Westdeutscher Futsal-Pokal: Gütersloh verliert nach Riesenkampf 6:7 Furioses Finale mit Freakz-Frust

Gütersloh (WB). Dieses Finale ist in puncto Spannung und Tor-Dramaturgie nicht mehr zu toppen gewesen. Doch ohne Happy End für die Gastgeber: Nach großem Kampf unterliegen die ersatzgeschwächten Gütersloher Freakz im Endspiel des Westdeutschen Pokals im Futsal dem NRW-Meister MCH Sennestadt hauchdünn mit 6:7 (3:5).

Von Uwe Caspar
Ein Pokalthriller mit Tumulten: Sennestadts Keeper Berkay Yilmaz muss seine aufgebrachten Mitspieler beruhigen. Auch Schiedsrichter Eric Schell ist zum Ort des Geschehens geeilt. Danach beruhigen sich die Gemüter aber wieder, es geht fair weiter.
Ein Pokalthriller mit Tumulten: Sennestadts Keeper Berkay Yilmaz muss seine aufgebrachten Mitspieler beruhigen. Auch Schiedsrichter Eric Schell ist zum Ort des Geschehens geeilt. Danach beruhigen sich die Gemüter aber wieder, es geht fair weiter. Foto: Uwe Caspar

Frust bei den Freakz nach Abpfiff: Niedergeschlagen kauern die Akteure auf dem Hallenboden, während ein paar Meter weiter die Gäste mit Freudentänzen und Jubelgeschrei ihren letztendlich etwas glücklichen Pokal-Triumph feiern. »Jetzt sind die Jungs frustriert. Aber wenn sie eine Nacht darüber geschlafen haben, werden sie bestimmt stolz sein. Schließlich haben wir als Außenseiter mit dem Einzug ins Finale eine megatolle Leistung vollbracht«, fällt das Fazit von Freakz-Chef Jürgen Wittwer trotz der bitteren Niederlage nur positiv aus. 

Lob gibt’s auch vom MCH-Trainer Sebastian Rauch. »Kompliment an den Gegner, der uns heute alles abverlangt hat. Wir haben jedoch nicht unverdient gewonnen, weil wir nie in Rückstand gerieten«, sagt der Sennestädter.

Starke Torhüter

Aufgrund der zahlreichen dicken Chancen hüben und drüben, die nicht genutzt werden, hätte die packende Partie vor der Rekordkulisse von 250 Zuschauern auch 15:14 oder 14:15 ausgehen können. Es sind die beiden starken Torhüter Noah Wiemann (Freakz) und der auch für den Oberligisten FC Gütersloh spielende Berkay Yilmaz, die ein mögliches Handballergebnis verhindern. »Dank Futsal hat sich Yilmaz weiterentwickelt«, meint sein Coach.

Hoch her geht’s schon in der ersten Halbzeit: Als ein Sennestädter am Boden liegt und die Freakz dennoch weiterkicken, kommt es zu Tumulten auf dem Parkett. Doch die erhitzten Gemüter beruhigen sich schnell wieder. Das Handicap der Hausherren: Sie müssen wegen der kurzfristigen Vorverlegung des Finals auf drei Defensiv-Spezialisten verzichten.

In die Bresche gesprungen

Wittwer dazu: »Das war kaum zu kompensieren.« Wegen der Personalnot springt Ex-Freak Fatih Özdogan in die Bresche. Auch Spielertrainer Robert Ljubic läuft auf, obwohl er nach mehrtägiger Behandlung erst am Vortag aus dem Krankenhaus entlassen worden ist. »Die Ärzte hatten keine Bedenken«, berichtet Jürgen Witter. Am Rande es Krimis kündigt übrigens sein Vorstandskollege Sven Exner zwei »hochkarätige Verstärkungen für die neue Saison an.

Zur Freude der Freakz-Macher verfolgen zwei hohe Funktionäre den Pokal-Thriller: Rainer Engler vom Westdeutschen Futsal-Verband und Ulrich Clemens vom FLVW. Engler teilt eine überfällige Nachricht mit: »Futsal gilt nun auch offiziell nicht mehr als Freizeitsport.« Das hochklassige Endspiel unterstreicht nur, dass diese Form des Hallenkicks in die Schublade Leistungssport gehört.

Freakz Gütersloh: Wiemann - Delldi, Celik, Pacheco Moreira, Özdogan, Ljubic, Francisco de Oliveira, Lopez de Moura, Carvalho, Aghaima.

MCH Sennestadt: Yilmaz - Kalemci, Gül, Öksüz, Sözer, Erdem, Kilic, Kolodzig, Stroiz, Matic, Bilavic, Sevimici, Güzel.

Tore: 0:1 Matic (3.), 0:2 Erdem (4.), 1:2 Carvalho (8.), 1:3 Sözer (10.), 2:3 Lopez (11.), 2:4 Erdem (12.), 3:4 Özdogan (14.), 3:5 Sözer (20.), 4:5 Oliveira (23.), 5:5 Lopez (29.), 5:6 Sözer (30.), 6:6 Aghaima (36.), 6:7 Gül (38.).

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.