35. Dalkelauf: Gebürtiger Amerikaner gewinnt Halbmarathon – Sansar den »Zehner« Schlauer Oxford-Student auch schnell

Gütersloh (WB). Miles Unterreiner studiert an der renommierten Oxford-Uni Politik und Philosophie. Der gebürtige Amerikaner mit dem nach deutschen Vorfahren klingenden Nachnamen ist nicht nur schlau, sondern auch schnell: Der 27-Jährige gewinnt beim 35. Dalkelauf den Halbmarathon-Klassiker in der ordentlichen Zeit von einer Stunde, 13 Minuten und 35 Sekunden, setzt sich auf dem letzten Kilometer vom Sender Thomas Johannhörster ab (1:13:42).

Von Uwe Caspar
Sieger Elias Sansar hat beim 10-km-Lauf schon die Führung übernommen. Mit insgesamt 517 Teilnehmern verbucht der Dalkelauf eine erhebliche Steigerung.
Sieger Elias Sansar hat beim 10-km-Lauf schon die Führung übernommen. Mit insgesamt 517 Teilnehmern verbucht der Dalkelauf eine erhebliche Steigerung. Foto: Wolfgang Wotke

Der Sieg ist Unterreiner schon fast peinlich. »Die ganze Arbeit hat doch mein Konkurrent gemacht«, gilt Miles’ Dank dem meistens führenden Johannhörster. Die Entscheidung fällt an der Dalkebrücke, hier muss der 28-Jährige seinen Rivalen (»Ich wusste gar nicht, dass der aus England kommt«) ziehen lassen. »Da waren meine Körner aufgebraucht«, geht Johannhörster am Ende die Puste aus. Dennoch zeigt er sich mit Platz zwei hochzufrieden: »Gütersloh ist immer ein gutes Pflaster für mich.«

Miles Unterreiner, der in der Nähe von London wohnt und täglich trainiert, hat sich natürlich nicht extra wegen des Dalkelaufes in den Flieger gesetzt. Er hält sich derzeit bei seiner deutschen Freundin in Rheda-Wiedenbrück auf und hat den Besuch mit einem Start verbunden. Die Premiere hat ihm sehr gefallen. »Es ist einfach toll, neben einem Fluss zu rennen. So etwas kenne ich gar nicht«, schwärmt der Lockenkopf.

Elias Sansar, der mit fast drei Minuten Vorsprung den Zehn-Kilometer-Wettbewerb locker gewinnt (32:47 Min-), zeigt sich nicht so begeistert. »Eine schwierige Strecke. Wegen des Schotters hat man keinen richtigen Halt«, meint Sansar, der im April seinen zehnten Sieg beim Hermannslauf anstrebt. Obwohl ihm der Kurs nicht behagt, bleibt er dennoch unter 32 Minuten: »Diese Zeit laufe ich nicht so oft.« Schnellste Dame: Die 19-jährige Lemgoer Triathlon-Spezialistin Meggie Schneider (39:59). Die künftige Biochemie-Studentin freut sich auch über eine neue Bestzeit.

Auf der 5,6 km-Distanz triumphiert Jannis Stefan (19:40 Min.), der in Oelde ein Sportartikel-Geschäft betreibt. Sein Räumungsverkauf in der vergangenen Woche sorgte für eine Menschenschlange vor dem Laden – kein Wunder bei bis zu 70 Prozent Preisnachlass. Bei dem großen Andrang allerdings hatte Stefan nicht alles unter Kontrolle: Ihm wurden 15 Paar Schuhe geklaut. Platz zwei belegt Oliver Knufinke von der DJK Gütersloh (20:07), der angeschlagen das Rennen aufnimmt: »Die Erkältung habe ich mir bei unserem Trainingslager auf Texel zugezogen.«

Topfit präsentiert sich der im orangenen CDU-Trikot laufende, inzwischen vollbärtige Kommunalpolitiker und Sparkassen-Aufsichtsrat Markus Kottmann. »Den Bart lasse ich mir solange wachsen, bis bei der Sparkasse endlich Ruhe eingekehrt ist«, spielt er mit dieser scherzhaften Aussage auf die zuletzt für Schlagzeilen sorgenden Turbulenzen in dem Geldinstitut an. Mit Michael Esken ist beim Halbmarathon ein weiterer Politiker dabei. Beim Startschuss hat Verls Bürgermeister Probleme mit seiner Nummer, kommt als Letzter über die Linie, arbeitet sich aber noch ins Mittelfeld vor.

Mit insgesamt 517 Startern verbucht der Dalkelauf eine deutliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr. »Ein Abschied nach Maß für mich«, freut sich Cheforganisator Wolfgang Vahrenhorst, der seinen Wohnsitz nach Augsburg verlegt.

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