Rettungsschwimmen: Großerohde gewinnt in der Disziplin Beach Flags Der Trophy-Sieg ist kein Kinderspiel

Schloß Holte-Stukenbrock(WB). Er ist der Schnellste im Sand: Nils Große­rohde von der DLRG Schloß Holte-Stukenbrock hat beim ersten Lauf der DLRG Trophy die Disziplin Beach Flags für sich entschieden. Auch wenn der Wettbewerb einem Kinderspiel ähnelt, war der Konkurrenzkampf für den Rettungssportler kein leichtes Unterfangen.

Von Hendrik Fahrenwald
Auf dem Treppchen der Disziplin Beach-Flags (von links): Nordin Sparmann, Nils Großerohde von der DLRG Schloß Holte-Stukenbrock und Marc Heisel bei der ersten DLRG-Trophy in Brandenburg.
Auf dem Treppchen der Disziplin Beach-Flags (von links): Nordin Sparmann, Nils Großerohde von der DLRG Schloß Holte-Stukenbrock und Marc Heisel bei der ersten DLRG-Trophy in Brandenburg. Foto: DLRG

Die Vorbereitungen auf seine am vergangenen Wochenende gestartete Wettkampf-Saison lief für Großerohde anscheinend ideal. Acht Monate war er in Australien, dem Mutterland des Rettungssports. »Dort hat er sich unter anderem auf seine Stranddisziplinen Beach Sprint und Beach Flags vorbereitet«, sagt sein Vereinskollege Kai Schirmer.

In Australien seien die Möglichkeiten perfekt. Der Sport habe dort nicht so eine kurze Saison wie hierzulande. Denn während ein Großteil seiner Vereinskollegen bei den Pooldisziplinen in Hallenbädern schwimmt und rettet, zieht es Großerohde an den Strand und ins Freigewässer. Das Wetter muss also mitspielen.

Bei seinem ersten nationalen Wettkampf, der DLRG-Trophy, die eine dreiteilige Wettkampfserie im Freigewässer-Rettungs­schwim­men ist, hat Großerohde nun den warmen australischen Strand gegen den brandenburgischen Sand am Störitzsee getauscht. Seiner Leistung taten die neuen Umstände keinen Abbruch. »Er musste sich dort zum ersten Mal dem deutschen Teilnehmerfeld stellen und hat das sehr gut gemacht«, sagt Schirmer und merkt an: »Mit dem Druck musst du erst mal klarkommen.« Dieser sei für Großerohde besonders groß gewesen, weil er eben jene Vorbereitung genoss, die ihn von seinen Kontrahenten abhebt. »Wenn man das mit dem Fußball vergleicht, erwartet auch jeder hier großes von dir, wenn du acht Monate in Brasilien trainiert hast«, sagt Schirmer.

Großerohde war dem Druck gewachsen. In seiner einzigen Disziplin, dem Beach Flags, holte der Rettungsschwimmer den Sieg vor dem Harsewinkeler Noel Sparmann und Marc Heisel aus Gelsenkirchen-Buer nach Schloß Holte-Stukenbrock. Dabei zeigte Großerohde seine Qualitäten als Ausflügler. Denn nach seiner Tour aus Australien folgte die Reise nach Jerusalem. Mit diesem Kinderspiel sei der Wettkampf zu vergleichen, sagt Schirmer.

Aus der Bauchlage heraus sprinten die Rettungssportler am Strand eine Distanz von 15 Metern und greifen sich einen Stab (Flag). Da weniger Stäbe als Wettkämpfer vorhanden sind, scheiden bei jedem Durchgang Starter aus. Rund 30 Mal musste Großerohde den Sprint absolvieren. Denn vor dem zehnköpfigen Finale meisterte er sowohl einen Vorlauf, als auch das Halbfinale.

Dabei beschränke sich der Wettkampf nicht allein auf die Sprintstärke eines jeden Sportlers. »Man muss das Rennen auch lesen können«, sagt Schirmer. Deshalb sei bei der Disziplin Erfahrung und Renneinteilung wichtig, um in den richtigen Moment der Schnellste zu sein.

Die benötigten Fähigkeiten hat Großerohde mit seinem Trophy-Sieg bewiesen. »Er ist der erfolgreichste Athlet aus unserer DLRG am Strand«, sagt Schirmer. Für den besten Deutschen bei der vergangenen Europameisterschaft in der Disziplin Beach Sprint und dem Zweitbesten im Beach Flags stehen, neben den weiteren Läufen der DLRG-Trophy in Hannover und Beckum, nun auch internationale Wettkämpfe an. Denn die Spiele haben gerade erst begonnen.

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