Ausdauersportler aus dem Altkreis Halle fahren 3200 Kilometer in 23 Tagen für den guten Zweck Zum Nordkap auf zwei Rädern

Altkreis  (WB). An diesem Samstag, 10 Uhr werden sie am Stodieks Hof in Halle mit den besten Wünschen auf die Reise geschickt. Am 2. Juli zwischen 14 und 15 Uhr wollen sie am Nordkap in die dort installierte Webcam winken. Zwischen Start und Ziel liegt für eine Gruppe heimischer Hobbysportler das große Abenteuer: 3 200 Kilometer und 40 000 Höhenmeter in 23 Tagen auf dem Rennrad.

Von Gunnar Feicht
Guten Mutes vor einem weiten Weg: Ralf Beckwermert, Hubert Kaiser, Udo Lange, Bernhard Potthoff (hinten von links) sowie Doris Potthoff und Maren Potthoff starten an diesem Samstag in Richtung Nordkap. Am 2. Juli wollen sie Ihr Ziel erreichen.
Guten Mutes vor einem weiten Weg: Ralf Beckwermert, Hubert Kaiser, Udo Lange, Bernhard Potthoff (hinten von links) sowie Doris Potthoff und Maren Potthoff starten an diesem Samstag in Richtung Nordkap. Am 2. Juli wollen sie Ihr Ziel erreichen. Foto: Wertkreis

Zum dritten Mal steht eine Ex­trem-Radtour für Udo Lange, Ralf Beckwermert und ihr Team unter dem Motto »Tour für Teilhabe« und unterstützt die Integration von Menschen mit Behinderung. Die beiden Radsportler der Spvg. Hesselteich strampelten 2012 bis nach Gibraltar in Europas tiefsten Süden, ein Jahr später rollte es dann, begleitet von Hubert Kaiser auf dem Rad und dessen Lebensgefährtin Maren Potthoff im Begleitfahrzeug, nach Pisa in Italien. In beiden Fällen haben die Sportler fleißig Spenden für den »Wertkreis Gütersloh« gesammelt. Das ist auch diesmal ein wichtiges Ziel – und das in der heimischen Läuferszene bestens bekannte Sportlerpaar Doris und Bernhard Potthoff vom LC Solbad Ravensberg hat sich dazu gesellt.

»Mit Ausdauer Grenzen überwinden« – durch seinen sportlichen Leitsatz macht das Sextett auf Probleme aufmerksam, die oft übersehen werden: »Während wir auf mehr als 3000 Kilometern unsere körperlichen Grenzen überwinden, müssen andere das jeden Tag tun: Menschen mit Behinderung stehen im ganz normalen Alltag vor der Herausforderung, ihre körperlichen, geistigen und physischen Grenzen überwinden zu müssen.« Auf ihrer Homepage weist die Gruppe darauf hin, dass zudem gesellschaftliche oder buchstäbliche Barrieren in vielen Fällen die Teilhabe an Arbeiten und Wohnen, aber auch an Freizeit, Sport und Kultur erschweren oder unmöglich machen.

Auf den 23 Rad-Etappen durch Deutschland, Dänemark und Norwegen wollen die Sportler ihren gemeinsamen Anspruch, Grenzen zu überwinden, anschaulich machen. Dafür haben sie hart trainiert, mussten aber auch organisatorisch einen immensen Aufwand betreiben. Denn im Gegensatz zu den Südeuropa-Touren durch überwiegend dicht besiedelte Gebiete, rückt die Zivilisation in Norwegen gewissermaßen immer weiter von der Route ab, je mehr es nach Norden geht. Nach einer ausgeklügelten Packliste wurden die beiden Wohnmobile als Begleitfahrzeuge beladen und exakt gewogen, damit alles Wichtige, aber auch kein Gramm zu viel an Bord ist.

Vier Personen sollen möglichst immer auf dem Rad sitzen, zwei steuern die mobilen Quartiere. Die werden nördlich des Polarkreises längst nicht jede Nacht einen komfortablen Campingplatz ansteuern können. Und täglich warten im Schnitt 140 Kilometer auf die Radler. Sportlich eine echte Herausforderung (Udo Lange: »Das Höhenprofil sieht oft wie ein Sägeblatt aus«), zudem in den Weiten Norwegens ein Trip ins Ungewisse. Der erfahrene Tourenplaner Lange hat versucht, böse Überraschungen mit seiner detailgenauen Vorbereitung jeder Etappe möglichst auszuschalten.

Die Route ist präzise festgelegt: Sie führt über Bremen (erstes Tagesziel), Randers in Dänemark, den Fährhafen Hirtshals (Überfahrt nach Norwegen), Lillehammer, Trondheim, Mo i Rana (dort wartet die Polarkreis-»Taufe«) und Alta (die nördlichste 20 000-Einwohner-Stadt). 127 Kilometer sind es am letzten Tag zum großen Ziel. Auch die hat Udo Lange aus der Ferne schon genau ausgekundschaftet: »Das Nordkap liegt auf einer Insel, wir fahren sieben Kilometer lang durch einen Tunnel. Da wird uns die von unserem Vereinskollegen Dirk Strothmann entwickelte Fahrradbeleuchtung gute Dienste leisten.«

»Tour für Teilhabe«: dem Wertkreis Gütersloh spenden

Die Nordkap-Radler aus dem Altkreis freuen sich als Anerkennung ihrer sportlichen Leistungen über Spenden. Das Geld wird dazu beitragen, dass Wertkreis Gütersloh folgende selbstfinanzierte Teilhabeprojekte für Menschen mit Behinderung weiter ausbauen kann: die inklusive Band »inclusonics«, das »KunstWerk Atelier«, Theater für Menschen mit und ohne Behinderung, therapeutisches Reiten, Fußball.

Die Bankverbindung des Spendenkontos: Wertkreis Gütersloh gGmbH, Stichwort »Tour für Teilhabe«, IBAN: DE21 4785 3520 0000 0566 63,BIC: WELADED1WDB, Kreissparkasse Wiedenbrück

Weitere Informationen online:

www.nordkapradler.de

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