Tischtennis: Marion und Martin Aßmann kehren in der Krise in den Vorstand zurück Ein Erfolgspaar für die TTSV-Attraktivität

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Beim TTSV Schloß Holte-Sende kam es auf der außerordentlichen Generalversammlung zu einem Führungswechsel. Geschäftsführer Christian Mersch und Sportwart Hans Hildebrandt legten nach turbulenten Wochen, in denen der TTSV Spieler, Mannschaften und Ansehen verlor, ihr Amt nieder. Martin und Marion Aßmann übernahmen als Geschäftsführer und Sportwartin. Dabei suchen beide schon ihre Nachfolger.

Von Hendrik Fahrenwald
Martin Aßmann (Mitte) übernimmt das Geschäftsführer-Amt des TTSV Schloß Holte-Sende. Zusammen mit seiner Frau Marion Aßmann, neue Sportwartin, hat er den Verein bereits über 30 Jahre geprägt. Nun feiern beide ihr Comeback im Vorstand. Diesem gehört auch neuerdings Maximilian Reimer als Beisitzer an.
Martin Aßmann (Mitte) übernimmt das Geschäftsführer-Amt des TTSV Schloß Holte-Sende. Zusammen mit seiner Frau Marion Aßmann, neue Sportwartin, hat er den Verein bereits über 30 Jahre geprägt. Nun feiern beide ihr Comeback im Vorstand. Diesem gehört auch neuerdings Maximilian Reimer als Beisitzer an. Foto: Hendrik Fahrenwald
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Der TTSV ist für uns wie ein viertes Kind, und Kinder lässt man nicht im Stich.

Marion Aßmann

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Kein Duo dürfte für den Wiederaufbau geschaffener sein, als das Paar, das den TTSV über 30 Jahre führte. Kein Duo dürfte aber auch mehr unter den zahlreichen Negativschlagzeilen der vergangenen Wochen gelitten haben. »Der TTSV ist für uns wie ein viertes Kind, und Kinder lässt man nicht im Stich«, sagt Marion Aßmann.

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Wir haben uns große Sorgen um den Verein gemacht.

Martin Aßmann

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Die 63-Jährige kehrt, nach 33 Jahren im Vorstand und ihrem Rücktritt 2014, nun als Sportwartin zurück. Ihr zur Seite steht, wie in alten Vereinszeiten, ihr Mann Martin Aßmann. Der 68-jährige Ehrenvorsitzende, der insgesamt 34 Jahre Vorstandsarbeit beim TTSV vorweisen kann, ist als Geschäftsführer zurück. Seit seiner Amtsniederlegung mit seiner Frau 2014 haben die beiden alle Ereignisse des TTSV verfolgt. Nach Aufstiegen und weiteren sportlichen Glanzleistungen der vergangenen Jahre mussten die beiden dieses Jahr erstmals einen erschütternden Negativtrend feststellen. »Wir haben uns große Sorgen um den Verein gemacht«, sagt Martin Aßmann.

Das Aushängeschild ist dem Verein entglitten

Die Sorgen waren berechtigt. Spieler verließen den Verein, Mannschaften mussten aufgelöst werden. Das Aushängeschild mit dem ehemaligen Regionalliga-Team entglitt dem TTSV vollkommen. »Die Schlagzeilen und die Vorgänge, die diesen Schlagzeilen zu Grunde lagen, haben mich dazu gebracht, mich mit Willi Hasken (2. Vorsitzender) zusammenzusetzen«, sagt der ehemalige Geschäftsführer Christian Mersch, ohne die Lage beim TTSV beschönigen zu wollen. »Wir stehen hier vor einem Trümmerhaufen.«

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Ich möchte, dass der Verein wieder sexy wird.

Ehemaliger Geschäftsführer Christian Mersch

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Am 6. Juni sei er mit sofortiger Wirkung von seinem Amt zurückgetreten, »um den Weg frei zu machen.« Er sei allerdings nicht zurückgetreten, weil er »irgendwelche Verantwortung« für den Absturz des Vereins übernehme. Für ihn gehe es allein darum, ein neues Zeichen zu setzen. »Ich möchte, dass der Verein wieder sexy wird.«

Denn sowohl in Sachen Professionalität als auch in Sachen Kontinuität habe der TTSV seit den Abgang des ehemaligen Vorsitzenden Christoph Aßmann ein Problem. »Den Bruch nach Aßmann, der zeigt, wie viel er geleistet hat, gilt es jetzt zu schließen«, sagt Mersch. Eine »Hintertür« lasse sich der Geschäftsführer nicht offen. Sogar einen Beisitzer-Posten schlug Mersch später auf der Sitzung aus. »Ich stehe euch weiterhin zur Seite, aber ich möchte auf ein offizielles Vorstandsamt verzichten.«

Ein Verein, der allen am Herzen liegt

Während Martin Aßmann seine Position erbte, besetzte Marion Aßmann die kurzfristig vakante Position des Sportwarts. Hans Hildebrandt, der sich seit Mitte April und noch bis August auf einer Reise befindet, hat seinen Platz freigemacht und damit seinen für 2018 geplanten Rücktritt schon vorgezogen. »Wir haben uns einvernehmlich dazu entschlossen, das Amt jetzt schon neu zu besetzen«, sagt TTSV-Sprecher Carlos Krieft, der jegliche Schuld an Abgängen und Rückzügen von Mannschaften von Hildebrandt wies.

Neben den Aßmanns ist der 19-jährige Maximilian Reimer neu im Vorstand des TTSV. Ihn wählten die Mitglieder als Beisitzer. »Das ist ein Pilot-Projekt bis zu den nächsten Wahlen«, sagt Vorsitzender Ricardo Brechmann. Jugendwartin Kerstin Jürgens war die Personalie aufgrund der »Bindung zwischen Jugend und Senioren« wichtig. Reimer, der seit neun Jahren im Verein ist, sagte zu, weil ihm der Verein »am Herzen liegt«.

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Wir werden es nicht auf Lebenszeit machen.

Martin Aßmann

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Auf jüngere Beine will auch das neue Führungs-Duo den TTSV Schloß Holte-Sende in den nächsten Jahren stellen. »Ich werde versuchen, einen Nachfolger zu finden«, sagt Marion Aßmann. Ihr Ehemann sieht das ebenso. »Wir werden es nicht auf Lebenszeit machen«, sagt Martin Aßmann. Vorerst aber steht der Wiederaufbau des Tischtennis-Vereins auf dem Programm.

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