Sportabzeichen: Negativ-Rekord bahnt sich in Schloß Holte-Stukenbrock an Man macht’s für sich selbst

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Die Teilnehmerzahlen sind rückläufig, ein Unterstützer ist abgesprungen. Dennoch hält das Sportabzeichen-Team um Obmann Ulrich Laustroer am Tag des Sportabzeichens fest. Nicht nur den Teilnehmern geht es damit um die Selbstbestätigung.

Von Hendrik Fahrenwald
Foto: Hendrik Fahrenwald

27 Jahre sind lang. Vor allem für Martin Sandbote, der so lange pausiert hat und nun wieder das Sportabzeichen ablegt. »Ich wollte es einfach mal wieder ausprobieren«, sagt Sandbote. Mit in den Sportpark am Ölbach hat er auch seinen Sohn Niklas genommen. Der Zehnjährige ist zum ersten Mal dabei. Beide trotzen damit dem allgemeinen Trend.

»Wir haben ein großes Team«

Schon seit Jahren schwinden in der Stadt die Teilnehmerzahlen beim Sportabzeichen. Abnehmer gibt es indes genug. »Wir haben ein großes Team«, sagt Laustroer. Eine gute Betreuung der Teilnehmer ist damit kein Problem am Sportpark am Ölbach.

Leere herrscht auf der Anlage auch nicht. Die Stationen wie Weit- und Hochsprung, Kugelstoßen, Laufen und Weitwurf werden von mehreren Sportbegeisterten aufgesucht. Meist sind es kleine Grüppchen, Einzelkämpfer finden schnell Anschluss.

Auf die Stimmung der Prüfer und Teilnehmer drückt die geringere Resonanz, die dieses Jahr noch weiter rückläufig ist, nicht. »Die Atmosphäre zeichnet den Tag aus, hier wird jeder vernünftig aufgenommen«, sagt Laustroer. Für einige ist der Sportabzeichen-Tag ein wiederkehrendes Vergnügen geworden. »Ich komme immer wieder, das ist schon eine Tradition«, sagt Katharina Kampe. Arbeitskollege und Motivator Ulrich Laustroer hatte sie vor Jahren für das Sportabzeichen begeistert.

Dietmar Eisenbach gibt Tipps

Hoch hinaus will der 20-jährige Sven Pfeiffer mit dem Sportabzeichen. Er braucht es für seine Ausbildung bei der Polizei und lässt Dietmar Eisenbach vom Sportabzeichen-Team beim Hochsprung mitfiebern. »Genauso springen die Hochspringer«, lobt Eisenbach. Er gibt Tipps, wo er kann.

Pfeiffers Freund und Teamkollege beim VfB Schloß Holte, Leon Gerkens, hat bereits alle Stationen absolviert. Er nutzt das Sportabzeichen, um nach einer Verletzung »wieder fit zu werden«.

So veraltetet, um in Vergessenheit zu geraten, ist das Sportabzeichen wohl doch nicht. Und obwohl einige Arbeitgeber den Test verlangen, Krankenkassen ihre Mitglieder mit Sportabzeichen begünstigen, steht die allgemeine Fitness jedes Einzelnen im Vordergrund und damit die Selbstbestätigung. »Man macht es halt für sich selbst«, sagt Sportabzeichen-Obmann Laustroer.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.