Mädchen-Fußball stagniert: 15. Walter-Stickling-Cup nur mit 26 Teams Spexard speckt ab

Gütersloh-Spexard(WB). Kurzzeitig stand sogar eine Absage im Raum. Doch die Organisatoren wehrten sich mit viel Herzblut gegen alle Missstände und machten die Austragung des 15. Walter-Stickling-Mädchen-Cups am Wochenende möglich.

Von Dirk Heidemann
Vorfreude auf den 15. Walter-Stickling-Mädchen-Cup: Organisations-Chef Kevin Siemer (von links), Jörg Mannefeld (Koordinator Mädchenfußball im Kreis Gütersloh) und Michael Swiers (Fußballjugend-Abteilungsleiter des SV Spexard).
Vorfreude auf den 15. Walter-Stickling-Mädchen-Cup: Organisations-Chef Kevin Siemer (von links), Jörg Mannefeld (Koordinator Mädchenfußball im Kreis Gütersloh) und Michael Swiers (Fußballjugend-Abteilungsleiter des SV Spexard). Foto: Dirk Heidemann

Der Umkleidetrakt des SV Spexard an der Bruder-Konrad-Straße wird derzeit modernisiert und gleicht einer riesigen Baustelle, die große Sporthalle ist weiterhin als Flüchtlingsunterkunft ausgewiesen und kann von den teilnehmenden Teams nicht für die Übernachtung genutzt werden. Zudem stagniert der Mädchen-Fußball, das Feld der Mannschaften musste nach der Rekordmarke in 2015 von 32 auf 26 zurückgefahren werden. »Die Planung war noch nie so schwierig wie in diesem Jahr«, stöhnt Michael Swiers, Fußballjugend-Abteilungsleiter des SV Spexard, der die zweitägige Veranstaltung wieder in Zusammenarbeit mit dem Kreisjugendausschuss Gütersloh organisiert.

Am vergangenen Wochenende sagten noch einmal zwei Teams ab, darunter mit BW Dedinghausen der Titelverteidiger des B-Turniers. Da auch der Titelverteidiger des A-Turniers fehlt, der FSV Gütersloh hat keine D-Jugend-Mannschaft mehr, werden zwei neue Namen die beiden Wanderpokale zieren. »Der Boom im Mädchenfußball ist vorbei. Zudem haben viele Vereine die Saison schon lange beendet«, nennt Jörg Mannefeld, Koordinator Mädchenfußball im Kreis Gütersloh, die Gründe, warum in Spexard abgespeckt werden muss.

Konnten sonst fast alle Mannschaften die Nacht von Samstag auf Sonntag in der Sporthalle verbringen, sind jetzt lediglich acht Teams in der Josefschule untergebracht. Das Angebot, auf dem Gelände Zelte aufzuschlagen, haben nur vier Vereine angenommen. Das Bauernhaus, sonst Kultstätte der legendären Partys am Samstagabend, wird nur noch zum Einnehmen der Mahlzeiten genutzt. »Wir bauen ein großes Zelt auf«, hofft Organisations-Chef Kevin Siemer, dass das Provisorium der stets guten Stimmung keinen Abbruch tut. Ein Beamer sorgt zudem dafür, dass die bei der Fußball-EM stattfindenden Achtelfinal-Begegnungen live verfolgt werden können.

Der Turnier-Zeitplan bleibt davon allerdings unberührt. Selbst wenn Deutschland am Samstag gespielt hätte, wäre auf den vier Plätzen an der Bruder-Konrad-Straße weiter gekickt worden. Los geht es am Samstag um 11 Uhr, zunächst wird in sechs Gruppen um die Qualifikation für die beiden Haupt-Turniere gespielt. Die beginnen am Samstag um 16 Uhr und enden gegen 18.20 Uhr. Weiter geht es am Sonntag um 9.30 Uhr. »Eine Stunde später als sonst, damit die Mannschaften in Ruhe anreisen können«, sagt Michael Swiers, der den Turnierplan Marke Eigenbau unter dem Motto »Viele Spiele in einem möglichst kurzen Zeitraum« gemeinsam mit Jörg Mannefeld ausgetüftelt hat. »Jede Mannschaft wird durch unseren Modus mindestens zehn Spiele haben«, so Swiers weiter.

Die Endrunde startet am Sonntag um 13.30 Uhr. Als favorisiert gelten die Teams des Herzebrocker SV (Mannefeld: »Die haben als Kreismeister alles weggehauen«), des Herforder SV sowie von Arminia Bielefeld. Erstmals mit dabei ist der SC Halle. Ausgedient wird nach dem Turnier der Kunstrasenplatz neben dem Hauptplatz haben. Nach 15 Jahren bekommt der SV Spexard dort im Sommer ein neues Geläuf.

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