SC Wiedenbrücks Trainer Alfons Beckstedde enttäuscht nach erster Saisonschlappe »Eine Halbzeit lächerlich!«

Lotte (WB). Am fünften Spieltag hat’s den SC Wiedenbrück erwischt: Der Fußball- Regionalligist kassiert gestern Abend bei den Lotter Sportfreunden mit 0:1 (0:1) seine erste Saisonschlappe. Eine verdiente Niederlage, weil dem zu biederen SCW in der Offensive nichts einfällt. Vor allem in der ersten Halbzeit. 

Von Dirk Heidemann
Die frühe Entscheidung im Lotter Stadion am Autobahnkreuz: Der Ex-Verler Kevin Freiberger (Nr. 19) erzielt hier das 1:0, der Wiedenbrücker Robin Twydry kommt einen Schritt zu spät. Gegen Freibergers Schuss hat Torwart Marcel Hölscher keine Chance.
Die frühe Entscheidung im Lotter Stadion am Autobahnkreuz: Der Ex-Verler Kevin Freiberger (Nr. 19) erzielt hier das 1:0, der Wiedenbrücker Robin Twydry kommt einen Schritt zu spät. Gegen Freibergers Schuss hat Torwart Marcel Hölscher keine Chance. Foto: Daniel Bremehr

Über die regt sich Alfons Beckstedde mächtig auf. »Da sind wir von einer Verlegenheit in die nächste gestürzt – eine lächerliche Leistung von uns. Das war ja fast schon Damen-Fußball. Erst im, zweiten Durchgang haben wir ein anderes Gesicht gezeigt«, fasst der SCW-Trainer seine Eindrücke kritisch zusammen.

Dabei geht’s ganz gut los: Nach Zuspiel von Massih Wassey bietet sich Alexander Spinrath eine gute Einschussmöglichkeit, er wird aber gleich zweimal abgeblockt. Doch spätestens nach einer Viertelstunde übernehmen die Hausherren das Kommando, die ständig ihre Positionen wechseln. Moritz Heyer feuert den ersten Warnschuss ab (11.), der Ball fliegt nur knapp über die Latte. Lotte verstärkt nun den Druck und kommt über die rechte Seite mit dem starken Alexander Langlitz.

Und dann ist es soweit: Der Ex-Verler Kevin Freiberger bringt nach einem Eckball, der zu verhindern gewesen wäre, Lotte in Führung. Schon zu dem Zeitpunkt nicht unverdient. Die Emsstädter bekommen kaum Zugriff auf die Partie, stehen oft zu weit weg von ihren Gegenspielern. Und sie haben Glück, dass sie nicht mit 0:2 zurückliegen: Torwart Marcel Hölscher rettet per Fußabwehr gegen den freistehenden Pascal Schmidt.

Drei Großchancen für Lotte

Danach scheint es, als ob der SCW die Begegnung besser in den Griff kriegen würden. Doch es ist nur ein kurzes Aufflackern: Die ball- und passsicheren Lotter drehen wieder auf und und kommen in den letzten fünf Minuten zu drei Großchancen: Erst schießt Langlitz nur haarscharf am rechten Pfosten vorbei (40.), dann drischt Andre Dej die Kugel über den Querbalken (43.) und schließlich trifft Schmidt den Außenpfosten (45.).

Wiedenbrück indes verzeichnet nicht eine zwingende Chance, knüpft damit nahtlos an die vorausgegangenen Spiele gegen Vikoria Köln und SC Verl an. »Selbst über ein 0:3 hätten wir uns nicht beschweren dürfen«, räumt SCW-Vorstandsmitglied Bernd Lübbert ein. »Dass wir überhaupt noch im Spiel sind, grenzt an ein Wunder«, staunt Geschäftsführer Bernhard Hartmann.

Wechsel gibt Hoffnung

Trainer Alfons Beckstedde reagiert: Für den wackelnden Verteidiger Mariusz Rogowski kommt Babacar M’Bengue und für den wirkungslosen Stürmer Aleksandar Kotuljac läuft Herbert Bockhorn auf. Jetzt kommen die Wiedenbrücker etwas besser in die Partie, sind präsenter. Und endlich eine Chance: Ein Schuss von Kamil Bednarski saust am Pfosten vorbei (62.).

Ansonsten bleibt die SCW-Offensive ungefährlich, da kann Lotte im Stadion am Autobahnkreuz den Schongang einlegen. Die Partie plätschert dahin. Immerhin gibt’s noch einen Aufreger, als der eingewechselte Semih Daglar an Marcel Hölscher scheitert (77.) »Wiedenbrück ist stärker geworden, weil wir es zugelassen haben«, so begründet SF-Wirbelwind Kevin Freiberger die flauen zweiten 45 Minuten.

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