Fußball: Torben Brandy schoss und köpfte SW Sende zum Aufstieg Der genügsame Toresammler

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). Torben Brandy ist ein Phänomen. Er trainiert wenig, läuft wenig und trifft dennoch wie am Fließband. 41 Tore hat er für SW Sende in der Kreisliga A erzielt. Sein letztes Tor vor der Sommerpause war das Wichtigste, es bedeutete für seinen Verein den Aufstieg.

Von Hendrik Fahrenwald
41 Mal hatte Torben Brandy in der vergangenen Saison die Gelegenheit das Leder nach einem eigenen Torerfolg aus dem Netz zu holen. Damit war er nicht nur der beste Torjäger von SW Sende, sondern sogar der ganzen Liga.
41 Mal hatte Torben Brandy in der vergangenen Saison die Gelegenheit das Leder nach einem eigenen Torerfolg aus dem Netz zu holen. Damit war er nicht nur der beste Torjäger von SW Sende, sondern sogar der ganzen Liga. Foto: Hendrik Fahrenwald

Das fußballerische Talent von Brandy dürfte auch für jeden Fußballlaien zweifelsfrei in 90 Minuten zu erkennen sein. Schließlich haben dies schon seine Jugendtrainer gesehen. »Die Trainer haben immer gesagt, dass ich mehr Talent und mein Bruder Sören mehr Ehrgeiz hatte«, sagt Brandy.

Aufgewachsen beim VfB Schloß Holte

Das will etwas heißen, denn Sören Brandy hat es immerhin bis in die 2. Bundesliga geschafft und spielt aktuell bei Arminia Bielefeld. »Mir waren immer andere Dinge wichtiger«, sagt Torben Brandy. Viel über Fußball reden die Beiden nicht. »Manchmal kommen von ihm nur Sprüche, wie dass ich mehr als fünf Meter im Spiel laufen soll«, sagt Brandy, der mit seinem Halbbruder Jannis Wehmeier auch einen Herforder Westfalenligisten in seiner Familie hat.

Die fußballerische Klasse scheint ihn schon in die Wiege gelegt worden. Im Nachwuchs des VfB Schloß Holte wuchs er, wie sein Bruder Sören, auf. Dort spielte er auch für die 1. Mannschaft. Eine baldige Rückkehr zu seinem Jugendverein und seine erste Seniorenstation ist für Brandy derzeit »keine Option«. Durch seine Engagements beim SC Verl, Arminia Bielefeld, FC Kaunitz und den Hövelhofer SV lernte er die Vereine in der Umgebung kennen, ehe es ihn zum Studium ins Ruhrgebiet zog. Der Landesligist SV Herbede war dort seine letzte Station. »Ich habe vor zweieinhalb Jahren kurzzeitig mit dem Fußball aufgehört, um mein Studium abzuschließen«, sagt Brandy.

Trio zog es nach Sende

Angefangen hat er später wieder nahe der Heimat, beim Hövelhofer SV. Seine jetzigen Teamkollegen Marcel Müller und Marius Brummel hatten ihn überredet. Die viele fußballfreie Zeit machte sich jedoch bemerkbar. »Ich war im Training nach zwei Minuten kaputt und habe nur Kullerbälle auf das Tor geschossen«, sagt Brandy. Im vergangenen Jahr zog es das Trio gemeinsam nach Sende. Dort, wo er in einem »positiv verrücktem Haufen« schnell um den Aufstieg mitspielte.

Er etablierte sich zur Stammkraft, auf die das Team vertraut, auch wenn es Brandy unter der Woche nur wenig zu Gesicht bekam. »Ich habe maximal 15 bis 20 Mal in der ganzen Saison trainiert«, sagt Brandy, der beruflich bedingt seinem Team nur am Wochenende weiterhelfen konnte. Dann aber holte er regelmäßig jene Tore, die er im Training nicht üben konnte, nach. Die Sender hatten schnell eine Torversicherung.

Sein Stil kann Partien entscheiden

Wenn er im und um den gegnerischen Strafraum mit dem Ball auftaucht, blitzt es auf, dieses Feingefühl am Leder gepaart mit dem Blick für das Toreck. Zuvor ist seine Art unauffällig. »Ich bin nicht der Arbeiter, ich weiß aber, wo ich stehen muss und wo der Ball hingehört«, sagt Brandy.

Sein Stil kann Partien entscheiden. Dass er mit 41 Toren Torschützenkönig geworden ist, hat viel damit zu tun, dass er das Spiel verstanden hat. Ein Spiel, in dem die Mannschaft ihn braucht und er die Mannschaft. »Dass ich so erfolgreich bin, hat viel mit meinem Team zu tun. Sie wissen, wo ich stehe«, sagt Brandy. Die Abhängigkeit führte zum Erfolg. Nicht zuletzt als Marius Otto das Leder in Langenberg in der 92. Minute auf Brandy flankte und dieser Sende zum Aufstieg köpfte.

Zukunft in Sende

Mal wieder war es ein Spiel, wo er mit einer Aktion die Sender zu Siegern machte und er das Vertrauen seines Trainers Jürgen Prüfer einmal mehr zurückzahlte. Bleibe einfach vorne drinstehen, habe sein Trainer ihm in der Halbzeit mit auf den Weg gegeben. »Ohne sein Vertrauen hätte ich nicht 41 Tore geschossen«, sagt Brandy.

Sein Bruder dürfte dieses Mal nicht über die zu wenigen gelaufenen Meter geklagt haben. »Hätte ich nicht etwas meine Kräfte gespart, hätte ich zum Schluss nicht so hoch zum Kopfball springen können«, sagt Brandy. Seine Zukunft sieht er in Sende. »Ich habe unterschiedliche Anfragen bekommen, die ich alle abgelehnt habe«, sagt Brandy, der trotz seiner Torquote bescheiden bleibt. »Ich möchte einfach der Mannschaft helfen und fit bleiben.«

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.