Die Rettung des Fußball-Oberligisten ist gescheitert FC Gütersloh wird aufgelöst

Gütersloh (WB). Es ist traurige Gewissheit: Die Rettung des Fußballclubs Gütersloh ist gescheitert. Der am 23. Februar 2000 gegründete Verein wird aufgelöst, wie der Fußball-Oberligist selbst am Mittwochmorgen in einer Stellungnahme erklärt hat. Spielern und Trainern der 1. Mannschaft ist die Entscheidung bereits am Dienstagabend nach dem Training mitgeteilt worden.

Der Fußballclub Gütersloh liegt in Scherben.
Der Fußballclub Gütersloh liegt in Scherben. Foto: Büscher (Montage)

Die monatelangen Bemühungen der Initiative um Hans-Hermann Kirschner, Heiner Kollmeyer und Hermann Korfmacher sind ohne Erfolg geblieben. Der FC Gütersloh wird mit seinen Mannschaften zwar noch bis Ende Mai seine Spiele austragen, aber danach wird der Vereinsbetrieb umgehend eingestellt.

Die Oberliga-Mannschaft, die trotz der Schwierigkeiten den Klassenerhalt so gut wie geschafft hat, bestreitet damit ihre letzten Spiele an diesem Sonntag bei SuS Stadtlohn soiwie danach gegen den TuS Erndtebrück und beim SC Roland Beckum.

Hans-Hermann Kirschner und Helmut Delker haben dem Team am Dienstagabend die schlechte Nachricht überbracht und allen Spielern sowie den Trainern und Betreuern für ihren großartigen Einsatz gedankt. »Die Stimmung war natürlich sehr gedrückt. Wir sind einfach alle tief enttäuscht und traurig«, fasste Kirschner zusammen. Ein neu zu gründender Verein wird in der Kreisliga C (11. Liga) starten müssen.

Monatelanger Kampf

Für die Rettungsinitiative endet damit ein monatelanger Kampf um den FC Gütersloh. Begonnen hatte er im Januar, als auf Initiative von Hermann Korfmacher und Heiner Kollmeyer Vertretern der politischen Parteien im Rat die schwierige Situation und die möglichen Konsequenzen erläutert wurden.

Auch eine Sponsorenmatinee mit DFB-Präsident Reinhard Grindel konnte das Aus des FCG nicht verhindern. »Wir haben alles versucht, aber am Ende haben wir es nicht geschafft, die Wirtschaft in Gütersloh zu überzeugen«, lautete Korfmachers Fazit. Die Initiative dankt den Unternehmen und Gönnern, die Sponsorenzusagen gemacht haben und mit Spenden geholfen haben , den Spielbetrieb in den letzten Monaten aufrechtzuerhalten.

Insolvenzverfahren am 31. Mai

Die durch den vorläufigen Insolvenzverwalter, Herrn Dr. Rainer Eckert, konstruktiv begleiteten Sanierungsbemühungen führten letztendlich nicht zu dem gewünschten Erfolg. Mit der Eröffnung des Insolvenzverfahrens ist am 31. Mai zu rechnen, was gleichzeitig die Auflösung des Vereins bedeutet.

Alle Mannschaften werden dann umgehend vom Spielbetrieb abgemeldet. Der FC Gütersloh wird dann vollständig liquidiert. Der vorläufige Insolvenzverwalter Herr Dr. Rainer Eckert bedauert diese Entwicklung. »Am Ende ist eine Aufrechterhaltung des Vereinsbetriebes bei einer fehlenden dauerhaften Finanzierung durch entsprechende Sponsorenzusagen jedoch nicht möglich.«

Auswirkungen aufs Heidewaldstadion

Das Aus des FCG hat auch Folgen für das 1933 erbaute Heidewaldstadion, für das es keine regelmäßige Nutzung mehr gibt. Die Politik zusammen mit der Stadt wird in Zukunft zu entscheiden haben, was mit der traditionsreichen aber auch sanierungsbedürftigen Arena geschehen soll.

»Die Frage ist, ob sich wirklich Jeder der Tragweite bewusst ist, was das Ende des FC Gütersloh für diese Stadt bedeutet«, sagte Heiner Kollmeyer.

Fast 100-jährige Geschichte

Mit dem Aus endet eine fast 100-jährige Geschichte, die mit der Gründung der Sportvereinigung 1918 Gütersloh (einem Vorläufer der SVA Gütersloh) ihren Anfang nimmt. Die 1923 gegründete DJK Gütersloh, die mit der SVA später fusionierte, ist Gründungsmitglied der 2. Bundesliga (Gruppe Nord).

Mit sieben Mitgliedern war die Rettungsinitiative relativ breit aufgestellt. Neben Kirschner, Kollmeyer und Korfmacher waren auch Oliver Eichstädt, Frank Neuhaus, Matthias Laumeier und Helmut Delker bereit, sich ehrenamtlich zu engagieren und das Führungsteam eines »neuen« FCG zu bilden. Doch es hat am Ende nicht gereicht. Die Initiative ist mit ihren Bemühungen gescheitert.

Mehr lesen Sie am Donnerstag, 11. Mai, im WESTFALEN-BLATT, Lokalteil Sport.

Kommentare

Diese Diskussion ist geschlossen. Kommentieren ist nicht mehr möglich.