beteiligten haben in Ruhe gute Arbeit geleistet.« Der Coach betont die Wohlfühlatmosphäre am Cronsbach (»Es gab keine Störfaktoren«) und bezieht in seine Beurteilung der Serie auch die finanziellen Möglichkeiten mit ein: »Andere Teams betreiben einen deutlich größeren Aufwand als wir. Kaunitz zum Beispiel ist mit einer Mannschaft abgestiegen, die um ein Vielfaches teurer ist.«

Steinhagen setzt vor allem seit Kellers Amtsbeginn auf junge Neuzugänge, »die sich in einer intakten Mannschaft entwickeln können.« Bestes Beispiel ist René Schäfer, der aus der A-Jugend des SV Rödinghausen nach Steinhagen wechselte und auf Anhieb zusammen mit Moritz Wieland auf die meisten Einsatzminuten kam. So bedauert Keller zwar den Weggang seines Kreativspielers Jochen Pape, sieht darin aber eine Herausforderung und Chance für andere (junge) Akteure zugleich: »Wir verlieren einen der besten Landesliga-Spieler, der oft den Unterschied zwischen Unentschieden und Sieg ausgemacht hat. Ich habe aber keine Angst davor, denn wir haben in der Vergangenheit auch so wichtige Spieler wie Andreas Kretschmann verloren und ersetzt.«

Die einzige Schwächephase im Frühjahr hat der Spvg. nach einer Hinrunde am Limit mit bärenstarken 32 Zählern eine (noch) bessere Punkteausbeute und Endplatzierung gekostet. »Da hat uns manchmal die letzte Konsequenz gefehlt und wir haben wie gegen Theesen und Bad Lippspringe unsere Überlegenheit nicht in Punkte umgewandelt.« Dafür sorgte die Spvg. in der Rückrunde mit dem Auswärtssieg beim Meister VfB Fichte für den (so Keller) »emotionalen Höhepunkt«: »Zumal wir lange in Unterzahl gespielt haben und unser Gegner nicht so viele Partien verloren hat.« Unvergessen bleibt auch der Pokalkracher gegen Drittligist SC Paderborn, den der krasse Außenseiter Steinhagen vor der Rekordkulisse von 1350 Fans beim trotz des 1:8 eine Halbzeit so richtig ärgerte. Keller: »Dieses Spiel hat im Verein Euphorie freigesetzt.«

Die meisten Einsätze/Minuten: Moritz Wieland 31/2655, René Schäfer 31/2618.

Die meisten Tore: Sebastian Herrmann 15, Hakan Erdem, Jochen Pape je 11.

Höchster Sieg: 9:2 gegen Suryoye Paderborn. Niederlage: 0:6 in Brakel.

SC Peckeloh

Platz zehn mit 46 Punkten und 55:53 Toren.

Blickt Trainer Markus Kleine-Tebbe auf die Saison zurück, kommen ihm ganz unterschiedliche Bilder in den Sinn. In einer Hinrunde »weit über dem Limit« holte sein Team 28 Punkte, besiegte den späteren Meister VfB Fichte in der Meisterschaft sowie im Pokalwettbewerb und eroberte zwischenzeitlich die Tabellenspitze. »MKT« spricht von einem Flow, von einer Saisonphase, in der alles klappte. Ganz anders die Situation in der Rückrunde: Der SCP erwischte einen schlechten Start. »Und plötzlich ist das Selbstverständnis weg. Das macht viel aus, alles muss hart erarbeitet werden«, sagt Kleine-Tebbe. 18 Zähler bedeuten in der Rückrunden-Tabelle nur Platz zehn und sind alles andere als zufriedenstellend. Dennoch gab es in der zweiten Saisonhälfte Ausreißer nach oben. Peckeloh besiegte Aufstiegskandidat SC Verl II und sorgte mit dem 5:1 beim Rangsechsten VfL Theesen für einen versöhnlichen Saisonabschluss. »Wir haben in der Rückrunde zu selten unser Potenzial ausgereizt, viel zu viele Gegentore kassiert«, findet Kleine-Tebbe, der sich gewünscht hätte, »über einen längeren Zeitraum mit der besten Mannschaft zu spielen.« Dem war nicht so, wie die Statistik unterstreicht. Stefan Nienaber, die positive Überraschung der Hinrunde, zog es im Februar ins Ausland. Leistungsträger wie Kevin Ikeakhe (23 Einsätze), Gilles Berger (17) oder Dennis Schmidt (23) verpassten viele Partien. »Unser Kader war in der Breite nicht so stark wie gewünscht«, sagt der Coach, zumal die Neuzugänge Mergim Hasani und Mahmut Tur hinter den Erwartungen zurückgeblieben sind. Dass seine Mannschaft in den Altkreis-Derbys gegen Steinhagen (2:0/2:2) ungeschlagen geblieben ist, ist für Kleine-Tebbe nicht mehr als eine Randnotiz. Den dritte Triumph in Folge beim Hallenmasters bezeichnet er dagegen als einen Saison-Höhepunkt: »Wir haben dem großen Druck standgehalten. Und ich finde es wichtig, Titel zu gewinnen und eine Trophäe in den Händen zu halten.«

Die meisten Einsätze/Minuten: Tom Weber 31/2790, Gerrit Weinreich 30/2651, Baris Colak 30/2211

Die meisten Tore: Marc Rustige 12.

Höchster/spektakulärster Sieg: 5:0 in Avenwedde, 6:5 gegen Kaunitz. Niederlage: 1:5 gegen Brakel im Hin- und Rückspiel.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.