Schloß Holte-Stukenbrock Auf der härtesten Show-Bühne

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Triathlon ist weiter im Trend, und der Ironman ist einer der Höhepunkte eines jeden Athleten. Das Aushängeschild auf der Langdistanz lassen sich David Smyrek und Thorben Rein am Sonntag in Frankfurt nicht entgehen. Das Duo des Tri-Sport-Team Verls erkennt allerdings auch die Schattenseiten des Dreikampfs.

Von Hendrik Fahrenwald
Schlagen gemeinsam ein und schlagen beim Ironman gemeinsam auf: Thorben Rein (links) und David Smyrek starten am Sonntag beim Ironman in Frankfurt. Die beiden schwimmen dort 3800 Meter, fahren 177 Kilometer Rad und laufen einen Marathon.
Schlagen gemeinsam ein und schlagen beim Ironman gemeinsam auf: Thorben Rein (links) und David Smyrek starten am Sonntag beim Ironman in Frankfurt. Die beiden schwimmen dort 3800 Meter, fahren 177 Kilometer Rad und laufen einen Marathon.

Zwischen ihrem ersten gemeinsamen Triathlon im Verler Verbandsliga-Team in Steinbeck und ihrem ersten gemeinsamen Ironman werden Welten liegen. Nicht nur, weil die jeweiligen Strecken erheblich länger sein werden, sondern auch weil der Ironman in einer Liga für sich spielt. »Das ist alles viel Show«, sagt Smyrek. Freuen wird es ihn und Rein dennoch. »Klar genießt man es.«

Unterwegs zu Liga-Wettkämpfen

Doch dabei werden die beiden nicht vergessen, wie sie eigentlich ihr Hobby ausleben. Am Wochenende fahren sie mit ihrem Verein in Orte der Region, um sich in Liga-Wettkämpfen als Mannschaft gegen andere Teams zu messen. »Dort ist es bodenständiger, und es geht trotzdem um die Wurst«, sagt Smyrek, der auch in diesen unscheinbareren Wettkämpfen ein gesteigertes Interesse erkennt. »Die Ligen-Wettkämpfe sind auch mehr im Kommen.«

Zunächst steht für das Duo statt dem Liga-Alltag jedoch das große Spektakel in Frankfurt an. Unter den rund 3000 Teilnehmern peilen Smyrek und Rein dieselbe Startergruppe an. Dann allerdings könnten sich die beiden für Stunden nicht wiedersehen. Jeder konzentriert sich auf sich selbst. Während Smyrek in der ersten Disziplin, dem Schwimmen, nur »das Warm-Up« sieht, wird Rein versuchen, seine Stärke auszuspielen. Beim Schwimmen im Münsteraner Hafenbecken oder beim Absolvieren der Triathlon-Mitteldistanz in Hannover konnte er sich schon beweisen und die zusätzlichen Einheiten für sein Ironman-Training nutzen. Ohnehin sei jedes Training in den vergangenen Tagen, Wochen und Monaten auch stets für den großen Tag am Sonntag gewesen. »Man hat immer im Hinterkopf, dass es gut für den Ironman ist«, sagt Smyrek. Sogar ein einwöchiges Trainingslager auf Mallorca schoben die beiden ein. Gesehen haben sie sich auf der Insel nur kurz. »Nur einen Tag hat sich unsere Reise überschnitten, den haben wir aber immerhin für ein Mittagessen genutzt«, sagt Rein. Im vergangenen Jahr hatte Smyrek ihn zum Tri-Sport-Team gelotst.

Beim ersten Mal hat man noch Angst

Ebenfalls vergangenes Jahr haben beide auch schon die Langdistanz im Triathlon hinter sich gebracht. Smyrek startete beim Frankfurter Ironman. Rein absolvierte die Challenge Roth. In der Erfahrung sieht das Duo einen Vorteil gegenüber den zahlreichen Anfängern. »Beim ersten Mal hatte man noch Angst, jetzt weiß man, was auf einen zukommt«, sagt Smyrek. Er sieht seine Stärke im Radfahren sowie Laufen, möchte sich am liebsten um eine halbe Stunde verbessern und schielt »immer weiter Richtung Hawaii«. Für den ältesten Triathlon über die Langdistanz können sich die Teilnehmer in Frankfurt qualifizieren.

Warum die beiden die Strapazen überhaupt auf sich nehmen, hängt viel mit ihrer Leidensbereitschaft zusammen. »Der Reiz ist einfach groß, an die körperlichen Grenzen zu gehen. Ein bisschen freue ich mich auch auf die Schmerzen.«

Schmerzhaft dürften allen voran die letzten Kilometer auf der Laufstrecke sein. Für diese hat jeder seine eigenen Tricks. »Ich denke dabei an meine Laufstrecke in Schloß Holte-Stukenbrock«, sagt Smyrek. Rein hingegen versucht sich mit Rechenspielchen zu motivieren. »Ich zähle bis zur Hälfte die noch zu absolvierenden Kilometer hoch, dann zähle ich die noch vor mir liegenden Kilometer herunter.« Dabei will Smyrek seinen Lauffreund auf der Strecke überraschen. »Es kann sein, dass ich ihn einmal überrunde«, sagt Smyrek. Rein widerspricht vehement: »Das werde ich zu verhindern wissen.«

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.