Thaiboxen: 28 Schüler absolvieren die Prüfung in der Kampfsportart Vom alten Schlag

Schloß Holte-Stukenbrock (WB). »Wir bilden hier keine Schläger aus«, sagt Thaibox-Lehrer Matthias Mewes. Außerdem sei für ihn das Thaiboxen kein reiner Vereinssport. »Wir leben das Thaiboxen«, sagt Mewes. Das drücke sich dadurch aus, dass die vermittelten Werte des Sports eine hohe Priorität haben. »Die Höflichkeit steht an erster Stelle bei uns.«

Von Hendrik Fahrenwald
Freikampf: Nikita Friederich (links) und Kai Vogt kämpfen im Semikontakt gegeneinander. Ihr Helm und ihr Mundschutz schützen die Thaibox-Schüler bei ihrer Prüfung in der Grauthoff-Elbracht-Turnhalle vor Verletzungen.
Freikampf: Nikita Friederich (links) und Kai Vogt kämpfen im Semikontakt gegeneinander. Ihr Helm und ihr Mundschutz schützen die Thaibox-Schüler bei ihrer Prüfung in der Grauthoff-Elbracht-Turnhalle vor Verletzungen. Foto: Hendrik Fahrenwald

Das wissen auch die Schüler. Nach einem praktischen Teil müssen sie den Kampfgeist vor Großmeister Eduard Jegodka aufsagen, Träger des sechsten Dan. Das klappt reibungslos. »Höflichkeit, Weisheit, Redlichkeit, Barmherzigkeit, Mut, Geduld und Pünktlichkeit«, sagt der zwölfjährige Merlin Müller, auswendig gelernt und fehlerfrei.

Mit Kampfgeist

»Der Kampfgeist ist für uns ein Bestandteil des Lebens geworden und danach richten wir auch unser Training aus«, sagt Mewes. Trainiert wird das typische Stehkampfsystem, das die vier Elemente Faust, Ellenbogen, Knie und Bein beinhaltet. Diese werden zum Schlagen, Treten und Stoßen benutzt, wodurch eine äußerst effektive Art der Selbstverteidigung entstehe.

»Wir trainieren nach den traditionellen Regeln und Bräuchen«, sagt Mewes. Das erfordere den gegenseitigen Respekt, aber auch eine gewisse Ehrfurcht gegenüber der Kampfsportart. Dies lernen die Schüler wöchentlich in der Halle der Grauthoff-Elbrachtschule in Sende. Dort, wo auch die Prüfung der Schüler stattfindet, die zweimal jährlich erfolgt. »Zuvor entscheiden wir als Trainer, ob die Schüler bereit sind«, sagt Mewes. Großmeister Jegodka sei nur für die Abnahme der Prüfung zuständig.

Insgesamt 28 Schüler haben die Thaibox-Trainer für den Test zugelassen. »Wir fangen bei den Prüfungen immer mit den untersten Gürteln an«, sagt Mewes. Ebenso wie in anderen Kampfsportarten gibt es auch im Thaiboxen eine Graduierung. »Wir haben vom weißen bis zum braunen Gürtel verschiedene Schülerstufen vertreten«, sagt Mewes.

Klare Abläufe

Zunächst werden die erlernten Boxtechniken als Partnerübungen geprüft. Anschließend folgt das Schattenboxen. Dabei werden meist klar umschriebene Abläufe aufeinander folgender und häufig fließend ineinander übergehender Bewegungen abgefragt.

Dann folgt der Freikampf mit einem Partner. »Die Schüler, die noch keinen Gurt haben, dürfen nur ohne Kontakt kämpfen«, sagt Mewes. Nikita Friedrich und Kai Vogt sind schon fortgeschritten und dürfen im Semikontakt gegeneinander antreten. »Sie haben schon öfter gekämpft«, sagt Mewes, der den beiden jeweils einen Helm reicht. Ebenso tragen sie einen Mundschutz, denn die Schläge mit den Boxhandschuhen landen auch manchmal im Gesicht des Gegners. »Wenn es zu stark wird, brechen wir auch den Kampf ab«, sagt Mewes. Doch die beiden Jungs geben Acht. »Es passiert nur äußerst selten etwas.«

Dann ist es schon fast geschafft. Einmal durchatmen, den Kampfgeist aufsagen und auf das Ergebnis warten. »Alle Schüler haben sich sehr gut präsentiert, doch es könnten natürlich noch mehr sein«, sagt Mewes, der mit seiner Schule »Tiger Muay Thai« in Kooperation mit dem FC Stukenbrock den Thaibox-Unterricht leitet.

Das Training findet montags von 18 Uhr bis 19 Uhr für Kinder ab 8 Jahre statt. Von 19.15 Uhr bis 20.45 Uhr folgt das Training für Jugendliche und Erwachsene, die zudem freitags von 19 Uhr bis 20.30 Uhr trainieren.

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